Ehrung mit Verdienstorden des Freistaates Sachsen
23.06.2026, 12:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Festveranstaltung in der Albrechtsburg Meissen – Ministerpräsident Kretschmer würdigt herausragendes Engagement für den Freistaat
Meißen (23. Juni 2026) - Ministerpräsident Michael Kretschmer hat in der Albrechtsburg Meissen 13 Persönlichkeiten, die eng mit Sachsen verbunden sind, den Verdienstorden des Freistaates Sachsen verliehen.
Mit dieser Auszeichnung ehrt der Freistaat Frauen und Männer, die sich im politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen, gesellschaftlichen oder ehrenamtlichen Bereich in herausragendem Maße engagiert haben. Bei dem Sächsischen Verdienstorden handelt es sich um die höchste staatliche Auszeichnung des Freistaates.
Kretschmer würdigte am Dienstag bei der Festveranstaltung das Wirken der geehrten Persönlichkeiten: »Sie können auf ganz unterschiedliche Lebenswege und Leistungen blicken – und doch gibt es diese eine große Sache, die Sie alle verbindet: Es ist die Leidenschaft und die Energie für das, was Sachsen bewegt. Sie gehören zu den Menschen, die nicht darauf warten, dass andere ein Problem lösen, sondern die einfach selbst anpacken. Genau diese Tatkraft, diese Ausdauer macht Sie für unser Land so unendlich wertvoll. Sie verändern Sachsen im Kleinen wie im Großen. Ihr Einsatz ist alles andere als selbstverständlich. Es ist mir eine große Ehre, Ihnen heute dafür Danke zu sagen.«
Ausgezeichnet wurden im Einzelnen:
Regine Seifert (Zwönitz)
Die ehemalige Lehrerin Regine Seifert (86) engagiert sich seit fünf Jahrzehnten dafür, die erzgebirgische Mundart zu erhalten und ihr Wissen um die Regionalgeschichte weiterzugeben. Nach der politischen Wende legte sie den Grundstein für den Erzgebirgszweigverein Hormersdorf, dessen Vorsitzende sie seit der Gründung 1992 ist. Im Jahr 2000 initiierte sie zudem die Gründung des Heimatmuseums Hormersdorf, welches sie seither ehrenamtlich leitet. Durch die Mundart-Tage, Publikationen und Führungen vermittelt sie insbesondere Kindern und Jugendlichen das traditionelle Erbe ihrer Heimat und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Identitätsstiftung im heutigen UNESCO-Welterbe Montanregion.
Hartmut Schnorr von Carolsfeld (Köln)
Hartmut Schnorr von Carolsfeld (86) setzte sich über Jahrzehnte hinweg mit herausragendem Engagement für die kulturelle Entwicklung und Stärkung der Region Carlsfeld ein. Getragen von seiner tiefen Verbundenheit zu der Region, die einst auch von seinen Vorfahren mitgeprägt wurde, wirkte er als Förderer und aktiver Netzwerker für den Erhalt bedeutender Denkmäler, darunter die Trinitatiskirche Carlsfeld oder die Hammerherrenhäuser in Carlsfeld und Aue. Sein Einsatz reicht von der Förderung akademischen Nachwuchses in Schneeberg bis hin zur Unterstützung lokaler Vereine und Museen, wobei er stets den Brückenschlag zwischen Tradition und Zukunft suchte. Durch die Finanzierung regionalgeschichtlicher Publikationen und sein Wirken in zahlreichen Fördervereinen stärkte er die Identifikation der Menschen mit ihrer Heimat.
Prof. Dr. Hans-Egbert Schröder (Dresden)
Prof. Dr. Hans-Egbert Schröder (86) prägte maßgeblich das sächsische Gesundheitswesen. Er war Klinikdirektor der lll. Medizinischen Klinik der neuen Medizinischen Fakultät Dresden und gehört zu den Gründungsvätern der Sächsischen Landesärztekammer sowie der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen. Doch sein Wirken für den Freistaat reicht weit darüber hinaus: Er engagiert sich seit Jahrzehnten leidenschaftlich für die sächsische Kunst und Kultur. So leistet er u. a. als Vorstand des »Forums Mitteldeutsche Kunst 20. Jahrhundert e. V.« sowie im »Neuen Sächsischen Kunstverein e. V.« wertvolle ehrenamtliche Forschungs- und Ausstellungsarbeit. In seiner Person vereint Prof. Schröder auf eindrucksvolle Weise medizinische Pionierarbeit mit einem erheblichen Engagement für die bildenden Künste.
