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Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange übergab heute Förderbescheid für die Tuchfabrik Gebrüder Pfau Crimmitschau zur Ausgestaltung als „Schauplatz Textil“ im Rahmen der 4. Sächsischen Landesausstellung

25.10.2017, 11:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Kunst- und Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange hat heute einen Förderbescheid in Höhe von 500.000 Euro für die Tuchfabrik Gebrüder Pfau Crimmitschau übergeben. Die Mittel werden verwendet, um hier den „Schauplatz Textil“ im Rahmen der 4. Sächsischen Landesausstellung im Jahr 2020 auszugestalten. Die Teilnahme an der Landesausstellung ist für die Tuchfabrik Gebrüder Pfau auch der Startschuss zur Wiederaufnahme eines regulären Museumsbetriebes.

Die Tuchfabrik Gebrüder Pfau Crimmitschau, Teil des Zweckverbandes Sächsisches Industriemuseum, ist die vierte Station der Ministerin bei ihren Besuchen der Branchenschauplätze, die die Leitausstellung flankieren werden. Die übergreifende Leitaustellung findet im Audi-Bau in Zwickau statt und widmet sich dem Thema „Industrie, Kultur, Mensch“. Träger ist das Deutsche Hygiene-Museum Dresden. Daneben gibt es „Schauplätze“, die die Leitausstellung branchenspezifisch ergänzen und begleiten. Diese Zusatzausstellungen in bestehenden Einrichtungen stellen jeweils bestimmte Industriezweige dar, die für die industrielle Entwicklung Sachsens kennzeichnend sind.

Dr. Eva-Maria Stange: „Mit der Textilindustrie sind und waren viele Menschen in Sachsen verbunden. Mit der Textilherstellung begann in Sachsen aber auch das Industriezeitalter und sie war der Motor der Industrialisierung. Der ,Schauplatz Textil‘, der in Crimmitschau dargestellt werden soll, ist daher ein ganz wichtiges Element der 4. Sächsischen Landesausstellung. Insgesamt möchten wir mit dieser Landesausstellung die Bedeutung der Industriekultur nicht nur für die wirtschaftliche, sondern auch für die gesellschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung des Freistaats verdeutlichen.“

André Raphael, Oberbürgermeister der Stadt Crimmitschau, unterstrich: „Die Einbeziehung der Tuchfabrik Gebr. Pfau in die 4. Sächsische Landesausstellung ist ein wichtiges Signal und eine große Chance. In Zukunft soll unsere Tuchfabrik als einzigartiger Original-Schauplatz für einen Textilbetrieb des 20. Jahrhunderts wahrgenommen werden.“

Dr. Oliver Brehm, Geschäftsführer des Zweckverbandes Sächsisches Industriemuseum, sagte: „Die Tuchfabrik Gebr. Pfau gehört seit 1998 zum Zweckverband Sächsisches Industriemuseum. Wir freuen uns, dass Crimmitschau ein Teil der Landesausstellung wird und danken dem Freistaat für die Förderung. Die denkmalgeschützte Fabrikanlage mit ihren vorführfähigen Textilmaschinen wird in der Tuchfabrik die Hauptattraktion für die Besucher darstellen. Die Stadt und das Museum erhalten neue Impulse, die den Standort nachhaltig weiterentwickeln werden.“

Die Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Hintergrund Tuchfabrik Gebrüder Pfau:
Crimmitschau entwickelte sich seit dem 18. Jahrhundert zu einer blühenden Stadt der Textilwirtschaft mit starkem Unternehmertum und selbstbewusster Arbeiterschaft, überregional und international für seine Produkte, Textilien wie Textilmaschinen, bekannt.

Crimmitschau trug den Beinamen „Stadt der 100 Schornsteine“.
Die Tuchfabrik Gebrüder Pfau, aktives Unternehmen von 1885 bis 1990, steht an einem historischen Mühlenstandort am Sahnbach am Rande der Crimmitschauer Innenstadt. Die 16.000 Quadratmeter große Liegenschaft beherbergt eine weitgehend erhaltene Architektur samt darin befindlicher, vielfach funktionsfähiger Maschinerie nebst Zubehör von den 1880er bis in die 1970er Jahre. Dieses seit 1990 denkmalgeschätzte Ensemble bildet die gesamte Tuchherstellung von der Faser bis zum Stoffballen ab. Die internationale Organisation für Industriedenkmalpflege (TICCIH) hat die Tuchfabrik auf ihre Liste international bedeutender Textilfabrikdenkmale in der Kategorie „Zeitkapsel“ aufgenommen - von 16 Orten weltweit, nur drei davon in Deutschland.

Der Standort gehört seit dessen Gründung 1999 zum Zweckverband Sächsisches Industriemuseum, derzeit als „technisches Denkmal mit musealem Betrieb“. Besucher können im geführten Rundgang die wichtigsten Produktionsstufen der Tuchherstellung erleben.
Neben den Rundgängen stehen derzeit jährlich Sonderausstellungen und museumspädagogische Angebote auf dem Programm.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Pressesprecher Falk Lange

Telefon: +49 351 564 60200

E-Mail: falk.lange@smwk.sachsen.de

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