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21.12.2015, 10:00 Uhr

Über 7 Millionen Euro für Sanierung von Schloss Sachsenburg

Ulbig: „Kulturhistorisches Wahrzeichen Sachsens vor Verfall gerettet“

Innenminister Markus Ulbig hat heute der Stadt Frankenberg einen Fördermittelbescheid in Höhe von über 7,1 Millionen Euro übergeben. Die Mittel sollen für die Sanierung von Schloss Sachsenburg eingesetzt werden.

Innenminister Markus Ulbig: „Sachsenburg gilt als eines der bedeutendsten kulturhistorischen und baulichen Schlossensembles im Freistaat Sachsen. Das Gebäude ist ein prägendes Beispiel eines vollständig erhaltenen Wohnschlosses. Deshalb müssen wir es vor dem drohenden Verfall retten. Nach der Sanierung kann Schloss Sachsenburg weiter als Wahrzeichen Sachsens erstrahlen.“

Schloss Sachsenburg ist aus baulichen Gründen derzeit für Besucher nicht zugänglich. Das Gebäude bedarf dringend einer Sicherung und Sanierung. Anschließend soll es als Museum sowie als Bildungs- und Kongresszentrum mit Gastronomie und Hotellerie genutzt werden. Darin sollen die vier in der Region ansässigen Hochschulen und Universitäten eingebunden werden.

Das Schloss erhält als sogenanntes „ortsbildprägendes Gebäude“ eine besondere Förderung im Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ (SDP). Sachsen bekommt daraus eine Sonderzuteilung des Bundes aus Rückgaben anderer Bundesländer 2015 in Höhe von 4,75 Millionen Euro. Der Freistaat Sachsen ergänzt die Mittel um 2,375 Millionen Euro.

Hintergrundinformationen:

Sachsenburg wurde 1197 erstmals urkundlich erwähnt und im frühen 13. Jahrhundert als Burganlage errichtet. Ab 1232 gehörte die Herrschaft den Wettinern. Im 14. Jahrhundert diente die Anlage dem Schutz des Bergbaus. 1368 wechselte die Herrschaft in den Besitz der Herren von Schönberg. Der bedeutende sächsische Baumeister der Spätgotik, Hans Reynhart, baute die Anlage 1480 zum Schloss um. Die Sachsenburg zeichnet sich neben der Albrechtsburg in Meißen durch ein vollständig erhaltenes Wohnschloss aus.
Vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis 1864 war die Burg Verwaltungssitz des kurfürstlich-sächsischen Amtes Sachsenburg mit Frankenberg. Während des Dreißigjährigen Krieges kam es zur Zerstörung der Vorburgen und zu Plünderungen. Es folgten Nutzungen als Mädchengefängnis und Schutzhaft- sowie Kriegsgefangenenlager, als Volksschulheim und bakteriologisches Institut. Daran schlossen sich Nutzungen als Wohnort für Umsiedler, als Jugendwerkhof, Kinderferienlager und Schulungsheim an.
Die Stadt Frankenberg erwarb das Schloss aus Restaurationsansprüchen 1993. Gemeinsam mit einem 2001 gegründeten Kuratorium Schloss Sachsenburg e. V. setzt sich die Stadt für die Sicherung, den Erhalt und eine nachhaltige Nutzung als Sehenswürdigkeit und Kulturzentrum ein.

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