Sprachliche Bildung beginnt in frühester Kindheit
08.03.2013, 20:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
FörMig Transfer-Fachtagung
Wie kann sprachliche Bildung von Anfang an gestaltet werden? Welche besonderen Zugänge brauchen Kinder und Jugendliche durch Kindergarten, Schule und Berufsausbildung? Wo stehen wir in Sachsen? – Diesen Fragen widmeten sich 130 Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, außerschulische Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner sowie Wissenschaftlerinnen am Freitag, dem 8. März auf der FörMig Transfer-Fachtagung „Vom Bilderbuch zur Bildungssprache“ in den Räumen der Sächsischen Aufbaubank in Dresden.
Der Spracherwerb gehört zu den eindrucksvollsten Leistungen der frühen Kindheit. In der Regel meistern Kinder die Grundstrukturen ihrer Umgebungssprache bis zum Alter von drei bis vier Jahren. Das trifft auch für Kinder zu, die einen „doppelten“ Erstspracherwerb durchlaufen, weil sie z. B. bereits im Elternhaus zwei Sprachen erlernen. Neueste Erkenntnisse belegen, dass Kinder dieser Altersgruppe sehr schnell eine weitere Sprache erwerben können.
Konkrete Beispiele und Handlungsschritte erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Foren - sei es die Verdeutlichung des großen Potenzials der Bilderbücher für die Sprachaneignung, die Arbeit mit den Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache, die Planung von sprachbildendem Unterricht oder auch die Frage, wie sich Lehrkräfte das Lehren von Bildungssprache aneignen können. Die Leitung der Foren lag in der Hand von Praktikerinnen und Wissenschaftlerinnen, die gemeinsam die Inhalte bearbeiteten. „Die Verbindung von Theorie und Praxis war toll. Wir wissen nach diesem Forum, dass wir mit vielen angesprochenen Dingen konform laufen und haben erkannt, dass naturwissenschaftliche Fächer mehr einbezogen werden müssen“, so zwei Teilnehmerinnen der Apollonia-von-Wiedebach-Schule aus Leipzig.
FörMig- Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund - war ein Modellprogramm des Bundes. Zur Unterstützung des Anspruchs „Sprachliche Bildung ist Aufgabe jedes Fachlehrers.“ hat sich der Freistaat Sachsen von 2005 – 2009 an diesem Modellprogramm mit dem Schwerpunkt „Sprachliche Bildung“ beteiligt. Es gab zahlreiche Kontakte zu anderen Ländern wie zur Schweiz, zu Kanada, zu Großbritannien und zu Australien.
Sachsen bearbeitete Themen wie die Professionalisierung der sprachlichen Bildung als einen systematischen Prozess vom Kindergarten an, Qualitätsmerkmale für einen bildungssprachförderlichen Unterricht und sprachdiagnostische Instrumente sowie Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache für die Primarstufe und Sekundarstufe I. Diese begonnene Arbeit führt Sachsen kontinuierlich und systematisch fort.
Weiterführende Links
- Modellprogramm FörMig:
- Dokumentation zur Fachtagung 2009 „Bilanz und Perspektiven von FörMig Sachsen“:
- Dokumentation zur Fachtagung 2011„Mit sprachlicher Kompetenz zum Schulerfolg“:
- Niveaubeschreibung Deutsch als Zweitsprache für die Primarstufe
- Niveaubeschreibung Deutsch als Zweitsprache für die Sekundarstufe I