Flath setzt auf neue Lehr- und Lernkultur im Unterricht

06.12.2004, 17:52 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Sachsens Bildungsminister Steffen Flath hat sich für eine neue Lehr- und Lernkultur im Schulunterricht ausgesprochen. "Wir brauchen eine pädagogische Wende, statt das Schulsystem auf den Kopf zu stellen", so Bildungsminister Flath. Er würdigte die leichten Leistungsverbesserungen deutscher Schüler beim zweiten Pisa-Test. Das sei in erster Linie ein Verdienst der Lehrerinnen und Lehrer. Der Bildungsminister wandte sich gegen überzogene Kritik am Bildungsstandort Deutschland. "Mit der Pisa-Hysterie vergraulen wir diejenigen, die wir für den neuen Bildungskurs brauchen. Das sind die Lehrer und Schulleiter", so Flath. Mit den in den vergangenen Jahren eingeleiteten Bildungsreformen und der jüngst zwischen CDU und SPD geschlossenen Koalitionsvereinbarung sieht Flath die Weichen richtig gestellt.

Wenig überrascht zeigte er sich über die Ergebnisse der zweiten Pisa-Studie. "Die Erfolge des neuen Bildungskurses werden sich erst in 5 bis 10 Jahren zeigen", sagte Flath. Infolge der ersten Pisa-Studie hatte Sachsen ein Maßnahmenbündel geschnürt. So wurden die Lehrpläne in allen Fächern und allen Schularten reformiert. Die bisherigen Lehrpläne wurden stofflich entlastet, Freiräume für die Gestaltung des Unterrichts geschaffen und den Schülern ein fachübergreifendes Lernen und eigenständiges Arbeiten ermöglicht. Der Unterricht soll problem- und anwendungsorientierter werden. Zugleich sollen die Kinder bereits schon in der Grundschule Englisch sowie den Umgang mit Computern erlernen. Lehrer haben jetzt Möglichkeiten, stärker auf die Schwächen und Stärken der einzelnen Schüler einzugehen. "Wir wollen unsere Kinder individueller als bisher fördern und fordern", so Flath. Dieser Anspruch findet sich nun auch im Schulgesetz wieder. Die Schulen erhalten zudem mehr Eigenverantwortung und mehr pädagogische Freiheit. Zur weiteren Professionalisierung und mit Blick auf die neue Lehr- und Lernkultur sind die Lehrer zur Fortbildung verpflichtet. Darüber hinaus hat das Kultusministerium eine Bildungsagentur ins Leben gerufen, die durch externe Evaluation die Unterrichtsqualität und Schulentwicklung weiter verbessern soll. Über das bisherige Ganztagsschulangebot hinaus findet unter wissenschaftlicher Begleitung ein Schulversuch an zehn Modellschulen zur Gestaltung des Angebotes von Ganztagsschulen statt. Die nach der ersten Pisa-Studie eingeleiteten Reformen im Bildungssystem setzen bereits auch im Kindergarten an. Alle Grundschulen und Kindertagesstätten sind dabei, Kooperationsvereinbarungen zu schließen. "Wir schaffen ein eng verknüpftes System aus Kindergarten und Grundschule", so Flath.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Pressesprecher Tilo Schumann
Telefon: +49 351 564 65100
Telefax: +49 351 564 65019
E-Mail: presse@smk.sachsen.de
zurück zum Seitenanfang