Lungenkrebsfrüherkennung: neues CT-Screening durch Landesdirektion Sachsen genehmigt
24.06.2026, 11:08 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Die Landesdirektion Sachsen (LDS) hat die ersten Genehmigungen für ein CT-Screening für die Lungenkrebsfrüherkennung erteilt. Während CT-Untersuchungen bislang nur in Notfällen oder konkretem Krankheitsverdacht zum Einsatz kamen, wird dies nun Teil der medizinischen Vorsorge: Seit April 2026 können starke Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren eine Untersuchung zur Früherkennung von Lungenkrebs mittels Niedrigdosis-Computertomographie (CT) als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen. Bevor radiologische Praxen oder Krankenhäuser die Untersuchung anbieten dürfen, benötigen sie eine besondere Genehmigung des Referates »Strahlenschutz und Arbeitsmedizin« der LDS. Nach eingehender Prüfung konnten Anfang Juni die ersten Genehmigungen erteilt werden.
»Mit der Genehmigung des Strahlenschutzes kann die neue Form der Lungenkrebsfrüherkennung in Sachsen starten«, erklärt LDS-Präsident Béla Bélafi. Ziel des Programms ist es, Tumore möglichst früh zu entdecken und die Heilungschancen zu verbessern. Die LDS setzt damit den Erlass der Lungenkrebs-Früherkennungs-Verordnung durch das Bundesumweltministerium um.
Bisher wurden Computertomographen ausschließlich eingesetzt, wenn bereits ein konkreter Verdacht auf eine Erkrankung bestand. Das hat rechtliche Gründe, denn jede solche Untersuchung ist mit einer Strahlendosis verbunden. Deshalb muss ihr Nutzen die möglichen Risiken überwiegen. Für die Lungenkrebsfrüherkennung erfolgte diese Abwägung mit dem Erlass des Bundesumweltministeriums für die Hochrisikogruppe der starken Raucher. https://www.bundesumweltministerium.de/gesetz/lungenkrebs-frueherkennungs-verordnung
Der Strahlenschutz gehört zu den zentralen Aufgaben der LDS. In Sachsen gibt es derzeit mehr als 8.000 angezeigte oder genehmigte Röntgeneinrichtungen – von Zahnarztpraxen über Kliniken bis hin zu radiologischen Fachpraxen. Rund 200 Computertomographen sind im Freistaat im Einsatz – praktisch in jedem Krankenhaus und in nahezu jeder radiologischen Praxis.