Gemeinsame Pressemitteilung der Länder Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein

29.07.2026, 14:43 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Fusionshubs der Hightech Agenda Deutschland stehen fest: Bis zu 125 Millionen Euro Förderung – Fusionsallianz begrüßt Einrichtung der Hubs für Magnetfusion, Laserfusion und Querschnittsbereich Brennstoffe und Materialien

BERLIN/DRESDEN. Nächste Etappe auf dem Weg zur Energie der Zukunft: Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat heute mit den Wissenschaftsministerinnen und -ministern der beteiligten Länder die künftigen Fusionshubs vorgestellt, die im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland gefördert werden. Die Partner der Fusionsallianz Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein begrüßen die Einrichtung aller drei beantragten Hubs. Sachsen ist mit Projektpartnern aus dem Netzwerk SaxFusion in jedem vertreten, darunter das HZDR und das Fraunhofer IWS. Der Hub für Magnetfusion soll rund um das IPP in Garching bei München entstehen. Der Hub für Laserfusion knüpft an das XFEL in Hamburg und den Standort Biblis an. Zudem soll ein Hub mit dem Fokus auf Brennstoffkreislaufee und Materialentwicklung rund um das KIT in Karlsruhe entstehen.

Staatsminister Sebastian Gemkow, Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus: »Die Beteiligung sächsischer Forschungseinrichtungen im Netzwerk SAXFUSION in allen drei Hubs spricht für die Kompetenz des Forschungs- und Wirtschaftsstandorts im Bereich der Physik, Materialentwicklung, Energietechnik und Anlagenbau. Die Entscheidung belegt das hier vorhandene breite technologische Know-how, das für die Entwicklung beider Fusionsprinzipien, der Magnetfusion und der Laserfusion, gefragt ist. Ich freue mich sehr, dass Sachsen damit zur Entwicklung einer für unsere zukünftige Energieversorgung so vielversprechenden Technologie wie der Fusion Wesentliches beitragen kann.«

Staatsminister Markus Blume, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst: »Wir sind uns einig: Fusion ist eine Jahrhundertchance – wissenschaftlich, technologisch und wirtschaftlich. Mit der Einrichtung der Fusionshubs gehen wir heute einen wichtigen Schritt im Rennen um den ersten Fusionsreaktor. Die drei Fusionshubs bündeln individuelle Standortstärke in einem bundesweiten Ansatz. Herzlichen Dank an den Bund für die zügige und zielgerichtete Ausschreibung und die Entscheidung in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren. Mit den Hubs wird eine kluge Grundstruktur angelegt, auf die schnell aufgesetzt werden kann. Damit verbucht auch unsere Fusionsallianz noch vor ihrem ersten Geburtstag einen großen Erfolg. Klar ist: Fusion ist ein Gemeinschaftswerk – sie gelingt im Schulterschluss von Bund und Ländern und von Wissenschaft, Industrie und Start-ups. Als Länder wünschen wir uns, dass es zügig mit der nächsten Phase weitergeht. Unsere bayerischen Einrichtungen sind an allen Hubs beteiligt. Der Magnethub entsteht rund um das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) als eines der weltweit führenden Zentren für Magnetfusionsforschung. Bayern ist und bleibt mit seinem einzigartigen Fusionsökosystem im Raum München ein zentraler Motor der Fusionsforschung in Deutschland.«

Staatsminister Hubert Aiwanger, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie: »Die Entscheidung für die drei Fusionshubs ist ein starkes Signal für den Technologiestandort Deutschland. Bayern hat alles, was es dafür braucht: exzellente Forschung, innovative Unternehmen und eine leistungsfähige Industrie. In den Hubs können diese Partner ideal zusammenarbeiten. Denn leistungsfähige Lieferketten, abgestimmte Ausbildungsinitiativen, die gegenseitige Nutzung von Infrastrukturen sind wichtige Schritte auf dem Weg zum kommerziell genutzten Reaktor. Wenn wir die Kernfusion erfolgreich zur Marktreife bringen, entstehen neue Arbeitsplätze, neue Wertschöpfung und ein echter Wettbewerbsvorteil für Bayern.«

Ministerin Petra Olschowski, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg: »Wie schnell die Fusion im Energiemix der Zukunft eine Rolle spielen kann, hängt maßgeblich von technologischen Fortschritten in der Materialforschung und der Entwicklung des Brennstoffkreislaufes ab. Und genau hier spielen die Karlsruher Forscher in der globalen Spitzenklasse: Für Fusionsreaktoren geeignete Materialien sind ein entscheidender Baustein bei der Ermöglichung der Fusion. Gleichermaßen relevant ist die Schlüsselkompetenz des KIT eines sicher und nachhaltig funktionierenden Brennstoffkreislaufes, einschließlich der Erzeugung des für den Fusionsprozesses notwendigen Tritiums. Der Zuschlag für einen der drei Hubs festigt die führende Rolle Baden-Württembergs in der Fusionsforschung nun dauerhaft. Es ist ein klarer Beleg dafür, dass wir mit unserem Fokus auf Zukunftstechnologien und der Ausrichtung auf die High Tech Agenda Deutschland erfolgreich sind.«

Senatorin Maryam Blumenthal, Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg: »Die Entscheidung des Bundes zur Förderung der Laserhubs ist ein starkes Signal – für den Norden und für Hamburgs Rolle bei der Entwicklung von Technologien, die unsere Zukunft prägen. Fusionsforschung kann ein entscheidender Faktor für die Energieversorgung von morgen werden. Mit European XFEL, PETRA am DESY und der Universität Hamburg bringen wir in Hamburg Forschungsinfrastruktur von Weltrang ein. Was Focused Energy und Marvel Fusion an Erfahrung aus der Anwendung mitbringen, trifft in der Science City auf ein höchst dynamisches und innovationsfreudiges Umfeld. Wir haben in den vergangenen Jahren gezielt investiert, um hier die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen. Ich freue mich, dass wir mit Schleswig-Holstein und Hessen den HUB gemeinsam unterstützen und die Fusionsallianz einen Meilenstein erreicht hat. Allen Beteiligten gratuliere ich sehr herzlich zu diesem Erfolg!"

