Niedrige Gasspeicherstände: Sachsen fordert Bundeswirtschaftsministerin zum Handeln auf

21.08.2026, 12:03 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Die deutlich unter dem Vorjahresniveau liegenden Füllstände der deutschen Gasspeicher sind ein Warnsignal. Der Freistaat Sachsen erwartet von der Bundesregierung, insbesondere von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, jetzt entschlossenes Handeln statt weiterer Appelle an die Marktakteure.

Nach Angaben des europäischen Verbands der Gasinfrastrukturbetreiber waren die deutschen Speicher am 17. August 2026 nur zu 50,06 Prozent gefüllt. Im Vorjahr lag der Füllstand zu diesem Zeitpunkt bei knapp 67 Prozent. Zugleich weist der Branchenverband FNB-Gas darauf hin, dass das gesetzliche Einspeicherziel zum 1. November nur noch schwer zu erreichen sein dürfte.

»Appelle reichen nicht aus. Wenn die Speicherstände deutlich hinter dem Vorjahr zurückbleiben, muss der Bund Verantwortung übernehmen und für Klarheit sorgen«, sagt Dirk Panter, sächsischer Wirtschafts- und Energieminister.

Die Versorgungssicherheit dürfe nicht allein davon abhängen, ob Händler bei derzeit hohen Großhandelspreisen ausreichend Gas einkauften. »Es ist Aufgabe des Bundes, rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen, wenn absehbar ist, dass die gesetzlichen Füllstandsvorgaben verfehlt werden. Die Ministerin muss darlegen, wie sie die Versorgung von Haushalten und Wirtschaft sicherstellen will – und zwar bevor eine kritische Lage entsteht«, so der Minister weiter.

Nach der geltenden Gasspeicherfüllstandsverordnung gelten zum 1. November grundsätzlich Füllstandsvorgaben von 80 Prozent für die meisten Speicher; für bestimmte Porenspeicher bestehen abweichende Vorgaben. In der Gesamtbetrachtung entspricht dies einem Ziel von rund 70 Prozent.

»Deutschland darf nicht auf einen milden Winter, fallende Preise oder störungsfreie internationale Gaslieferungen hoffen. Versorgungssicherheit ist keine Frage des guten Wetters und kein Spiel auf Zeit. Der Bund muss jetzt Vorsorge treffen und offenlegen, welche Instrumente im Ernstfall zur Verfügung stehen«, fordert Panter.

Strategische Gasreserve einrichten

Darüber hinaus fordert Sachsen erneut Tempo bei der Einrichtung einer nationalen strategischen Gasreserve. Diese müsse zusätzlich zu den marktlich beschafften Mengen aufgebaut werden und ausschließlich in klar definierten Krisensituationen zum Einsatz kommen, wenn kurzfristige Krisen den regulären Gasmarkt überfordern.

»Wir müssen besser auf Krisensituationen vorbereitet sein. Eine strategische Gasreserve ersetzt nicht den Markt, sondern schafft zusätzliche Sicherheit für außergewöhnliche Lagen«, erklärt Panter.

Die Forderung hatte Sachsen bereits in die Energieministerkonferenz eingebracht. Der Antrag zur Einrichtung einer strategischen Gasreserve wurde im Mai 2026 gemeinsam mit weiteren sächsischen Vorschlägen von der Energieministerkonferenz einstimmig angenommen.


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Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

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