Christa Anger (Pirna)
Christa Anger (85) zeigt seit mehr als drei Jahrzehnten ein leidenschaftliches Engagement für die Belange älterer Menschen. Als Gründungsmitglied und langjährige Vorsitzende der Seniorenvertretung der Stadt Pirna sowie als Mitglied der Landesseniorenvertretung Sachsen wirkte sie aktiv in seniorenpolitischen Gremien mit. Zudem engagierte sich Frau Anger mit großer Hingabe für die Kabarett- und Kleinkunstszene in Pirna, wobei sie 1995 den Verein »Die Pirnaer Stechmücken e. V.« mitbegründete. Mit ihrem fortwährenden, verlässlichen und stets herzlichen Einsatz für Senioren ist Christa Anger ein prägendes Vorbild für das Engagement in unserer Gesellschaft.
Magdalena Schadeberg (Freiberg)
Mehr als drei Jahrzehnte setzte sich Magdalena Schadeberg (79) ehrenamtlich für den "A-cappella Kammerchor Freiberg e. V.« ein. In außergewöhnlicher Weise machte sie sich um die Aufrechterhaltung und Gestaltung des renommierten Vokalensembles im mitteldeutschen Raum verdient. Als engagiertes Gründungsmitglied, welches intellektuelle Tiefe und künstlerische Sensibilität auf einzigartige Weise verbindet, leistete Magdalena Schadeberg einen wichtigen Beitrag zur musikalischen Förderung sowie zur kulturellen und sozialen Teilhabe der Menschen in der Stadt Freiberg.
Gerald Riedel (Leipzig)
Der Elektromeister im Ruhestand Gerald Riedel (76) widmet sich seit mehr als 30 Jahren der Bewahrung der regionalen Braunkohlehistorie. Nach der Abbaggerung seines Heimatortes Magdeborn organisierte er Umsiedlertreffen und gründete 2008 den Verein Magdeborner Heimatfreunde e. V. zur Dokumentation der Ortsgeschichte. Seit 2002 ist er zudem Gründungsmitglied und ehrenamtlicher Vorsitzender des Vereins »Bergbau-Technik-Park e. V. Großpösna«. Mit erheblichem zeitlichen Aufwand bringt er sein technisches Wissen in die Infrastruktur des Freilichtmuseums ein und vermittelt die sächsische Industriekultur als Zeitzeuge an die Besucher.
Prof. Dr. Hans Wiesmeth (Dresden)
Prof. Dr. Hans Wiesmeth (76) zeichnet sich durch sein großes berufliches Engagement und langjähriges ehrenamtliches Wirken für die sächsische Wissenschaftslandschaft aus. In Forschung und Lehre sowie als ehemaliger Präsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften war er ein vielseitiger Gestalter und ein maßgeblicher Akteur des Wissenschaftsmanagements. In diesem Zuge war er als Rektor der Handelshochschule Leipzig, als Prorektor für Wissenschaft an der TU Dresden und als Präsident der Dresden International University tätig. Seine Tatkraft für den wissenschaftlichen Nachwuchs ist besonders hervorzuheben. Im Rahmen seines ehrenamtlichen Wirkens im Verein zur Förderung von Studierenden der TU Dresden begutachtet er als Kuratoriumsmitglied zur Verleihung des Georg-Helm-Preises seit 2000 eine Vielzahl wissenschaftlicher Arbeiten und wirkt aktiv an den Preisverleihungen mit.
Horst Brückner (Waldhufen)
Horst Brückner (73) prägte die Entwicklung seiner Heimat über 35 Jahre als ehrenamtlicher Bürgermeister von Waldhufen maßgeblich. Als Architekt des Zusammenschlusses mehrerer Ortsteile bewies er außergewöhnliches diplomatisches Geschick und Weitsicht. Durch seinen unermüdlichen Einsatz realisierte er zukunftsweisende Projekte wie die Sanierung der Grundschule Nieder-Seifersdorf, das Jänkendorfer »Kinderschloss« sowie eine moderne medizinische Infrastruktur. Über die Gemeindegrenzen hinaus wirkte er als Brückenbauer zwischen Politik, Kirche und Vereinen und gestaltete als Kreisrat sowie in regionalen Zweckverbänden die Strukturen des Landkreises entscheidend mit.
