Kultusminister Clemens sieht sächsische Maßnahmen durch Handlungsempfehlungen der Expertenkommission »Kinder und Jugendschutz in der digitalen Welt« bestärkt
24.06.2026, 12:55 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Die Expertenkommission »Kinder und Jugendschutz in der digitalen Welt« hat heute (24. Juni 2026) ihre Handlungsempfehlungen für einen effektiveren Kinder- und Jugendmedienschutz veröffentlicht und an Bundesbildungsministerin Karin Prien übergeben. Die 56 Empfehlungen sind darauf ausgerichtet, Kinder und Jugendliche vor problematischen Nutzungsweisen und Inhalten zu schützen und algorithmisch verstärkte Dynamiken auszubremsen. Das Gesamtkonzept nimmt neben Familien und Schulen unter anderem auch Plattformbetreiber, Beratungsstellen und den Gesundheitssektor in den Blick.
Kultusminister Conrad Clemens: »Die Empfehlungen zeigen klar, worauf es jetzt ankommt: Keine Ablenkungen durch private Handys in der Schule, dafür mehr Medienbildung. Die Expertenkommission bestätigt damit unseren sächsischen Weg. Ab dem kommenden Schuljahr erweitern wir das Handyverbot an Sachsens Schulen bis zur Klasse 8 und stärken gleichzeitig die Medienbildung ab Klasse 1. Diesen Kurs setzen wir fort. Ich danke der Expertenkommission für ihre wichtige Arbeit, die der Diskussion um mehr Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt ein wissenschaftliches Fundament gibt.«
Sachsen: Weniger Bildschirmzeit, mehr Medienbildung
Seit dem 1. Februar ist die Nutzung privater mobiler Endgeräte an Sachsens Grundschulen und der Primarstufe der Förder- und Gemeinschaftsschulen mit wenigen medizinischen und pädagogischen Ausnahmen verboten. Ab dem Schuljahr 2026/27 wird das Handyverbot auf die weiterführenden Schulen bis Klasse 8 ausgeweitet.
Zeitgleich stärkt Sachsen die Medienbildung in den Schulen ab Klasse 1. Zum Schuljahr 2026/27 wird der Medienpass für Klasse 5 bis 8 eingeführt, um die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern im Umgang mit digitalen Medien zu stärken und eine reflektierte und gesunde Mediennutzung zu fördern. Schülerinnen und Schüler setzen sich so altersgerecht mit Herausforderungen wie Desinformation, Social Media und Online-Spielen auseinander. Den Schulen werden darüber hinaus mit dem Orientierungsrahmen Unterstützungsangebote und -materialien für den Unterricht zur Seite gestellt, um die Medienbildung aller Kinder und Jugendlichen in Sachsen wirksam zu fördern. Zudem wurde der Umgang mit digitalen Medien in den neuen Erziehungs- und Bildungsplan aufgenommen, sodass Medienpädagogik bereits in der frühkindlichen Bildung verankert wird.
Hintergrund:
Der unabhängigen Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" gehören 18 Expertinnen und Experten, unter anderem aus den Bereichen Rechtswissenschaft, Medizin, Psychologie, Kriminologie, Pädagogik und Bildungsforschung, an. Ziel der Kommission ist es, Handlungsempfehlungen für einen effektiveren Kinder- und Jugendmedienschutz zu erarbeiten. Die 56 Handlungsempfehlungen bauen auf der am 20. April 2026 veröffentlichten Bestandsaufnahme auf.
Das Gesamtkonzept liefert Maßnahmen für Schutz, Befähigung und Teilhabe und richtet Handlungsempfehlungen an Bund, Länder, Kommunen sowie die Europäische Union. Eltern, Schulen, Hochschulen, Social Media Plattformen, Beschwerdestellen und Sicherheitsbehörden, der Gesundheits- und Sozialraum sowie die Forschung werden gleichermaßen adressiert. Der Abschlussbericht soll im September 2026 veröffentlicht werden.
Die Handlungsempfehlungen der Expertenkommission können hier abgerufen werden: https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/290236/32c7a742b1ee00b498fca42c37784c99/20260624-handlungsempfehlungen-expertenkommission-kinder-und-jugendmedienschutz-data.pdf