Ausstellung „PARADIGMA Blickwechsel_Neue Arbeitswelten“ 2017 im Leipziger Tapetenwerk eröffnet

13.10.2017, 16:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Simple Lösungen sind keine Antwort auf den Verlust vertrauter Strukturen“

Im Leipziger Tapetenwerk ist heute die Ausstellung „PARADIGMA Blickwechsel“ 2017 eröffnet worden, in der Werke aus Leipziger und internationaler Perspektive zum Thema „Neue Arbeitswelten“ gezeigt werden. Damit geht das bundes- und landesgeförderte Projekt „Niedrigschwellige Instandsetzung brachliegender Industrieanlagen für die Kreativwirtschaft“ mit seinen Teilen Ausstellung, Kunstpreis, Workshop bereits in seine dritte Runde. Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Das Arbeitsleben heute kennt kaum noch eine durchgehende Erwerbsbiografie oder einen langfristig gleichbleibenden Arbeitsplatz oder Arbeitgeber. Flexible Arbeitszeiten, das Verschwimmen von Arbeit und Freizeit, Verantwortung des Einzelnen, Dienstleistungsdenken, Unternehmergeist und zunehmende, auch internationale Konkurrenz sind heute in der Arbeitswelt bestimmend. Das bringt große Chancen für den Einzelnen, birgt aber auch Risiken.“
Der Verlust des Gewohnten und Bekannten und der Blick in die Zukunft sei für viele Menschen mit Angst verbunden, da sie glaubten, die Prozesse nicht beeinflussen zu können oder sie es tatsächlich nicht können. Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Damit zusammen hängen auch die politischen Fragen, um deren Lösung Deutschland derzeit ringt. Vertraute Strukturen schmelzen auch hier. Klar ist: Simple Lösungen verbunden mit starken Sprüchen, die eine Schwarz-Weiß-Einteilung in Gut und Böse anstreben, fallen hinter alles zurück, was Humanismus und Aufklärung uns gelehrt haben und helfen nicht weiter. Wir müssen sie mit Argumenten und einer klaren demokratischen Haltung auseinandernehmen, Alternativen schaffen und wo erforderlich zurückweisen.“
Die Ministerin würdigte zudem die Nutzung des Leipziger Tapetenwerks für die Arbeit von Kreativen. „Das Tapetenwerk Leipzig als historischer Industriebau, der heute eine andere, zeitgemäße Nutzung gefunden hat, steht als lebendiges Beispiel für sächsische Industriekultur. Steingewordene Arbeitswelten vorheriger Generationen werden aufgehoben, gleichzeitig aber bewahrt und neu mit Leben gefüllt. Hier zeigt sich Nachhaltigkeit über eine schonende Ressourcennutzung hinaus.“

Die Gruppenausstellung Fotografie und Medienkunst „PARADIGMA Blickwechsel_Neue Arbeitswelten“ ist bis zum 11. November 2017 im Leipziger Tapetenwerk zu sehen. Initiatorinnen und Kuratorinnen sind: Jana Reichenbach-Behnisch, Peggy Liebscher, Elke Pietsch, Maria Ondrej und Anna-Louise Rolland.

Weitere Informationen unter: www.rbarchitekten-le.de

www.tapetenwerk.de

www.kreative-produktionsstädte.de


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Pressesprecher Falk Lange
Telefon: +49 351 564 60200
E-Mail: falk.lange@smwk.sachsen.de
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