Air Shuttle made in Dresden

06.07.2010, 19:31 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Jerusalem (06.07.2010) - In Sachsen wird ein neues Kapitel in der Luftfahrt aufgeschlagen: In den kommenden Jahren soll in Dresden ein völlig neuartiges Fluggerät für den Lufttransport entwickelt werden. Einen Grundstein dazu legte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich auf seiner Reise nach Israel. In dessen Beisein unterzeichneten am Dienstag das israelische Flugunternehmen Urban Aeronautics und die IABG Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH eine Absichtserklärung.

Erklärtes Ziel der beiden Partnerunternehmen ist es, ein Joint Venture zu gründen, und dann das Fluggerät bis 2015 zur Marktreife zu entwickeln. Verlaufen die Gespräche in den kommenden Monaten erfolgreich, entsteht für die Produktion auch ein neues Werk in Dresden.

Urban Aeronautics arbeitet seit acht Jahren an der Entwicklung eines so genannten VTOL (Vertical Take-off and Landing). Das Fluggerät mit dem Namen X-Hawk stellt eine Art Mischung aus einem Luftkissenboot und Space-Shuttle dar. Es schwebt quasi in der Luft, ist aber extrem wendig und bis zu 180 km/h schnell und kann bis zu 3.800 Meter in die Luft steigen. Angetrieben wird der X-Hawk von zwei im Boden sitzenden, ummantelten Rotoren und zwei kleineren Propellern am Heck.

Hergestellt aus speziellen Verbundstoffen wiegt das Fluggerät gerade mal rund eine Tonne und ist damit sehr leicht, was auch Verbrauch und Wendigkeit zugute kommt. In der großen Version kann es fünf bis acht Personen transportieren. Kostenpunkt für den X-Hawk: rund 4,7 Millionen US-Dollar. Die Entwicklungskosten bis zur Marktreife liegen bei rund 100 Millionen US-Dollar.

Dafür ist der Wundervogel vielseitig einsetzbar, etwa für Krankentransporte, die Bergrettung oder bei Feuerwehreinsätzen an Hochhäusern, also überall dort, wo ein Hubschrauber aufgrund seiner großen Rotorblätter nicht hinkommen kann. Auch an einen regelmäßigen Passagiertransport in die Riesenstädte denkt Chefentwickler Rafi Yoeli.

"Wir sprechen hier von einer Revolution in der Luftfahrt, sagte Yoeli bei der Unterzeichnung der Vereinbarung am Firmensitz von Urban Aeronautics nahe Tel Aviv. Der X-Hawk kann auf fast jedem flachen Hausdach landen und damit Menschen in die Stadt und wieder raus transportieren.

"Der Traum der Flugzeugbauer in Sachsen fand in den 50er Jahren mit dem Absturz des ersten Düsenpassagierjets ein jähes Ende", sagte Tillich. "Jetzt gibt es mit dem X-Hawk einen vielversprechenden Neustart. Das zeigt einmal mehr die Attraktivität des Technologiestandortes Sachsen. Besonders erfreut zeigte sich Sachsens Ministerpräsident darüber, dass sich Urban Technologies als Partner ein mittelständisches Unternehmen mit einer Niederlassung in Dresden ausgesucht hat und nicht einen der Flugzeugkonzerne.

"Wir hielten das anfangs für eine Spinnerei eines Flugzeugingenieurs", sagte Manfred Braitlinger, Geschäftsbereichsleiter bei IAGB. "Heute jedoch betrachten wir das Fluggerät als einen ungeschliffenen Diamanten."

IAGB ist ein Hochtechnologieunternehmen mit Hauptsitz in Ottobrunn bei München. In seiner Niederlassung in Dresden beschäftigt das Unternehmen ca. 100 Mitarbeiter.


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