69. DOK Leipzig eröffnet: Premiere für Festivalleiterin Ola Staszel mit neuer Sektion »Fokus Ost«
26.10.2026, 15:45 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Die 69. Ausgabe des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm – kurz DOK Leipzig – wird heute (Montag, 26. Oktober 2026) im Schauspiel Leipzig feierlich eröffnet. Nach dem Publikumserfolg der vergangenen Jahre zeigt das älteste Dokumentarfilmfestival der Welt bis zum 1. November 2026 rund 200 herausragende Filme (darunter etwa 80 deutsche und internationale Premieren) aus über 40 Ländern an elf Spielstätten. Der Eröffnungsfilm »Guten Abend, du Schöne« von Regisseurin Ina Borrmann leitet zugleich die neu geschaffene Sektion »Fokus Ost« ein.
Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch betont zum Auftakt des Festivals: »Das DOK Leipzig besitzt eine besondere Strahlkraft und verbindet meisterhaft lange Tradition mit frischen Impulsen. Es ist nicht nur das älteste Dokumentarfilmfestival der Welt, sondern vor allem ein lebendiger Ort des Austausches, der Inspiration und der Debatte über drängende Fragen unserer Zeit. Mit der neuen Sektion ‚Fokus Ost‘ gibt das Festival ostdeutschen Perspektiven im Dokumentarfilm genau den Raum und die Aufmerksamkeit, die ihnen gebühren. Ich danke der neuen Festivalleiterin Ola Staszel für ihr großes Engagement, gratuliere herzlich zur gelungenen Premiere und wünsche dem gesamten Team sowie dem Publikum inspirierende Festivaltage.«
Für Festivalleiterin Ola Staszel ist die 69. Ausgabe eine Premiere: Sie hatte die Leitung des DOK Leipzig im Januar 2026 übernommen. Die studierte Filmwissenschaftlerin und ehemalige Leiterin des Neiße-Filmfestivals bringt umfassende Erfahrung, einen klaren Bezug zu Mittel- und Osteuropa sowie ein weitverzweigtes internationales Branchennetzwerk in die Messestadt ein.
Programm-Schwerpunkte und Neuerungen 2026
- Neue Sektion »Fokus Ost«: Die Sektion rückt ostdeutsche Perspektiven, Gegennarrative und Selbstbefragungen im Dokumentarfilm in den Vordergrund. Der Eröffnungsfilm »Guten Abend, du Schöne« von Ina Borrmann knüpft an den wirkmächtigen Protokollband von Maxie Wander aus dem Jahr 1977 an.
- Neue Sektion »Positions«: Diese Sektion schafft gezielt Raum für vertieften gesellschaftlichen Diskurs, Ambivalenzen und das Aushalten unterschiedlicher Meinungen.
- Publikumsentscheid per Voting: Im Publikumswettbewerb entscheiden die Besucherinnen und Besucher in diesem Jahr erstmals per Online-Abstimmung über die Vergabe der Goldenen Taube.
Branchenplattform und Auszeichnung von Filmemacherinnen
Neben den vier zentralen Wettbewerben – Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm, Internationaler Wettbewerb Animationsfilm, Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm und Publikumswettbewerb – bildet die Branchenplattform DOK Industry (22. Ausgabe) einen entscheidenden Treffpunkt. Jährlich nutzen bis zu 2.000 Fachbesucherinnen und Fachbesucher aus über 80 Ländern den DOK Co-Pro Market und die weiteren Industry-Formate zur Vernetzung.
Der Freistaat Sachsen unterstützt das Festival seit vielen Jahren mit einer institutionellen Förderung in Höhe von rund 600.000 Euro. Zudem stiftet das sächsische Kulturministerium im Rahmen des Festivals den mit 5.000 Euro dotierten Preis für das beste Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin. In diesem Jahr wird die litauische Regisseurin Juratė Samulionytė für ihr Projekt »Two of us« mit dem Preis ausgezeichnet.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.