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Bessere Diagnose und Therapie – bessere Chancen gegen Krebs

03.02.2017, 10:07 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

4. 2. Weltkrebstag 2017 – Aktuelle Daten zu Krebs in Sachsen

Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar informiert das Gemeinsame Krebsregister über aktuelle Daten zu Krebs in Sachsen. Ende 2014 lebten in Sachsen ungefähr 70.300 Männer und 64.000 Frauen, bei denen in den vergangenen zehn Jahren Krebs diagnostiziert wurde. Das entspricht ungefähr 3,5 Prozent der männlichen und 3,1 Prozent der weiblichen Bevölkerung. Ende 2004 waren es lediglich 49.200 Männer (2,3 Prozent) und 55.900 Frauen (2,5 Prozent). Nicht berücksichtigt in diesen Zahlen sind Menschen mit nicht-melanotischem („weißem“) Hautkrebs. Rechnet man diese dazu, lebten 2014 in Sachsen 185.400 Menschen und 2004 125.400 Menschen mit einer in den letzten 10 Jahren diagnostizierten Krebserkrankung.

„Eine erfreuliche Entwicklung ist, dass verbesserte Therapie- und Diagnosemöglichkeiten zu immer höheren Überlebensraten führen. Etwa 60 Prozent der männlichen und 65 Prozent der weiblichen Patienten überleben ihre Krebserkrankung mindestens fünf Jahre. Ende der 1980er Jahre waren es lediglich 27 Prozent der Männer und 41 Prozent der Frauen“, erklärt die sächsische Gesundheitsministerin Barbara Klepsch.

Mehr als drei Viertel aller Krebserkrankungen betreffen Menschen im Alter von 60 Jahren und darüber. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 71 Jahren. Da Krebs hauptsächlich im höheren Lebensalter auftritt, ist der Anstieg vor allem Folge der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft. Durch den demografischen Wandel nimmt die Zahl der Neuerkrankungen von Jahr zu Jahr zu.

Bei einigen Krebserkrankungen steigt die Neuerkrankungsrate aber auch unabhängig von der sich ändernden Altersstruktur. Bei Frauen zeigen zwei der drei häufigsten Krebserkrankungen einen steigenden Trend. Die Rate bei Brustkrebs stieg in den letzten 10 Diagnosejahren um durchschnittlich 2,7 Prozent pro Jahr mit schwankenden Werten auf Grund der Früherkennungsmaßnahmen. Bei Lungenkrebs stieg die Rate ebenfalls um 2,7 Prozent pro Jahr. Zusammen machen diese zwei Lokalisationen 33 Prozent der jährlichen Neuerkrankungen bei Frauen aus.

Das 2007 in Sachsen eingeführte Mammographie-Screening- Programm ermöglicht die Erkennung von Krebsvorstufen und trägt so zu einem Rückgang fortgeschrittener Brustkrebserkrankungen bei. Die Effekte in Sachsen lassen sich an den bevölkerungsbezogenen Daten des epidemiologischen Krebsregisters deutlich erkennen. In der Zielbevölkerungsgruppe (alle Frauen im Alter von 50 bis 69) sinkt die Zahl der Erkrankten im Stadium T2, gleichzeitig bleibt die Zahl der Erkrankten im Stadium T1 auf hohem Niveau. Das Mammographie-Screening-Programm führt im Ergebnis dazu, dass mehr Tumore in einem früheren Stadium gefunden werden, in dem sie noch nicht tastbar sind. Diese deutlichen Effekte sind für Sachsen vor allem eingetreten, weil die Teilnahmerate im Betrachtungszeitraum gut war. Die Teilnahmequote betrug bundesweit rund 54%. In Sachsen konnte eine Teilnahmequote in 2014 von über 60% verzeichnet werden.

Daten zu den häufigsten Krebserkrankungen in Sachsen finden sich unter www.krebsregister.berlin.de

Weitere Informationen zum Mammographie-Screening- Programm finden sich unter www.mammo-programm.de


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz

Pressesprecher Jörg Förster

Telefon: +49 351 564 55050

Telefax: +49 351 564 55060

E-Mail: presse@sms.sachsen.de

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