Staatssekretär Christoph Degen, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur: »Die Ansiedlung des Laserfusions-Hubs am Fusions-Campus Biblis ist ein starkes Signal für den Wissenschaftsstandort Hessen. Sie zeigt, dass hier Forschung auf höchstem Niveau betrieben wird, und schafft die Voraussetzungen dafür, dass wissenschaftliche Exzellenz und internationale Zusammenarbeit in einem der wichtigsten Technologiefelder der Zukunft weiter wachsen können. Eine Forschungspolitik, die auf Innovation setzt, sichert auch die Wirtschaftskraft unseres Landes. Der Laserfusions-Hub hat das Potenzial, die Energieversorgung der Zukunft entscheidend mitzugestalten. Hessens Spitzenforschung hat einen weiteren Meilenstein erreicht.«

Ministerin Bettina Martin, Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten, Mecklenburg-Vorpommern: »Das ist ein Meilenstein für die Fusionsforschung in Mecklenburg-Vorpommern. Und natürlich ein großer Erfolg für die Forschungseinrichtungen IPP mit dem weltweit führenden Stellarator Wendelstein 7-X und für das neue Helmholtz-Institut in Rostock, HEDI, das in der Laserfusion Spitzenforschung betreibt. Zusammen mit unseren beiden Universitäten sind diese Forschungseinrichtungen maßgebliche Partner in zwei der drei Fusions-Hubs. Ein klares Zeichen, dass in Mecklenburg-Vorpommern wegweisende Spitzenforschung in diesem hoch innovativen Zukunftsfeld betrieben wird. Für diesen Erfolg hat das Land über viele Jahre in diesen Forschungsbereich investiert - und zwar bereits zu Zeiten, als noch viele diese Technologie belächelt haben. Besonders stolz können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in MV darauf sein, dass das Land in beiden Bereichen der Fusionsforschung – der Magnetfusion und der laserinduzierten Trägheitsfusion – vertreten ist.«

Ministerin Dr. Dorit Stenke, Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur, Schleswig-Holstein: "Jede große Zukunftstechnologie beginnt mit der Entscheidung, loszulegen. Diese Entscheidung treffen wir gemeinsam. Mit dem European XFEL, der CAU und den engen Kooperationen zum DESY bringt der Norden nicht nur eine weltweit einzigartige Forschungsinfrastruktur in die Partnerschaft ein, sondern insbesondere auch seine Expertise im innovativen Nanomaterialdesign, in der Röntgendiagnostik, in der Plasmasimulation und in der Lasertechnologie.
Das ist nicht nur ein Gewinn für die Wissenschaft, sondern ein klares Signal: Schleswig-Holstein gestaltet als Innovationsstandort die Energie der Zukunft mit!"

Die Fusionshubs im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland
Fusionstechnologien eröffnen neue Perspektiven für eine nachhaltige Energieversorgung in der Zukunft und bieten zugleich erhebliche Chancen für den Innovations- und Wirtschaftsstandort Deutschland. Mit der Einrichtung der Fusionshubs im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland entsteht eine zentrale Plattform, die die Kompetenzen in den Bereichen Laser- und Magnetfusion bündelt, den Austausch zwischen den Akteuren stärkt und den Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Anwendung beschleunigt. Der Ansatz der Hubs soll Start-ups im Fusionsbereich, wissenschaftliche Einrichtungen sowie führende Unternehmen der Hightech-Industrie und ihre Wertschöpfungs- und Lieferketten eng zusammenbringen.

Der Start der ersten Förderphase der Hubs ist für August 2026 vorgesehen. Zunächst werden belastbare Governance-Strukturen aufgebaut, um die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Wirtschaft und weiteren Partnern effizient zu koordinieren. Direkt im Anschluss sollen erste gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf den Weg gebracht werden. Für die erste Förderphase stellt das BMFTR rund 125 Millionen Euro bereit. Bis 2029 wird das Forschungs- und Entwicklungsprogramm der Fusionhubs in sechs Ausbaustufen kontinuierlich erweitert.

Über die Fusionsallianz
Die Fusionsallianz der Länder bündelt die Kräfte der führenden deutschen Fusionsstandorte. Ihr gehören Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein an. Ziel der Allianz ist es, Forschung, Wirtschaft und Politik länderübergreifend zu vernetzen, den Aufbau einer leistungsfähigen Fusionsindustrie zu unterstützen und die Entwicklung von Fusionskraftwerken in Deutschland zu beschleunigen.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Pressesprecher Falk Lange
Telefon: +49 351 564 60200
E-Mail: falk.lange@smwk.sachsen.de
zurück zum Seitenanfang