Start in die Erntesaison – Sächsischer Bauernverband und Landwirtschaftsministerium informieren zu Ernteaussichten
01.07.2026, 10:22 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Im Rahmen der Ernteauftakt-Pressekonferenz haben der Sächsische Landesbauernverband e. V. (SLB) und das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) am Mittwoch (01.07.) in der Agrargenossenschaft Doberschütz einen Ausblick auf die zu erwartende Ernte gegeben und über die aktuellen Herausforderungen im Ackerbau informiert. Darüber hinaus stellte Sachsens Landeswirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch den »Sächsischen Agrarbericht in Zahlen 2026« vor.
Nach einem in vielen Regionen des Freistaats zu trockenem Herbst und Winter geht der Bauernverband zuversichtlich in die diesjährige Ernte und rechnet mit regional durchschnittlichen Ernteerträgen. Die Niederschläge in den Frühjahrsmonaten brachten zwar keine Trendumkehr, sie halfen aber, die Bodenfeuchtesituation im Oberboden etwas zu verbessern.
Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch: »Der Erntestart 2026 ist für unsere Landwirtschaft vor allem der Abschluss eines Jahres intensiver Arbeit – ein Jahr, in dem die Landwirtinnen und Landwirte ihre Feldbestände gepflegt, jede Wachstumsphase begleitet und unter schwierigen Bedingungen dafür gesorgt haben, dass wir heute ernten können. Trotz dieser enormen Leistung stehen viele Betriebe wirtschaftlich unter Druck. Steigende Energiepreise, höhere Kosten für Arbeit und Betrieb, spürbare Preisschwankungen sowie zunehmende geopolitische Risiken belasten den Alltag unserer Landwirtschaft deutlich. Gleichzeitig zeigt der Blick auf das vergangene Jahr, wie leistungsfähig unsere Betriebe sind: Mit 2,2 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung haben sie 2025 das beste Ergebnis seit 15 Jahren erzielt. Doch dieser Puffer ist inzwischen weitgehend aufgebraucht. Für viele Betriebe ist der Erntestart deshalb ein entscheidender Moment, um wieder Liquidität zu gewinnen und ihre wirtschaftliche Basis zu stabilisieren. Umso wichtiger ist es, dass politische Entscheidungen auf europäischer und nationaler Ebene die Leistungsfähigkeit unserer Landwirtschaft stärken und nicht schwächen. Mein Signal zum Erntestart ist klar: Unsere Landwirtinnen und Landwirte verdienen Verlässlichkeit und Rahmenbedingungen, die ihre Arbeit unterstützen – nicht gefährden.«
Anbauumfang der Kulturen
Die sächsischen Landwirte bearbeiten in diesem Jahr rund 702.274 Hektar Ackerland. Davon entfallen ca. 384.400 Hektar auf den Getreideanbau einschließlich Körnermais. Auf 186.000 Hektar wächst Weizen (+0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr), Gerste auf 107.700 Hektar (-1,6 Prozent) und Roggen auf 29.900 Hektar (-5,6 Prozent). Weitere Kulturen sind Triticale (14.700 Hektar), Körnermais mit 18.100 Hektar und Hafer mit 15.000 Hektar. Winterraps ist nach dem Getreide mit 105.200 Hektar (+0,3 Prozent) die bedeutendste Fruchtart. Silomais wird auf einer Fläche von 75.100 Hektar (-5,6 Prozent) sowie Zuckerrüben auf 12.500 Hektar (-18,8 Prozent) angebaut.
Sächsischer Agrarbericht in Zahlen 2026
Der »Sächsische Agrarbericht in Zahlen 2026« gibt einen Überblick zu den Rahmenbedingungen der landwirtschaftlichen Produktion, zu den Boden- und Pachtpreisen, der Förderung, den Details der pflanzlichen und tierischen Erzeugung und zur Entwicklung des Ökolandbaus.
Der Bericht steht zum Download in der Publikationsdatenbank des Freistaats zur Verfügung unter: https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/50594.