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18.08.2016, 10:53 Uhr

Bildungsstudie: Sachsen belegt erneut Platz 1

Sachsen bleibt Sieger im Vergleich der Bildungssysteme der deutschen Bundesländer. Damit nimmt der Freistaat zum elften Mal in Folge den Spitzenplatz ein. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2016 hervor. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von zwölf Handlungsfeldern und 93 Indikatoren die Bildungssysteme der Bundesländer.

Kultusministerin Brunhild Kurth zeigte sich zufrieden über den Spitzenplatz, warnte jedoch angesichts der Diskussion über ein neues Schulgesetz vor politischem Reformeifer. „Der Erfolg des sächsischen Schulsystems ist nicht selbstverständlich. Sachsens Lehrerinnen und Lehrer werden durch die zunehmende Heterogenität der Schüler, steigende Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund, die Inklusion von Schülern mit Behinderung immer stärker herausgefordert. Hinzu kommt ein tiefgreifender Generationswechsel in den Lehrerzimmern. Wer bei diesen enormen Herausforderungen den Schulen eine neue Struktur überstülpen will, handelt nicht nur bildungsfachlich unklug, sondern gefährdet die Leistungsfähigkeit des sächsischen Bildungssystems. Schulen brauchen in dieser Situation Unterstützung und kein strukturelles Chaos“, so Kultusministerin Brunhild Kurth.

Sachsen schneidet in den meisten der zwölf untersuchten Handlungsfeldern gut ab. Besondere Stärken weist Sachsen bei der Förderinfrastruktur (Platz 1), der Schulqualität (Platz 1) und der Vermeidung von Bildungsarmut (Platz 2) auf. Defizite gibt es für Sachsen bei der vergleichbar hohen Zahl von Schülern ohne Hauptschulabschluss. Unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist die Zahl gestiegen. Kritisiert wird auch die unausgewogene Altersstruktur der Lehrer. Sie wies deutschlandweit die vierthöchste Heterogenität auf.

Ausgewählte Ergebnisse im Einzelnen

Förderinfrastruktur (1. Platz): Um eine bessere soziale Teilhabe am Bildungssystem zu erreichen, bedarf es einer hochwertigen Infrastruktur zur individuellen Förderung der Kinder. Sachsen weist dabei hohe Ganztagsquoten in den Kindertageseinrichtungen und Grundschulen auf. So besuchten in Sachsen 85,6 Prozent der Grundschüler im Jahr 2014 eine offene oder gebundene Ganztagsschule (Bundesdurchschnitt: 32,9 Prozent). Dies ist die zweithöchste Quote aller Bundesländer. Deutlich überdurchschnittlich fiel mit 72,8 Prozent auch der Anteil der Schüler an Ganztagsschulen im Sekundarbereich I aus (Bundesdurchschnitt: 39,6 Prozent). Darüber hinaus wurden im Jahr 2015 von den Drei- bis Sechsjährigen 81,0 Prozent der Kinder in Sachsen ganztägig betreut (Durchschnitt: 43,7 Prozent). Im Jahr 2015 hatten darüber hinaus 10,0 Prozent des Personals in Kindertageseinrichtungen einen Hochschulabschluss (viertbester Wert; Bundesdurchschnitt: 6,8 Prozent).

Bildungsarmut (2. Platz): Infolge der sehr guten Förderinfrastruktur ist der Einfluss der sozialen Herkunft der Kinder auf deren Bildungsergebnisse sehr gering. Im Ländervergleich entscheidet die soziale Herkunft der Schüler im Freistaat am wenigsten über den Bildungserfolg. So wurde beim Mathematiktest der KMK im Jahr 2012 die niedrigste Risikogruppe aller Bundesländer erreicht. Die niedrigsten Risikogruppen wies Sachsen außerdem bei der Lernstandserhebung der Viertklässler aus dem Jahr 2011 auf. Verbesserungspotenzial besteht jedoch noch bei der hohen Zahl von Schülern ohne Hauptschulabschluss. Laut der Bildungsstudie betrug diese im Jahr 2014 in Sachsen 8,4 Prozent, während sie im Bundesdurchschnitt 5,5 Prozent betrug. Beim Anteil der erfolgreichen Absolventen an den Abgängern aus dem Berufsvorbereitungsjahr steht Sachsen wiederum an der Spitze aller Bundesländer.

Schulqualität (Platz1): Aufgrund der sehr guten Ergebnisse bei Schulleistungstests in Lesen, Hören, Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften erreicht Sachsen im untersuchten Handlungsfeld Schulqualität den ersten Platz gefolgt von Bayern und Sachsen-Anhalt. „Bildungserfolg ist letztendlich auch dem hohen Engagement der Lehrerinnen und Lehrer zu verdanken, die die Schüler individuell fördern und fordern“, so Kultusministerin Brunhild Kurth.

Weitere Ergebnisse auf der Website www.insm-bildungsmonitor.de

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