Hauptinhalt

Kurt Drawert erhält Lessing-Preis des Freistaates Sachsen 2017

10.10.2016, 10:40 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Förderpreise gehen an Thomas Freyer und Anna Kaleri

Der Dichter, Dramatiker, Erzähler und Essayist Kurt Drawert erhält den mit 13.000 Euro dotierten Lessing-Preis des Freistaates Sachsen 2017. Die beiden mit je 5.500 Euro dotierten Förderpreise gehen an Thomas Freyer und Anna Kaleri. Mit dem Lessing-Preis zeichnet der Freistaat Sachsen Persönlichkeiten aus, deren Werk in der von Lessing geprägten geistigen Tradition steht und die für die deutschsprachige Literatur oder das deutschsprachige Theater Herausragendes geleistet haben. Die Preisträger wählte ein Kuratorium von Fachleuten unter Vorsitz von Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange aus.

In seinen Texten und Büchern hinterfragt der Autor Kurt Drawert hartnäckig vermeintliche Gewissheiten, sortiert misstrauisch Wahrheit und Lüge und bedenkt den „gesellschaftlichen Schnittmusterbogen“. Wenn es um Sprache geht, sei Drawert kompromisslos; er mahne vor einer Sprache der Besitzergreifung, vor falschen Metaphern, die falsche Gedanken erzeugen, und vor der intellektuellen Bequemlichkeit, Etiketten bereits für die Botschaft zu halten. Er frage in aufklärerischer Haltung nach der Zerstörbarkeit des Individuums und nach der möglichen Rettung des Schönen - unnachgiebig und mit großer poetischer Kraft, heißt es in der Begründung der Jury.

Kurt Drawert wurde 1956 in Hennigsdorf geboren und wuchs in der Nähe von Berlin sowie ab 1967 in Dresden auf. Er absolvierte eine Ausbildung zum Facharbeiter für Elektronik und holte später auf einer Abendschule das Abitur nach. Von 1982 bis 1985 studierte er am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig. Seit 1986 ist er als freier Schriftsteller tätig. Seit 1996 lebt er als freier Autor in Darmstadt, wo er seit 2004 das Zentrum für junge Literatur leitet. Kurt Drawert ist Mitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig. 2014 wählte ihn die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zum Mitglied. Vor allem für seine Lyrik wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet.

Neben dem Hauptpreis werden auch zwei Förderpreise zum Lessing-Preis verliehen, mit denen vielversprechende Anfänge auf diesen Gebieten öffentlich anerkannt werden sollen. Die Preise werden am 21. Januar 2017 in Kamenz im Rahmen der 51. Lessingtage an die drei Preisträger feierlich übergeben.

Mit dem Dramatiker Thomas Freyer erhält ein stiller, aber hochengagierter Autor den Förderpreis. Freyer trifft in seinen Theaterstücken einen ungewöhnlichen Ton zwischen Zartheit und Dezidiertheit, so die Jury. Er wurde 1981 in Gera geboren, nahm nach dem Abitur zunächst am Paul-Maar-Seminar für Kinder- und -Jugendtheaterdramatik in Wolfenbüttel teil und studierte von 2002 bis 2006 Szenisches Schreiben an der ¬Universität der Künste in Berlin. Viele seiner Stücke sind inzwischen an den Theatern in Deutschland aufgeführt. Für die Bürgerbühne des Staatsschauspiels Dresden schrieb er den Text zum Theaterprojekt „DYNAAAMO!“.

Die Schriftstellerin, Hörspielautorin und Journalistin Anna Kaleri wurde 1974 im Ostharz geboren. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig Literatur und arbeitet seit 2002 als freie Autorin und Journalistin. Sie leitete die Prosawerkstatt Leipzig und veröffentlichte in Zeitschriften und Anthologien. Bekannt wurde sie auch als eine engagierte Kämpferin für Demokratie, Gerechtigkeit und Bildung. 2016 hat sie mit anderen, angesichts der alarmierenden politischen Anti-Geistes-Kampagnen wie etwa Pegida – für Sachsen eine starke Gegeninitiative ins Leben gerufen: „LITERATUR STATT BRANDSÄTZE“.

Der Lessing-Preis des Freistaates Sachsen wird seit 1993 alle zwei Jahre, in der Regel am 21. Januar, dem Vorabend des Gerburstages Gotthold Ephraim Lessings, in Kamenz verliehen.

Bisherige Lessing-Preisträger:

  • 2015 Carolin Emcke; Förderpreise: Julius Fischer und Wolfram Höll
  • 2013 Volker Lösch; Förderpreise: Franziska Gerstenberg und Judith Schalansky
  • 2011 Monika Maron; Förderpreise: Renatus Deckert und Andreas Heidtmann
  • 2009 Kito Lorenc; Förderpreise: Ulrike Almut Sandig und Dirk Laucke
  • 2007 Ruth Klüger; Förderpreise: Volker Sielaff und Clemens Meyer
  • 2005 Armin Petras; Förderpreise: Martina Hefter und Jörg Bernig
  • 2003 Hans Joachim Schädlich; Förderpreise: Anke Stelling zusammen mit Robby Dannenberg und Christian Lehnert
  • 2001 Adolf Dresen; Förderpreise: Barbara Köhler und Oliver Bukowski
  • 1999 Eduard Goldstücker; Förderpreise: Marion Titze und Marcel Beyer
  • 1997 Wolfgang Hilbig; Förderpreise: Kerstin Hensel und Ulrich Zieger
  • 1995 Rolf Hoppe; Förderpreis: Angela Krauß
  • 1993 Hans Sahl; Förderpreis: Lutz Graf

Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Pressesprecher Andreas Friedrich

Telefon: +49 351 564 60200

Telefax: +49 351 564 60299

E-Mail: andreas.friedrich@smwk.sachsen.de

zurück zum Seitenanfang