Tierschutzpreise 2010 an Petra Backoff und Steffen Keller
06.12.2010, 14:21 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Ministerin Clauß würdigt Verdienste für Landestierschutzverband und beim Aufbau einer Wildvogelauffangstation
Die „Johann-Georg-Palitzsch“-Medaille, Sachsens Tierschutzpreis, geht 2010 an Petra Backoff aus Zeithain und Steffen Keller aus Dresden. Staatsministerin Christine Clauß hat die beiden Ausgezeichneten heute im Rahmen einer Feierstunde mit der Überreichung der Medaille geehrt.
Petra Backoff, wurde für ihre wichtige Arbeit im Vorstand des Landestier-schutzverbandes als Schriftführerin ausgezeichnet. Ihre Arbeit, so Staatsministerin Clauß in der Laudation, ebne den Boden für die Arbeit der Tierschutzvereine vor Ort. „Sie halten die Fäden in der Hand, wenn für Tiere im Notfall ein Quartier gefunden werden muss, wenn Großaktionen geplant und durchgeführt werden, wie das Ausräumen von Häusern, in denen kranke Menschen Tiere in Unmengen horten und verwahrlosen lassen,“ so Staatsministerin Clauß. „Seit 15 Jahren sind Sie im Landestierschutzverband tätig und sorgen dafür, dass die wesentlichen Themen ausdiskutiert werden, dass nicht bei dem ersten Widerstand aufgegeben wird. Sie wollen, dass alle zu Wort kommen und eine gemeinsame, von allen tragbare Lösung gefunden wird, die auch in Tat umgesetzt wird.“
Petra Backoff ist zudem Mitglied einer Arbeitsgruppe im Sächsischen Landtag. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, Empfehlungen für den Umgang mit Fundtieren in Sachsen zu erarbeiten. So soll das Zusammenspiel zwischen Tierheimen und Kommunen geregelt werden, damit die Tierheime Planungssicherheit bekommen. Das Ziel der Preisträgerin ist, dafür zu sorgen, dass die Tierheimbetreiber ihre Energie in die Unterbringung und Vermittlung der Tiere stecken können und nicht im Umgang mit den Behörden aufgerieben werden. „Dieses Engagement wissen auch die Tierschutzvereine sehr hoch zu schätzen, die sich im Landestierschutzverband zusammengeschlossen haben“, würdigt Staatsministerin Clauß diesen Einsatz.
Steffen Keller, der ebenfalls die Tierschutz-Medaille erhielt, war verantwortlich für den Aufbau der Wildvogelauffangstation in Dresden-Kaditz. „Sie haben Enormes für den Tierschutz in Sachsen geleistet. In der Station pflegen und versorgen Sie und Ihr eh-renamtliches Helfer-Team Jahr für Jahr mehr als 600 „Vogel-Patienten“ vom Haussper-ling bis zum Habicht, darunter auch seltene und bestandsbedrohte Vogelarten, die ver-letzt in der Station abgegeben werden. Das für den Tierschutz so besondere dieser Auffangstation ist,“ so die Staatsministerin, „dass die verletzten Vögel nur so lange in der Station bleiben, bis sie wieder gesund sind. Danach werden sie an den Fundort zurückgebracht und ausgewildert.“
Kellers ehrenamtlicher Einsatz sei erheblich, so die Ministerin. „Sie haben sich um die Finanzierung der Auffangstation des Umweltzentrums Dresden gekümmert, den Bau geleitet und führen die Station seit dem Jahr 2007. Im Sommer sind Sie täglich 16 Stunden vor Ort. Sie würdigte zudem das breite Engagement für den Tierschutz. Neben der Betreuung von Doktorarbeiten gebe er sein Ihr Wissen auch den Kleinsten weiter. Kindergartengruppen und Schulklassen kämen in die Station und ließen sich die Arbeit mit den Vögeln zeigen, sich auf dem neu angelegten Naturlehrpfad führen und sogar über Orchideenzucht belehren. „Diese Kombination aus Wissensvermittlung, sozialem Netzwerk bilden und Tiere pflegen ist einzigartig. Ihr Projekt ist beispielgebend weit über Sachsen hinaus“, so Staatsministerin Christine Clauß.