Kellermauer eines Vorgängerbaus von Schloss Hinterglauchau entdeckt
17.09.2026, 10:44 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Landesamt für Archäologie Sachsen begleitet Baumaßnahmen im Innenhof
Seit Anfang September 2026 begleitet das Landesamt für Archäologie Sachsen eine bauliche Maßnahme im Hof des renaissancezeitlichen Schlosses Hinterglauchau in Glauchau.
Anlass ist die teilweise Neugestaltung des Hofes sowie die Verlegung neuer Medientrassen.
Parallel zum Nordflügel des Schlosses stieß man auf eine ca. acht Meter lange und 80 cm breite, gut erhaltene Ziegelmauer mit östlicher Quermauer. Die Außenseite war mit einer dicken Lehmpackung abgedichtet. Gegen die aufsteigende Feuchtigkeit wurde eine horizontale Sperrschicht aus dünnen Schieferplatten verbaut.
Bei dem Befund handelt es sich wohl um einen verfüllten Keller, der zu einem Vorgängerbau des ab etwa 1470 errichteten Nordflügel des Schlosses gehörte. Somit muss er älter als um 1400 sein. Eine Verbindung zu den noch im Inneren des Nordflügels erhaltenen Bauresten der ehemaligen Burganlage muss noch überprüft werden. Die wenige Keramik aus der Verfüllung des Mauerbefundes datiert in das späte 14. / frühe 15. Jahrhundert.
Für die Dauer der Baumaßnahme ist ein Archäologe vom Landesamt für Archäologie Sachsen vor Ort, der zeitweise durch einen ehrenamtlichen Mitarbeiter unterstützt wird.