Steile Lagen, starke Region: Freistaat stärkt Sachsens Weinbaukulturlandschaft im Elbtal
02.07.2026, 14:45 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Staatsministerin Regina Kraushaar übergibt Anerkennungsschreiben – Steillagen, Weinbergsmauern und Kulturlandschaft im Elbtal sollen langfristig erhalten werden
Staatsministerin Regina Kraushaar hat heute (2. Juli 2026) im Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul das Anerkennungsschreiben für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) »Weinland Sachsen« an die Steillagenallianz übergeben. Damit erkennt der Freistaat Sachsen die gemeinsame Entwicklungsstrategie für die Weinbaukulturlandschaft im sächsischen Elbtal offiziell an. Das Konzept bildet künftig die Grundlage, um Maßnahmen zum Erhalt der Steillagen, zur besseren Bewirtschaftung der Weinberge und zur Zusammenarbeit von Kommunen, Behörden, Weinwirtschaft und weiteren Partnern gezielt voranzubringen.
Staatsministerin Regina Kraushaar: »Sachsens Weinberge sind weit mehr als eindrucksvolle Steillagen. Sie prägen unsere Kulturlandschaft, ziehen Gäste an und geben den Orten entlang der Elbe ein unverwechselbares Gesicht. Mit dem »Weinland Sachsen« – diesen schönen Titel trägt die gemeinsame Entwicklungsstrategie für die Weinbaukulturlandschaft im sächsischen Elbtal – wird eine Grundlage geschaffen, damit diese Landschaft erhalten bleibt und die Menschen vor Ort sie weiter bewirtschaften und entwickeln können. Wer Steillagen, Weinbergsmauern und historische Ortsbilder erhält, stärkt Heimat, regionale Wertschöpfung und Verantwortung vor Ort.«
Landrat Ralf Hänsel, Landkreis Meißen: »Das vorliegende Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept »Weinland Sachsen« ist ein weiterer wichtiger Meilenstein und Ausdruck des gemeinsamen Willens, die einzigartige Weinbaukulturlandschaft des sächsischen Elbtals nachhaltig zu bewahren und mit Hilfe von behutsamen, zielgerichteten Flurneuordnungsverfahren weiterzuentwickeln. Ich bin daher dem Weinbauverband Sachsen dankbar, dass er die ‚Steillagenallianz Weinland Sachsen‘ ins Leben gerufen hat, um die Steillagenflächen baulich sowie in Hinblick auf deren Bewirtschaftung zu sichern und zukunftsfähig zu machen.«
Andreas Herr, Vorstand Weinbauverband Sachsen e.V.: »Die weinbaugeprägte Kulturlandschaft mit ihren ortsbildprägenden Terrassenweinbergen ist in Sachsen einzigartig. Die Weinbaukulturlandschaft trägt über Weinerzeugung und Weintourismus zur regionalen Wertschöpfung bei. Die Steillagen sind ökologisch wertvolle Lebensräume, die zudem als regionaler Identifikationspunkt und emotionaler Imagefaktor fungieren. Die Bewirtschaftung stellt für Winzerinnen und Winzer jedoch eine hohe Herausforderung dar. Vor diesem Hintergrund hat der Weinbauverband Sachsen das Projekt Steillagenallianz als Kooperationsprojekt ins Leben gerufen. Die heutige Anerkennung des ILEK Weinland Sachsen ist daher ein wichtiger Schritt zum gemeinsamen Erhalt der sächsischen Weinbaukulturlandschaft.«
Das ILEK »Weinland Sachsen« bündelt fachliche Konzepte und Strategien, die in den vergangenen Jahren erarbeitet wurden. Es führt sie in einem gemeinsamen Handlungsrahmen zusammen. Im Mittelpunkt stehen bessere Bewirtschaftungsbedingungen in der von Steillagen geprägten Weinbaukulturlandschaft im sächsischen Elbtal, der Erhalt historischer Weinbergsmauern, die Ordnung von Eigentums- und Erschließungsstrukturen sowie dauerhafte Formen der Zusammenarbeit in der Region.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Flurneuordnung. Sie kann helfen, kleinteilige Eigentums- und Bewirtschaftungsstrukturen neu zu ordnen, Zufahrten zu verbessern und die Nutzung der Weinberge langfristig zu erleichtern. Gerade in den Steillagen, die das Bild des sächsischen Weinlands prägen, ist das entscheidend, weil dort viele Arbeiten aufwendig sind und die Bewirtschaftung besondere Anforderungen stellt.
Mit der Anerkennung erhält das ILEK »Weinland Sachsen« den Status einer vom Freistaat bestätigten strategischen Grundlage für die weitere Entwicklung der Region. Das Anerkennungsschreiben unterstreicht die Zielstellung des Konzeptes: Die Steillagen sollen dauerhaft bewirtschaftbar bleiben, die historische Weinbaukulturlandschaft soll erhalten und die Zusammenarbeit der Akteure vor Ort verbindlicher ausgerichtet werden. Hierzu zählen beispielsweise die Parzellenstrukturen, die verbesserte Erschließung sowie der Erhalt der Weinbergsmauern. Die Anerkennung ist kein Förderbescheid für einzelne Vorhaben. Sie schafft aber einen gemeinsamen Orientierungsrahmen, an dem sich die beteiligten Kommunen, Fachbehörden und Partner aus der Weinwirtschaft bei der Vorbereitung und Umsetzung künftiger Maßnahmen der Ländlichen Entwicklung ausrichten können.
Staatsministerin Kraushaar sagte weiter: »Das Weinland Sachsen lebt vom Zusammenspiel vieler Hände: von Winzern, Kommunen, Vereinen, Fachleuten und engagierten Menschen in der Region. Genau dieses Miteinander brauchen wir, wenn wir die Steillagen dauerhaft sichern wollen. Das erstellte Entwicklungskonzept hilft dabei, aus einzelnen guten Ansätzen eine gemeinsame Richtung zu machen.«
Die Übergabe im Staatsweingut Schloss Wackerbarth war zugleich Auftakt für die weitere Umsetzung des ILEK. Vertreterinnen und Vertreter aus Landespolitik, Verwaltung, Kommunen und Weinwirtschaft berieten über die nächsten Schritte. Dabei wurde deutlich: Der Erhalt der sächsischen Weinbaukulturlandschaft kann nur im engen Schulterschluss aller Beteiligten gelingen.