Wissenschaft stärkt die Region Südwestsachsen
25.08.2026, 15:44 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Freistaat fördert in Millionenhöhe Projekte jenseits des Masterplans
Mit Millioneninvestitionen in Wissenschaft und Forschung unterstützt der Freistaat den Strukturwandel in Südwestsachsen. In der Masterplanregion gab und gibt es viele Projekte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, weitere sind im Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 verankert. Dazu zählen 79 europäische Forschungsfördervorhaben (EFRE/JTF) im Technologiebereich Maschinen- und Anlagenbau mit einem Volumen von mehr als 80 Millionen Euro sowie Vorhaben für insgesamt über 200 Millionen Euro in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2031.
Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow:
»Südwestsachsen ist eine industrie- und innovationsstarke Region im Wandel infolge des Umbruchs der Automobilindustrie. Wir gestalten diesen Transformationsprozess über den Masterplan hinaus aktiv mit, damit neue Wertschöpfung entsteht und die Lebensqualität in Sachsen erhalten bleibt. So treiben wir die Weiterentwicklung von Forschung, Entwicklung und Lehre an Hochschulen und Forschungseinrichtungen von Freiberg bis Plauen.«
Dafür stehen Forschungsprojekte an der TU Chemnitz, der TU Bergakademie Freiberg, der Hochschule Mittweida und der Westsächsischen Hochschule Zwickau, an Fraunhofer Instituten oder dem Kurt Schwabe Institut in Meinsberg. Aber auch Bauvorhaben wie die Modernisierung von Studentenwohnheimen, das KI-Institut in Plauen, das Technikum und das neue Hochtechnologiezentrum der Westsächsischen in Zwickau oder die Forschungsplattform Kälte- und Energietechnik KETEC in Reichenbach im Vogtland.
Eine der großen Investitionen ist der seit langem geplante neue Reinraum für Forschung und Technologieentwicklung im Bereich nachhaltige Mikroelektronik und Sensortechnik an der TU Chemnitz.
»Das Kabinett hat heute beschlossen, dass zur Finanzierung der knapp 68 Millionen Euro für das Gebäude am dortigen Zentrum für Mirko- und Nanotechnologie (ZfM) nicht abgeflossene EU-Fördermittel verwendet werden. Vorbehaltlich der Zustimmung der Europäischen Kommission kann damit ein Großprojekt realisiert werden, von dem die gesamte Region Südwestsachsen profitiert«, sagte der Minister.
Die Umwidmung von Fördergeldern sei ein übliches Verfahren, wenn Projekte in Ministerien nicht oder nicht fristgerecht umgesetzt werden können.
Das ZfM kann mit dem neuen Reinraum auch entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit außeruniversitärer Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer Institut ENAS und regionaler Firmen des Maschinenbaus, der Fahrzeugindustrie und Medizintechnik beitragen. Mit der angestrebten inhaltlichen Ausrichtung des ZfM im Bereich der Halbleitertechnologien schließt sich eine Lücke in der sächsischen Forschungsinfrastruktur. Durch die angestrebten Kooperationen mit Forschungspartnern und der Wirtschaft, vor allem im Netzwerk Silicon Saxony, profitiert das ZfM von Synergieeffekten.
Hintergrund:
Die Investitionen in wissenschaftliche Projekte und Einrichtungen in der Region Südwestsachsen sind unabhängig vom noch zu beschließenden »Masterplan Südwestsach-sen« im Umfang von rund 100 Millionen Euro. Dieser wird derzeit erstellt und weitere, aus der Region vorgeschlagene Projekte enthalten, die den Strukturwandel der Industrieregion begleiten. In den kommenden Wochen und Monaten soll entschieden werden, welche Projekte finanziert werden.