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10.12.2015, 12:18 Uhr

Arbeit plus Behinderung - das geht zusammen

Chefkonferenz der Allianz Arbeit + Behinderung zieht Bilanz und legt künftige Arbeitsschwerpunkte fest

Fünf Jahre nach ihrer Gründung haben die Chefs der Mitglieder der Allianz Arbeit + Behinderung Bilanz gezogen und sich auf künftige Arbeitsschwerpunkte verständigt. In dem Netzwerk haben sich 21 Partner aus Politik, Wirtschaft sowie Interessenverbänden von Menschen mit Behinderungen und Sozialleistungsträgern zusammengeschlossen. Gemeinsames Ziel ist, die Chancen für Menschen mit Behinderungen auf eine nachhaltige Teilhabe am Arbeitsleben zu erhöhen.

»Ein erfülltes Berufsleben für Menschen mit Behinderungen muss noch selbstverständlicher möglich sein. Sie sind gut ausgebildet und wichtige Fachkräfte in Unternehmen und Verwaltungen. Aufgabe der Allianz ist es, noch mehr Arbeitgeber zu ermutigen, sich dieses Potenzial zu erschließen. Dazu müssen weiter Hemmschwellen abgebaut und Hindernisse beseitigt werden. Dieses Ziel ist auch ein Schwerpunkt bei der derzeitigen Erarbeitung des Landesaktionsplanes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Zudem wir bieten den Arbeitgeber auch jetzt schon konkrete Hilfe, etwa mit dem Dienstleistungsnetzwerk support«, erklärte Sozialministerin Barbara Klepsch auf der Chefkonferenz in Dresden.

Der Dienstleister support entstand in der Allianz Arbeit + Behinderung. Er bietet Hilfe für alle Fragen rund um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen. Die Mitarbeiter beraten nicht nur sondern koordinieren auch für die Arbeitgeber - kostenlos - die im Netzwerk tätigen Partner.

In Sachsen leben rund 380.000 erwerbsfähige Menschen mit Behinderung. Sie profitieren jedoch nicht im gleichen Maße vom Rückgang der Arbeitslosigkeit. Das zeigt sich daran, dass ihr Anteil an allen Arbeitslosen von 2007 bis November 2015 von 3,4 Prozent auf 6,1 Prozent angestiegen ist. Dennoch konnte im gleichen Zeitraum die Anzahl der arbeitssuchenden Menschen mit Behinderungen um 2.518 gesenkt werden. Erstmals konnte damit die Marke von 10.000 schwerbehinderten Arbeitslosen unterschritten werden.

Stefan Brangs, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, erklärte: »Sachsen verzeichnet mit einem Rückgang von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr erfreulicherweise den stärksten Rückgang bei der Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderung im Vergleich aller Flächenländer. So konnte auch dieser Personenkreis von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt profitieren. Wahr ist aber auch: Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist bei den Menschen mit Behinderung nicht so stark wie bei den Menschen, die keine Behinderung haben. Wir streben an, dass im Rahmen von »Guter Arbeit für Sachsen« alle Menschen am Arbeitsleben teilhaben können – nach dem Motto: kein Talent darf uns verloren gehen.«

»Es sind viele Chancen, die sich Unternehmen entgehen lassen, wenn sie die Möglichkeiten und Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen nicht sehen und sie deshalb nicht einstellen. Ich wünsche mir außerdem, dass mehr Unternehmen und Unternehmensverbände von ihren Kammern Informationen zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen einfordern. Davon würden insbesondere kleine Betriebe profitieren, die weniger Zeit haben, sich durch die Förderungsstrukturen zu arbeiten«, sagte Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.

»Menschen mit Behinderungen sind in der Regel hervorragend qualifizierte Fachkräfte. Viele Unternehmen erkennen dieses Potenzial schon heute und nutzen die zahlreichen Unterstützungsmöglichkeiten bei der Ausbildung und Beschäftigung behinderter Menschen. Durch die Allianz für Arbeit und Behinderung haben wir es in den vergangenen fünf Jahren geschafft, die Integration von Menschen mit Behinderungen in Arbeit und Ausbildung stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Mit der heutigen Chefkonferenz hat die Allianz noch einmal Schwung geholt für die nächsten Jahre. Denn das Thema wird wegen der steigenden Zahlen bei Schwerbehinderungen zukünftig noch stärker an Bedeutung gewinnen«, erklärte Dr. Günter Bruntsch, Präsident der Industrie- und Handelskammer Dresden.

Die Partner der Allianz verständigten sich auch auf künftige Arbeitsschwerpunkte. Dazu gehört, in Unternehmen, bei Belegschaften und in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Behinderungen und deren Fähigkeiten weiter zu schärfen. Zudem soll die duale Berufsausbildung für Menschen mit Behinderungen gestärkt und Übergänge von der Schule auf den allgemeinen Arbeitsmarkt weiter gefördert werden. Für jungen Menschen mit Behinderung soll die duale Berufsausbildung erste Wahl werden. Die Allianz setzt sich daher für eine bedarfsorientierte Weiterentwicklung des Angebots an Fachpraktikerausbildungen ein.

Bei der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt spielt für Unternehmen Transparenz und Bürokratieabbau eine große Rolle. Sie müssen dabei entlastet und unterstützt werden. Mit dem Aufzeigen von Strategien und guten Beispielen, wie die Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsplatz dauerhaft erhalten werden kann, wollen die Mitglieder der Allianz zur Sicherung von Arbeitsplätzen beitragen. Dabei werden die Erfahrungen von Beschäftigten und den Schwerbehindertenvertretungen einbezogen. Ein weiteres Handlungsfeld werden die Erhaltung und Erschließung von Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen sowie Übergänge aus der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sein.

Mitglieder der Allianz Arbeit + Behinderung:

  • Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen
  • Deutscher Gewerkschaftsbund - Bezirk Sachsen
  • Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland
  • Handelsverband Sachsen
  • Handwerkskammer Chemnitz
  • Handwerkskammer Dresden
  • Handwerkskammer zu Leipzig
  • Industrie- und Handelskammer Chemnitz
  • Industrie- und Handelskammer Dresden
  • Industrie- und Handelskammer zu Leipzig
  • Kommunaler Sozialverband Sachsen
  • Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen e. V.
  • Liga der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Sachsen
  • Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit
  • Sächsischer Landkreistag e. V.
  • Sächsisches Staatsministerium für Kultus und Sport
  • Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
  • Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
  • Sächsischer Städte- und Gemeindetag e. V.
  • Unternehmerverband Sachsen e. V.
  • Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e. V.

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Arbeit, Aus- und Weiterbildung, Beschäftigungspolitik, Integration, Soziales, Wirtschaft
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