Zum Tag des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September: Gemeinsam für eine alkoholfreie Schwangerschaft
08.09.2026, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Gesundheitsministerin Köpping: »Kinder verdienen den besten Start – das ist unsere gemeinsame Aufgabe!«
Befragungen zufolge konsumieren mehr als 20 Prozent der Schwangeren in Deutschland Alkohol. Obwohl das Wissen um die Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft inzwischen groß ist, hören Schwangere noch immer Sätze wie »Ist doch nur zum Anstoßen.«, »Ein Glas schadet nicht.« oder »Gegen Ende darf man hin und wieder auch was trinken.« Irrtum: Auch geringe Mengen Alkohol, egal in welcher Phase der Schwangerschaft getrunken, können zu lebenslangen Schäden und Beeinträchtigungen beim Kind führen.
In Deutschland werden jedes Jahr rund 10.000 Kinder mit durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft verursachten Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) geboren. Zugleich ist die Dunkelziffer vermutlich deutlich höher, da Diagnosen häufig nicht oder erst spät gestellt werden. FASD kommt in allen sozialen Schichten vor.
Um die breite Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren und Menschen im Umfeld von Schwangeren in die Verantwortung zu nehmen, informiert das Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS) unter dem Motto »100% Liebe – 0% Alkohol« in einer Kampagne über die Gefahren des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft und den Folgen.
Staatsministerin Petra Köpping: »Kinder verdienen den besten Start. Ihnen das zu ermöglichen ist unsere gemeinsame Aufgabe. Deshalb informieren und sensibilisieren wir mit unserer Kampagne werdende Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten, Freundinnen und Freunde. Denn noch einmal ganz deutlich: Alkohol kann zu irreversiblen Schäden beim Ungeborenen führen. Um diese Schäden zu vermeiden sollte die Schwangere auf Alkohol verzichten. Verzichtet das Umfeld auf Kommentare und unterstützt die Schwangere dabei, ist es ein Gewinn für alle.«
Die Kampagne des Sozialministeriums ermutigt zu einer alkoholfreien Schwangerschaft. Unter dem Motto »Bekommt ihr gebacken« werden beispielsweise um den 9. September Bäckertüten in Dresden, Chemnitz, Leipzig und Zwickau über den Verkaufstresen gereicht. Über einen QR-Code zur Kampagnenseite https://www.familie.sachsen.de/fasd.html erhalten Interessierte und Menschen mit FASD sowie deren Angehörige, Informationen zum Thema Fetale Alkoholspektrumstörungen, zu Symptomen, Unterstützungsangeboten in Sachsen, Weiterbildungen und Veranstaltungen.
Das Sozialministerium hat in den vergangenen Wochen in seinen Social-Media-Kanälen verstärkt Beiträge zum Thema Familie und Schwangerschaft ausgespielt und beispielsweise mit der Dresdner Influencerin Michelle Cooper kooperiert (https://shorturl.at/jLlMh). Im Rahmen des vom Sozialministerium veranstalteten Sächsischen Familientags am 22. August in Stollberg/Erzgeb. schenkte zudem die »World Class Bartender of the Year« des Jahres 2024, die Dresdnerin Luisa Fritsche, alkoholfreie Cocktails an die Besucherinnen und Besucher aus.
Weitere Informationen
Seit 1999 wird jedes Jahr am 9. September der »Tag des alkoholgeschädigten Kindes« begangen. Das Datum symbolisiert die neun Monate einer Schwangerschaft. Bundesweit bieten Vereine und Initiativen an diesem Tag verstärkt Informationen über die Risiken von Alkohol in der Schwangerschaft an sowie Unterstützung für betroffene Familien.
FASD ist durch eine Vielzahl von Symptomen gekennzeichnet. Sie reichen von körperlichen und kognitiven Beeinträchtigungen, wie z. B. Fehlbildungen, Wachstumsverzögerungen, organische Erkrankungen, Entwicklungsstörungen und Lernschwierigkeiten, bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten wie Schwierigkeiten im sozialen Umgang oder erhöhter Impulsivität. Die Symptome können von milden bis zu schweren Beeinträchtigungen variieren, was die Diagnostik erschwert und verlängert. Fetale Alkoholspektrumstörungen sind nicht heilbar und beeinträchtigen Menschen mit FASD ein Leben lang. Die Auswirkungen betreffen sowohl das Individuum als auch die Gesellschaft als Ganzes. Kinder mit FASD benötigen oft spezielle Bildungs- und Unterstützungsangebote; Erwachsene mit FASD sind auf Unterstützung im Alltag und in der Lebensführung angewiesen.