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21.09.2016, 15:30 Uhr

Dr. Eva-Maria Stange: „Vereinbarkeit von Familie und akademischer Laufbahn darf nicht dem Zufall überlassen bleiben“

Wissenschaftsministerin fordert weitere Gleichstellungsbemühungen für Mitarbeiterinnen und Professorinnen sächsischer Hochschulen

„Auch an den Hochschulen muss es unser Ziel sein, eine für Frauen positiv strukturierte Arbeitswelt zu schaffen, ohne dass Frauen wie Männer agieren oder ihre Lebensentwürfe denen von Männern anpassen müssen“, mahnte Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange heute bei einem Erfahrungsaustausch mit Nachwuchswissenschaftlerinnen in Leipzig und der Verabschiedung der ersten Absolventinnen des t.e.a.m.-Förderprogramms der Universität Leipzig. Die Ministerin verabschiedete heute mit Rektorin Prof. Beate Schücking den ersten Jahrgang dieses Programms und begrüßte zugleich die neuen Teilnehmerinnen. Mit t.e.a.m. (Training, Expertise, Alumnae, Mentoring) unterstützt die Universität Leipzig unter der Leitung ihres Gleichstellungsbeauftragten seit Mai 2015 die Laufbahn von Nachwuchswissenschaftlerinnen aller Disziplinen. Das Kernstück des Programms besteht im individuellen Mentorat zwischen einem Professor oder einer Professorin und einer Nachwuchswissenschaftlerin. Im Mittelpunkt der Betreuung stehen aber nicht Fachinhalte, sondern die Rahmenbedingungen der Arbeit in der Wissenschaft und auf dem Weg zur Professur. Die Universität konnte mit ihrem Gleichstellungskonzept erfolgreich am Professorinnen-Programm II des Bundes und der Länder teilnehmen. Im Zeitraum von 2014 bis 2019 erhält die Universität Mittel für zwei Regelprofessuren in den Fächern ‚Stoffwechselbiochemie‘ und ‚Grundschuldidaktik‘. Mit den Geldern werden unter anderem ein Familienservice etabliert, Stipendien für Nachwuchswissenschaftlerinnen ausgelobt, Veranstaltungsreihen zum Thema Gender organisiert und zur Unterstützung der Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten ein Entlastungsfonds für Professorinnen und dezentrale Gleichstellungsbeauftragte eingerichtet.

„Das größte Hindernis, der Zugang von Frauen zu Bildung überhaupt, ist längst überwunden und dennoch zeigt sich, dass der Zugang zur Bildung eine notwendige, aber nicht die alleinige Voraussetzung für die aktive Teilhabe von Frauen an Wissenschaft und Forschung ist. Die Schere öffnet sich immer weiter, wenn man die akademische Hierarchie Stufe für Stufe betrachtet, also die Anteile von Frauen bei den wissenschaftlichen Mitarbeitern, den Habilitationen, den Professuren und schließlich den höchsten Hochschul- und Wissenschaftsämtern. Gemeinsam müssen wir daran arbeiten, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Berufung in Ämter und Positionen, aber auch die Würdigung akademischer Leistungen nicht geschlechtsabhängig ist oder bleibt. T.e.a.m. trägt einen nicht unerheblichen Teil dazu bei, Frauen auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen“, erklärte Ministerin Stange. Die Politik könne die Hochschulen auf diesem Wege unterstützen. Letztlich sei aber ein weiterer Kulturwandel nötig, der bei jedem und jeder Einzelnen anfange und sich durch alle Gesellschaftsschichten und –hierarchien ziehen müsse. Zur Forderung nach einer Frauenquote sagte Ministerin Stange: „Die Förderung von Frauen und die Aufnahme von flexiblen Quoten für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Professorinnen in die Zielvereinbarungen ist erforderlich und vorgesehen. Eine dogmatische Frauenquote halte ich aber für schwierig, da so der Eindruck entstehen kann, die Frauen hätten sich nicht über ihre Leistung, sondern nur über ihr Geschlecht für die Position qualifiziert. In Gremien sollte allerdings verstärkt auf ein ausgewogenes Verhältnis geachtet werden.“

Das Wissenschaftsministerium wirke über die Hochschulentwicklungsplanung und die Zielvereinbarungen auf die Hochschulen ein, die Situation auch für Wissenschaftlerinnen zu verbessern. „Wir haben dazu mit den Hochschulen und dem Hauptpersonalrat unter anderem den ,Rahmenkodex über den Umgang mit befristeter Beschäftigung und die Förderung von Karriereperspektiven an den Hochschulen im Freistaat Sachsen‘ abgeschlossen. Ab 2017 ist die Vergabe von sechs Millionen Euro pro Jahr daran gekoppelt, dass dieser Kodex verbindlich umgesetzt wird“, erklärte die Ministerin.

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