Rückblick auf wechselvolle Geschichte: 150 Jahre Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz
18.09.2026, 15:09 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Gesundheitsministerin Köpping: »Besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden, für die das Wohl der Patientinnen und Patienten immer im Mittelpunkt steht«
Das Sächsische Krankenhaus (SKH) Altscherbitz in Trägerschaft des Freistaates Sachsen, begeht in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen und kann mit seinen heute über 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Mit einem Festakt in der Altscherbitzer Kirche würdigte das Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie heute das Jubiläum im Beisein von wichtigen Kooperationspartnern, Wegbegleitern, Mitarbeitenden und Ehrengästen.
Petra Köpping, Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt: »Ein Jubiläum ist auch immer Anlass, danke zu sagen. Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden des Krankenhauses, für die das Wohl der Patientinnen und Patienten immer im Mittelpunkt steht und die mit hohem persönlichem Einsatz und oft unter Zurückstellen persönlicher Belange eine bestmögliche Versorgung sichern. Der Grundstein für eine weitere positive Entwicklung des Krankenhauses wurde gelegt. Dies bietet Gewähr, dass das Krankenhaus seine Geschichte zum Wohl der Patientinnen und Patienten erfolgreich fortsetzt.«
Am 1. Juli 1876 als Provinzial Irren Anstalt Rittergut Alt Scherbitz gegründet, erlangte das Krankenhaus in den folgenden Jahrzehnten mit bedeutenden Entwicklungen wie dem Offen-Tür-System, Wachsaalsystem sowie der Arbeitstherapie Weltruf. Während der Nazi-Diktatur wurden die Betreuungsleistungen stark reduziert, ca. 5.100 Altscherbitzer Patienten fanden den Tod durch Deportation, Hunger und ungenügende medizinische Betreuung. An die Altscherbitzer Opfer der NS-Euthanasie erinnert heute ein Gedenkstein, der ewige Tränen weinende Stein mit Gedenktafel, im Park des Krankenhauses. Mit dem jährlich stattfindenden Tag der Euthanasie Anfang Juni gedenkt die Klinik der Opfer und ihrer Angehörigen.
Heute ist das Krankenhaus mit den Fachbereichen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik sowie Neurologie in Trägerschaft des Freistaates Sachsen fester Bestandteil der Krankenhauslandschaft des Freistaates. Jährlich werden etwa 7.160 Patientenfälle vollstationär beziehungsweise teilstationär sowie ca. 20.000 Patientenfälle ambulant im Sächsischen Krankenhaus Altscherbitz und in den dazugehörigen Ambulanzen behandelt. Als letzte Etappe der grundlegenden Modernisierung und Rekonstruktion des historischen Krankenhauses wurden im Juni 2023 für zwei psychiatrische Stationen ein Gebäudekomplex neu eröffnet. In dem Gebäudeensemble (Haus 19/20/21) fanden die Teilstation für junge Erwachsene, sechs Mutter-Kind-Einheiten für psychisch kranke Mütter mit ihren Kleinstkindern, die Psychotherapiestation und die DBT-Tagesklinik für Patienten mit Borderline-Syndrom ihren Platz.
Mit einer Gesamtbettenzahl von 355 Betten, 132 neurologischen und psychiatrischen tagesklinischen Plätzen an drei Standorten, zwei Medizinischen Versorgungszentren mit moderner Radiologie und einer Neurologischen Notfallambulanz, Neuropsychiatrischen Infusionsambulanz, MS-Ambulanz, dem Interdisziplinären Schmerzzentrum und Psychiatrischen Institutsambulanzen an drei Standorten mit Spezialsprechstunden wie ADHS-Sprechstunde, Gedächtnissprechstunde, Traumaambulanz oder Kinder- und Jugendpsychiatrischen Sprechstunden sowie verschiedenen Diagnostik- und Funktionsbereichen ist eine wohnortnahe Versorgung von Patienten aus Nordsachsen und Leipzig möglich.
»Unser 150-jähriges Jubiläum ist für uns nicht nur Anlass, auf eine außergewöhnliche Geschichte zurückzublicken. Es ist zugleich eine Verpflichtung für die Zukunft. Wir wollen das bewahren und weiterentwickeln, was Altscherbitz über Generationen geprägt hat: den Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen. Gleichzeitig müssen wir den Mut haben, Medizin, Strukturen und Kooperationen immer wieder neu zu denken. Denn Tradition bedeutet für uns nicht Stillstand, sondern Zukunft auf einem starken Fundament,« erklärt Doreen Neu, Verwaltungsdirektorin des SKH Altscherbitz.
Weitere Informationen zur Geschichte des SKH Altscherbitz: https://www.skh-altscherbitz.sachsen.de/ueber-uns/geschichte/