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Sachsens Hochschulen haben seit heute Koordinierungsbüro für Gleichstellungsbeauftragte

03.07.2009, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Dr. Eva-Maria Stange: „Gleichstellungsthema muss in die Chefetagen der Hochschulen befördert werden“

Seit heute haben Sachsens Hochschulen ein Koordinierungsbüro für Gleichstellungbeauftragte, das auf Initiative des Wissenschaftsministeriums entstand.

„Es geht darum, die Rahmenbedingungen für Frauen auf allen wissenschaftlichen Ebenen in Forschung und Lehre zu verbessern. Dafür müssen sich Wissenschaftlerinnen intensiver vernetzen und dafür sorgen, dass das Gleichstellungsthema in die Chefetagen der Hochschulen befördert wird“, sagte Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange heute anlässlich der Eröffnung des Büros an der TU Chemnitz. Die Koordinierungsstelle werde mit je 200.000 Euro im Jahr 2009 und 2010 aus dem Haushalt des Wissenschaftsministeriums finanziert.

„Wir können es uns nicht leisten, dass in Sachsen annähernd gleich viele Frauen und Männer ihren Studienabschluss machen, sich aber unter fünf Habilitierten nur noch eine Frau findet. Wir müssen mehr qualifizierten Frauen eine Karriere in der Wissenschaft ermöglichen. – ohne starre Quotenregelungen, sondern mit dem Ausgleich struktureller Nachteile“, so die Ministerin. „Karrierewege an Hochschulen entscheiden sich oft in Berufungsverfahren. Transparente, offene Ausschreibungen für Qualifikationsstellen und eine stärkere Besetzung der Berufungskommissionen mit Frauen sind keine Eingriffe in die Wissenschaftsfreiheit, aber erste Bausteine für mehr Chancengleichheit“, so die Wissenschaftsministerin.

Oft genug entstünden Frauen durch ihre individuellen Lebensläufe mit Familien- und Erziehungszeiten Nachteile im beruflichen Fortkommen. Darüber hinaus müssten die Hochschulen familienfreundliche Rahmenbedingungen zum Beispiel durch mehr und flexible Kinderbetreuungsangebote schaffen.

Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst fördert Frauen in der Wissenschaft unter anderem mit Mentoring Programmen aus ESF-Mitteln aus dem Förderprogramm 2007 – 2013 und aus dem Hochschulpakt 2020. Zusätzlich werde mit ESF-Mitteln die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert. Zur Umsetzung des Hochschulpaktes 2020 bis Ende 2010 sind 1 Million Euro geplant, um mehr Studentinnen für die sogenannten MINT-Fächer zu gewinnen (Mathematik-Ingenieurwesen-Naturwissenschaften-Technik). Derzeit werden an der TU Dresden, dem Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden, der TU Chemnitz, der HTWK Leipzig und an der Hochschule Mittweida hierzu Projekte gefördert.

Vier sächsische Hochschulen, darunter die TU Chemnitz, haben in der zweiten Runde des Professorinnenprogramms des Bundes mit ihren Gleichstellungskonzepten überzeugt und damit den ersten Schritt erfolgreich bewältigt, um zusätzliche Mittel vom Bund und vom Freistaat Sachsen zu erhalten, um Professorinnen neu zu berufen.
In Sachsen waren im Jahr 2007 lediglich 15,8 Prozent der Professuren mit Wissenschaftlerinnen besetzt.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Pressesprecher Falk Lange

Telefon: +49 351 564 60200

E-Mail: falk.lange@smwk.sachsen.de

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