Steinweihe in der Dresdner Zwingerbauhütte: Zwei Skulpturen für die Hochschule Mittweida

26.08.2026, 10:40 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Clemens Modrakowski, Bildhauer der Zwingerbauhütte, beschlägt den Stein für die Kopie des Hephaistos (© Alwin Zipfl, SIB)

Clemens Modrakowski, Bildhauer der Zwingerbauhütte, beschlägt den Stein für die Kopie des Hephaistos (© Alwin Zipfl, SIB)

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Bärbel Hempel, Bildhauerin der Zwingerbauhütte, beschlägt den Stein für die Kopie der Elektra (© Alwin Zipfl, SIB)

Bärbel Hempel, Bildhauerin der Zwingerbauhütte, beschlägt den Stein für die Kopie der Elektra (© Alwin Zipfl, SIB)

Am 25. August 2026 wurde in der Zwingerbauhütte in Dresden eine seltene alte Tradition gepflegt: Die Bauhütte, die zum Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) gehört, vollzog eine Steinweihe. Anlass war der Beginn der Arbeiten an den Kopien der Skulpturen Hephaistos und Elektra des heutigen Alfred-Udo-Holzt-Baus der Hochschule Mittweida.

Eine Steinweihe ist unter Bildhauern und Steinmetzen üblich, wenn eine große und schwierige Arbeit für ein Bildwerk ansteht. Der Tradition nach bittet der ausführende Handwerker um gutes Gelingen der Arbeit. Gemeinsam mit dem Technischen Geschäftsführer des SIB Falk Reinhardt, dem Kanzler der Hochschule Mittweida Ulrich Pietsch, den zuständigen Denkmalpflegern und den Verantwortlichen der SIB-Niederlassungen Chemnitz und Dresden I wurde der Beginn der neuen Werke feierlich eingeläutet. Der Hüttenmeister Ralf Schmidt sprach traditionell gute Wünsche für die anstehenden Arbeiten aus. Bärbel Hempel und Clemens Modrakowski, Bildhauerin und Bildhauer der Zwingerbauhütte, verliehen diesen mit einem ersten symbolischen Schlag auf den Stein Nachdruck.

Die beiden originalen Skulpturen Hephaistos und Elektra wurden 1894 vom bedeutenden Bildhauer Heinrich Stockmann aus Karlsruhe für das »Electrotechnische Institut« in Mittweida geschaffen. Sie symbolisieren den damaligen Fortschrittsglauben durch die Umdeutung antiker Mythengestalten mit modernen technischen Attributen. Die Originalskulpturen können nach über 100 Jahren nicht mehr am Gebäude angebracht werden. Sie wurden 2021 abgenommen und in die Zwingerbauhütte verbracht. Nach umfangreichen Untersuchungen und Recherchen wurde zusammen mit der Hochschule Mittweida und den zuständigen Denkmalbehörden entschieden, dass die Skulpturen durch Kopien ersetzt werden sollen.

Bärbel Hempel und Clemens Modrakowski werden die Arbeit als niederlassungsübergreifende Aufgabe übernehmen. Auch sonst waren die über zweijährigen Vorbereitungsarbeiten von fachübergreifender Zusammenarbeit geprägt. Beispielsweise untersuchte die Fachgruppe Forensik der Hochschule Mittweida historische Fotos, um die ursprüngliche Handhaltung der Elektra, deren linker Arm verloren gegangen ist, zu ermitteln. Andere Bauhütten und Fachkollegen wurden hinzugezogen, um den ungewöhnlichen französischen Kalkstein Lavoux für die Skulpturenkopien zu finden und einen Steinlieferanten zu gewinnen.

Die Kopierarbeiten werden mit Unterbrechungen rund anderthalb Jahre dauern. Die Kopien sollen nach der Fassadensanierung wieder in den vorhandenen Nischen aufgestellt werden. Für die Originale wird in Abstimmung mit der Hochschule Mittweida ein geeigneter Standort im Innenraum gesucht. Bisher wurden rund 31.000 Euro in Material, Transport und die Modellerstellung investiert. Die Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.


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