Neue Kampagne: Sozialministerium informiert über Gefahren von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft

19.07.2026, 11:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Staatsministerin Köpping: »Alkoholbedingte Schädigungen bei Babys zu 100 Prozent vermeidbar«

Unter dem Motto »100% Liebe – 0% Alkohol« informiert das Sozialministerium ab dem 20. Juli mit einer neuen Kampagne über die Gefahren von Alkohol während der Schwangerschaft und Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD). FASD sind eine Gruppe von Erkrankungen, die durch den Konsum von Alkohol während der Schwangerschaft verursacht werden und die Entwicklung des Ungeborenen erheblich beeinträchtigen können. Die Kampagne endet am 9. September, dem Tag des alkoholgeschädigten Kindes.

Staatsministerin Petra Köpping: »Alkohol in der Schwangerschaft kann bitter enden. Im schlimmsten Fall kommt das Kind mit FASD zur Welt und ist ein Leben lang auf Unterstützung angewiesen. Gleichzeitig ist FASD zu 100 Prozent vermeidbar. Man sagt immer, dass es ein Dorf braucht, um ein Kind großzuziehen, und das trifft voll und ganz zu – auch für die Zeit bis zur Geburt. Die Verantwortung für eine gesunde Schwangerschaft und ein gesundes Kind trägt nicht allein die werdende Mutter, sondern tragen beide zukünftigen Elternteile, Freundinnen und Freunde, Verwandte, Kolleginnen und Kollegen und vor allem wir als Gesellschaft insgesamt. Deshalb ist es nach wie vor von entscheidender Bedeutung, dass das Bewusstsein für FASD und deren Ursachen in der Öffentlichkeit weiter erhöht wird.«

Ab dem 20. Juli werden über die Social Media-Kanäle des Sozialministeriums wöchentlich Beiträge und Kooperationen mit Creatorinnen und Creatoren in den Bereichen Lifestyle, Familie und Schwangerschaft ausgespielt. CityCards, Bäckertüten, Untersetzer, Sticker und ein Aufklärungsclip verstärken die Botschaft im öffentlichen Raum, im Rahmen des Sächsischen Familientags schenkt das SMS außerdem alkoholfreie Cocktails aus. Die Beiträge sollen Aufmerksamkeit für das Thema FASD erzeugen, die Botschaft »100% Liebe – 0% Alkohol« vertiefen und bestenfalls als Haltung in der Öffentlichkeit verankern. Ziel der Kampagne ist Verhaltensprävention: die Umstände einer Schwangerschaft positiv zu beeinflussen durch die empathische und nachhaltige Ansprache von Menschen mit Kinderwunsch, werdenden Eltern, deren sozialem Umfeld und fachlichen Multiplikatoren.

Weitere Informationen

Befragungen zufolge konsumieren mehr als 20 Prozent der Schwangeren Alkohol. Obwohl das Wissen um die Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft inzwischen groß ist, hören Schwangere noch immer Sätze wie »Ist doch nur zum Anstoßen.«, »Ein Glas schadet nicht.« oder »Gegen Ende darf man hin und wieder auch was trinken.« Doch auch geringe Mengen Alkohol, egal in welcher Phase, können zu irreversiblen Schäden führen. In Deutschland werden jedes Jahr rund 10.000 Kinder mit FASD geboren. Zugleich ist die Dunkelziffer vermutlich deutlich höher, da Diagnosen häufig nicht oder erst spät gestellt werden. Dabei ist FASD ein gesamtgesellschaftliches Problem, unabhängig von sozialer Schicht und Bildungsniveau.

FASD ist durch eine Vielzahl von Symptomen gekennzeichnet, die von körperlichen und kognitiven Beeinträchtigungen, wie z. B. Fehlbildungen, Wachstumsverzögerungen, organische Erkrankungen, Entwicklungsstörungen und Lernschwierigkeiten, bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten wie Schwierigkeiten im sozialen Umgang oder erhöhter Impulsivität reichen. Die Symptome können von milden bis zu schweren Beeinträchtigungen variieren, was die Diagnostik schwierig und häufig langwierig macht.

FASD ist nicht heilbar und beeinträchtigt die Menschen ihr ganzes Leben lang. Die Auswirkungen sind nicht nur individuell, sondern haben auch Folgen für die Gesellschaft als Ganzes. Kinder mit FASD benötigen oft spezielle Bildungs- und Unterstützungsangebote. Auch Erwachsene mit FASD sind auf Unterstützung im Alltag und in der Lebensführung angewiesen.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Pressesprecherin Juliane Morgenroth
Telefon: +49 351 564 55055
Telefax: +49 351 564 55060
E-Mail: presse@sms.sachsen.de
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