Wärmewende: Erste Millionenförderungen für kommunale Wärmeversorgung bewilligt

05.10.2026, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Minister Panter: »Wir schaffen Planungssicherheit für Kommunen, Unternehmen und Bürger«

Sachsen kommt bei der kommunalen Wärmeplanung voran. Rund die Hälfte der Kommunen im Freistaat hat bereits mit der Erstellung eines Wärmeplans begonnen oder diesen abgeschlossen. Vor allem die Lausitz schreitet derzeit zügig voran. Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) unterstützt konkrete Investitionen in eine klimafreundliche und unabhängige Wärmeversorgung: Im Rahmen des Förderaufrufs »JTF – Zukunftsfähige Energieversorgung« wurden bereits sechs größere Vorhaben bewilligt.
Die Stadtwerke Weißwasser erhalten für die Errichtung einer 10 Megawatt Luft Wärmepumpe mit Pufferspeicher sowie PV und Batteriespeicher zur Eigenstromversorgung mehr als 12,8 Millionen Euro.
Für den Bau einer Energiezentrale mit Solarthermie und Wärmepumpen der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda sind insgesamt mehr als 16,4 Millionen Euro bewilligt worden. Auch die Stadtwerke Niesky profitieren von der Förderung in Höhe von mehr als 6,4 Millionen Euro für das Vorhaben Biomasse-Heizzentrale Niesky Zentrum. Die Wärmeversorgung Radeberg GmbH erhält eine Förderung von mehr als 9,7 Millionen Euro für die schrittweise Umstellung der Wärmeerzeugung auf regenerative Energieträger in einem multivalenten System mit Wärmepumpenmodulen, thermischem Wasserspeicher und PV-Anlage. Und die Wärmeversorgungsgesellschaft Olbersdorf eine Förderung von mehr als 1,6 Millionen Euro für die Kombination aus Wärmepumpenkaskade, Biomasseheizanlage, Photovoltaik und Speichern.

Wirtschafts- und Energieminister Dirk Panter: »Der Erfolg der Wärmewende entscheidet sich nicht am Schreibtisch in Behörden, sondern vor Ort bei den Menschen. Kommunen, Stadtwerke und Energieversorger brauchen dafür nicht nur gute Konzepte, sondern auch verlässliche Unterstützung bei der Umsetzung. Mit den ersten Bewilligungen zeigen wir: Sachsen stellt die notwendigen Mittel bereit und bringt konkrete Projekte auf den Weg. Wir fördern Investitionen, die fossile Energieträger ersetzen, die Versorgung unabhängiger und klimafreundlicher machen und zugleich Wertschöpfung in den Regionen halten. Gerade in den Strukturwandelregionen wollen wir die Wärmewende als wirtschaftliche Chance nutzen – um moderne Infrastruktur, regionale Aufträge und zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen.«

Fachtagung am 7. Oktober in Dresden mit Minister Panter
Wie Kommunen die Wärmeplanung umsetzen können, steht im Mittelpunkt der Fachtagung »Kommunale Wärmeplanung« der SAENA am 7. Oktober in Dresden. Erwartet werden Vertreterinnen und Vertreter aus sächsischen Kommunen, der Energie- und Wohnungswirtschaft, Planung und Beratung.
Wirtschafts- und Energieminister Dirk Panter, Robert Schurzig Leiter des Clusters Corporate Finance und Oliver Antoni von der Stiftung Umweltenergierecht bringen ihre politischen, finanzwirtschaftlichen und rechtlichen Perspektiven in die Fachtagung ein. Praxisbeispiele liefern die Städte Radeberg und Hoyerswerda.

In fünf parallelen Fachrunden geht es am Nachmittag unter anderem um Wärmepläne für kleine Kommunen, Wärmenetze als Motor für regionale Wertschöpfung, die Perspektive von Energieversorgern und Netzbetreibern, Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger sowie dezentrale Wärmeversorgung und Gebäudelösungen.

Hintergrund:

Kommunale Wärmeplanung in Sachsen
Ein kommunaler Wärmeplan zeigt, wie die Wärmeversorgung vor Ort künftig klimafreundlich, effizient, bezahlbar und möglichst unabhängig von fossilen Energien gestaltet werden kann. Das Wärmeplanungsgesetz verpflichtet die Kommunen, dafür bis 2045 den Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung aufzuzeigen: Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen ihre Wärmeplanung bis zum 30. Juni 2026 vorlegen, alle übrigen Kommunen bis zum 30. Juni 2028.

Die Planung erfasst den Wärmebedarf, bestehende Netze und erneuerbare Potenziale und zeigt, wo Wärmenetze sinnvoll ausgebaut werden können, wo sich Großwärmepumpen, Abwärme oder Wärmespeicher anbieten und welche Gebäude besser dezentral versorgt werden. Für Kommunen ist sie damit mehr als eine gesetzliche Pflicht: Sie schafft Investitionssicherheit für Hauseigentümer und Unternehmen, unterstützt Energieversorger bei der Netzplanung und kann regionale Handwerksbetriebe, Stadtwerke und Energiegenossenschaften stärken. Kleinere Kommunen können dafür ihre personellen und finanziellen Ressourcen durch interkommunale Zusammenarbeit bündeln.

In Sachsen werden derzeit rund 95 Prozent der Wärmenachfrage durch fossile Energieträger gedeckt: 68 Prozent entfallen auf Gas, 25 Prozent auf Braunkohle und 1,5 Prozent auf Heizöl. Lediglich 5,5 Prozent stammen aus erneuerbaren Energien. Gleichzeitig liegt Sachsen mit einem Fernwärmeanschluss von 29 Prozent der Haushalte im vorderen Bereich des Bundesländervergleichs. (Daten aus 2023)

Mit Mitteln aus dem Just-Transition-Fund (JTF) und sächsischen Landesmitteln werden im Lausitzer und im Mitteldeutschen Revier sowie in Chemnitz Projekte unterstützt, die den Umstieg von Braunkohle und Erdgas auf erneuerbare Wärme voranbringen. Im sechsten Förderaufruf werden unter anderem Großwärmepumpen, Wärmespeicher, die Nutzung von Abwärme aus erneuerbaren Energien sowie erneuerbare Stromerzeugung gefördert.
Die geförderten Vorhaben sollen CO₂-Emissionen senken, die regionale Wertschöpfung stärken und die Wärmeversorgung unabhängiger von fossilen Energieimporten machen.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
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