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04.05.2017, 16:45 Uhr

„Auf der hohen Kante – 20 Pfund Silbermünzen aus der Sächsischen Schweiz“ - Ausstellungseröffnung

Am heutigen Donnerstag, dem 4. Mai 2017, eröffnete Staatsminister Prof. Dr. Georg Unland im Lichthof des Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen die Ausstellung „Auf der hohen Kante – 20 Pfund Silbermünzen aus der Sächsischen Schweiz“ des Landesamtes für Archäologie.

Bis zum 13. Juni wird hier erstmalig der spektakuläre Münzschatz, den Bergsteiger im April letzten Jahres zufällig beim Klettern in der Sächsischen Schweiz entdeckten, der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit exakt 2275 Silber- und zwei Goldmünzen, die zwischen 1626 und 1819 geprägt worden sind, handelt es sich um einen der größten Münzschatzfunde Sachsens.

Die Schirmherrschaft über die Ausstellung hat der Sächsische Staatsminister der Finanzen, Prof. Dr. Georg Unland, übernommen: „ Ich habe gerne zugesagt, als die Sächsische Landesarchäologin Frau Dr. Smolnik den Vorschlag machte, diesen außerordentlichen Fund im Lichthof des Staatministeriums der Finanzen erstmals der Öffentlichkeit zu präsentieren.“ Er ergänzte mit einem Augenzwinkern: „Schließlich kommt es nicht allzu häufig vor, dass jemand dem Finanzministerium aus freien Stücken einen Schatz anvertraut, wenn auch wie hier zeitlich begrenzt im Rahmen einer Ausstellung.“

Die Landesarchäologin Dr. Regina Smolnik lobt die ehrlichen Finder: “Ohne das vorbildliche Verhalten, den gemachten Fund unmittelbar zu melden und sich daran nicht illegal zu bereichern, könnten wir Ihnen heute nicht einen der größten Münzfunde Sachsens präsentieren“.
Die Bergung der Münzen fand schrittweise in mehrfach durchgeführten Nachuntersuchungen statt. Um keine Begehrlichkeiten bei illegalen Schatzsuchern zu wecken und die geschützte Natur im Nationalpark Sächsische Schweiz nicht zu gefährden, wurde Stillschweigen über den genauen Fundort vereinbart. Die Finder möchten anonym bleiben. Nach einer letzten Nachuntersuchung im Herbst vergangenen Jahres ist man sich jetzt sicher, die Fundstelle komplett beräumt zu haben.

Die wissenschaftliche Bestimmung der Münzen erfolgte im Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Oberkonservator Dr. Wilhelm Hollstein merkt dazu an: “Jede der aufgefundenen Münzen war damals ein gängiges Zahlungsmittel, aber die angetroffene Masse sowie die außergewöhnliche Deponierung machen den besonderen Wert des Fundes aus“. Den zeitgenössischen Wert der Münzen konnte der Münzwissenschaftler auch errechnen. „Wir haben es hier schon mit einem kleinen Vermögen zu tun: ein Zimmermann musste dafür 3 Jahre arbeiten. Man hätte dafür aber auch ein stattliches Haus mit einer Menge Land bekommen.“

Die Ausstellung mit Szenerien der Sächsischen Schweiz, die zeitgenössischer Druckgrafik vom Anfang des 19. Jahrhunderts entnommen wurden, kann bis zum 13. Juni zu den Öffnungszeiten des Ministeriums (Montag – Freitag, 9:00-18:00 Uhr) besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Hintergrund:

Im Frühjahr 2016 waren Bergsteiger zufällig beim Klettern in der Sächsischen Schweiz auf zahlreiche Münzen gestoßen. Sie reagierten geistesgegenwärtig und richtig, indem sie umgehend die Polizei informierten, die wiederum die Lage erkannte und das Landesamt für Archäologie Sachsen hinzuzog. Die schwierigen Geländebedingungen und eine durch Erosion bedingte starke Verlagerung der Münzen erforderten nicht nur klettererfahrene Ausgräber, sondern machten auch mehrere Nachuntersuchungen nötig. Zudem wurden alle Maßnahmen diskret durchgeführt, damit Funde, Fundstelle und Natur nicht leiden oder Unbefugte verleitet werden, auf eigene Faust zu suchen.

Mittlerweile konnten alle Münzen durch das Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bestimmt werden. Die insgesamt 2277 Münzen stammen aus einem fast 200 Jahre umfassenden Zeitraum. Das älteste Stück ist ein sächsischer Groschen aus dem Jahr 1626. Bei den beiden jüngsten Münzen handelt es sich um Doppelgroschen aus dem Jahr 1819.

Die Ausstellung zeigt als Erstpräsentation nicht alle Fundstücke, gibt aber einen sehr guten Überblick über die Zusammensetzung der knapp 20 Pfund Silbermünzen. Geordnet nach den sogenannten „Münzständen“ also den Ländern oder freien Städten, die Münzen prägen durften, werden 219 Stücke genauer vorgestellt. Darunter sind auch die beiden einzigen Goldmünzen: ein Friedrichsdor aus dem Jahr 1770 sowie ein Dukat des römisch-deutschen Kaisers Franz II. von 1776. Eine weitere große Vitrine deutet mit 576 weiteren Münzen die Größe des Fundes an.

Allgemeinverständliche Texte führen in das komplexe Thema der Münzkunde ein, beschreiben die damalige Kaufkraft des kleinen Vermögens und spekulieren über die Gründe, warum man die Barschaft an so einem geheimen Ort auf die „hohe Kante“ legte.

Münzschatzfunde aus politisch unruhigen Zeiten sind in Sachsen nicht außergewöhnlich. Der Fund aus der Sächsischen Schweiz reiht sich ein in eine lange Liste von weiteren Münzverstecken des ausgehenden 18. Jahrhunderts, die angelegt, aber nicht mehr geborgen wurden.

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