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13.10.2017, 11:09 Uhr

Sächsische Grundschüler im Ländervergleich erneut in der Spitzengruppe

Entgegen dem Deutschlandtrend bleibt Bildungsniveau sächsischer Schüler stabil

Sachsens Grundschüler gehören zu den besten in Deutschland, wenn es um die Leistungen im Unterrichtsfach Deutsch und Mathematik geht. Das geht aus einem bundesweiten Ländervergleich hervor, den das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) 2016 durchgeführt hatte. Der Studie zufolge liegen Sachsens Viertklässler in den Kompetenzbereichen Mathematik und Lesen hinter Bayern auf dem 2. Rang. Im Bereich Zuhören liegt Sachsen dieses Mal mit Rang 3 auch in der Spitzengruppe. Das war bisher nicht der Fall. Recht ordentlich schnitten Sachsens Grundschüler auch im Bereich Rechtschreibung ab und erreichten Rang 5. Die Orthografie wurde 2015 unter der damaligen KMK-Präsidentin, Brunhild Kurth, erstmalig in das Testprogramm aufgenommen.

Kultusstaatssekretär Dr. Frank Pfeil würdigte das gute Abschneiden von Sachsen als einen Verdienst der Grundschullehrer. „Sachsen gehört zu den wenigen Ländern, in denen die durchschnittlich erreichten Kompetenzen zwischen 2011 und 2016 in den untersuchten Bereichen weitgehend stabil geblieben sind. Das ist angesichts der sehr angespannten Lehrersituation in den Schulen und der zunehmend heterogenen Schülerschaft ein großer Verdienst und Erfolg der Lehrerinnen und Lehrer in unseren Grundschulen“, so der Staatssekretär. Gleichzeitig mahnte der Staatssekretär, sich auf den Lorbeeren nicht ausruhen zu dürfen. „Wir werden die Studie sehr sorgfältig auswerten, um daraus Schlussfolgerungen zur Absicherung einer hohen Unterrichtsqualität abzuleiten“, so Pfeil.

Ein erfreuliches Ergebnis aus dem Ländervergleich ist auch, dass in Sachsen der Anteil von leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern geringer ausfällt. Der Anteil der Kinder, die zum Beispiel im Kompetenzbereich Lesen den Mindeststandard verfehlten, ist in keinem Land niedriger als in Sachsen. In Sachsen gibt es vergleichsweise auch mehr leistungsstarke Schülerinnen und Schüler. So erreichen im Ländervergleich größere Schüleranteile in Mathematik, Deutsch Zuhören und Lesen Kompetenzniveaus über den Regelstandards (Optimalstandards).

Bemerkenswert ist auch, dass in Sachsen zum Zeitpunkt der Studie der Anteil der Grundschullehrkräfte, die fachfremd unterrichten, deutschlandweit mit am geringsten ist. Während in Sachsen drei Prozent der Lehrerinnen und Lehrer das Fach Deutsch fachfremd unterrichten, sind es in Deutschland durchschnittlich 19 Prozent. Im Unterrichtsfach Mathematik ist die Diskrepanz sogar noch größer. Deutschlandweit unterrichten 31 Prozent der Lehrkräfte in Grundschulen fachfremd Mathematik, in Sachsen sind es lediglich neun Prozent. „Das heißt aber auch, dass wir weiter alle Anstrengungen unternehmen müssen, um ausreichend Grundschullehrer auszubilden und für den Einsatz im sächsischen Schuldienst zu gewinnen“, so Kultusstaatssekretär Frank Pfeil.

Wer nahm an der Studie teil und wann fand sie statt?
An dem Bundesländer-Grundschulleistungsvergleich nahmen aus Sachsen 86 per Zufallsverfahren ausgewählte öffentliche Schulen sowie drei freie Schulen teil. Der Zeitraum der Datenerhebung erstreckte sich von Mitte Mai bis Mitte Juli 2016, unterschied sich jedoch leicht zwischen den einzelnen Ländern.

Welche Fächer und Kompetenzbereiche wurden getestet?
Es wurden Kompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathematik getestet. Im Einzelnen wurden im Fach Deutsch Testaufgaben zu den drei in den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) definierten Kompetenzbereichen „Lesen – mit Texten und Medien umgehen“, „Sprechen und Zuhören“ sowie „Schreiben“ eingesetzt. Überprüft wurde jedoch nicht die ganze Breite dieser Kompetenzbereiche, vielmehr beschränkte sich die Erhebung auf die Teilbereiche „Lesen“, „Zuhören“ und „Orthografie“. In Mathematik wurden alle fünf in den Bildungsstandards beschriebenen Kompetenzbereiche untersucht. Dabei handelte es sich um „Zahlen und Operationen“, „Raum und Form“, „Muster und Strukturen“, „Größen und Messen“ sowie „Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit“.

Warum wird getestet?
Die Kultusministerkonferenz führt regelmäßig Ländervergleiche in der Primarstufe für die Fächer Deutsch und Mathematik (alle fünf Jahre) und in der Sekundarstufe I für die Fächer Deutsch/Englisch (alle drei Jahre) oder Französisch und Mathematik/Naturwissenschaften (jeweils alternierend) durch. Ziel der Ländervergleichsstudien ist es festzustellen, inwieweit Schülerinnen und Schüler in Deutschland die für alle Länder verbindlichen Bildungsstandards erreicht haben und in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht. Rückschlüsse auf das Abschneiden einzelner Schulen, Klassen oder Schülerinnen und Schüler sind aber anhand der veröffentlichten Ergebnisse nicht möglich.

Den Bericht, eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie weitere Informationen zum IQB-Bildungstrend 2016 gibt es unter https://www.iqb.hu-berlin.de/bt/BT2016/Bericht .

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