Jürgen Müller (Dresden)
Seit rund 30 Jahren setzt sich Fleischermeister Jürgen Müller (70) ehrenamtlich für die Belange des sächsischen Fleischerhandwerks und des Berufsnachwuchses ein. Neben der Führung seines Familienunternehmens ist er in zahlreichen Funktionen aktiv: seit 1998 wirkt er als Obermeister der Fleischerinnung Dresden, gehört seit 2002 dem Vorstand der Kreishandwerkerschaft Dresden an und leitet seit 2015 als Vorsitzender das Versorgungswerk der regionalen Innungen. Als geachteter Ansprechpartner für Politik und Medien vertritt Jürgen Müller die wirtschaftlichen und verbandspolitischen Interessen des Handwerks auch auf Bundesebene.
Prof. Dr. Klaus-Dieter Barbknecht (Jesewitz)
Prof. Dr. Klaus-Dieter Barbknecht (68) erwarb sich durch sein Wirken an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik herausragende Verdienste um den Freistaat Sachsen. Als langjähriger Rektor der TU Bergakademie Freiberg und Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz gestaltete er die hiesige Hochschullandschaft maßgeblich mit und setzte sich auch für eine enge Zusammenarbeit der sächsischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften bei der Kooperation für Promotionsverfahren ein. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement bei der Gewinnung internationaler Fachkräfte, das unter anderem durch die Eröffnung von Verbindungsbüros in Usbekistan und der Mongolei weit über die Landesgrenzen hinausstrahlt. Mit seinem Namen verbunden ist auch die Förderung verschiedener Vereine und Projekte, darunter der Förderverein der Bergakademie, die IG Jazz Freiberg oder der dortige Studentenclub.
Gudrun Matschenz (Leipzig)
Gudrun Matschenz (67) machte sich in mehr als dreißig Jahren als Gründungsmitglied, Unterstützerin und Vorsitzende des Betreuungsvereins Landkreis Leipzig e. V. sowie als langjährige ehrenamtliche Richterin am Landessozialgericht in Chemnitz verdient. Ihre Unterstützung kranker und behinderter Menschen in sozialer Not ragt dabei heraus. Auch die regionale Kulturlandschaft, etwa bei der Sanierung der Rittergutskirche Kleinliebenau oder dem Gedenken an Ruth Pfau – eine Ordensschwester und Medizinerin, die in Pakistan das landesweite Netzwerk zur Lepra- und Tuberkulosebekämpfung aufbaute –
wird durch Gudrun Matschenz ehrenamtlich und federführend mitgestaltet. Ihr langjähriges Wirken ist dabei von großem persönlichem Einsatz, Leidenschaft und Optimismus geprägt.
Joachim Karl Otto (Auerbach/Vogtl.)
Joachim Otto (66) engagiert sich seit mehr als zwanzig Jahren ehrenamtlich für die Belange des sächsischen Handels und der heimischen Wirtschaft. Er fungiert dabei als Präsident des Handelsverbandes Sachsen e. V. und des Handelsverbandes Mitteldeutschland e. V. sowie als Vizepräsident der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e. V. Des Weiteren bringt er seine Expertise aus Sachsen als Vorstandsmitglied des Handelsverbandes Deutschland auf Bundesebene ein. Parallel zu seinem Wirken für den Handel ist Joachim Otto seit 1996 nahezu durchgehend im Kreistag des Vogtlandkreises aktiv. Ein weiteres besonderes Anliegen ist ihm die Förderung von Kindern und Jugendlichen, wobei er etwa als Vorstand des KiEZ Waldpark Grünheide e. V. und Gründungsmitglied des Familienverbandes Vogtland e. V. tätig ist. Joachim Ottos stetiges Wirken hat Vorbildcharakter und ist von herausragender Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft in Sachsen.
Stefanie Hertel (Schleching/Traunstein)
Als Sängerin, Fernsehmoderatorin und Musicaldarstellerin ist Stefanie Hertel (46) durch ihr überaus erfolgreiches Wirken eine besondere Botschafterin des Vogtlandes. Selbst tief verwurzelt und verbunden mit ihrem Geburtsort und ihrer Heimatregion, stärkt sie vor allem auf kulturell-künstlerischem Gebiet das Ansehen des sächsischen Vogtlandes und wird als herausragende Repräsentantin der Region wahrgenommen. Mit ihrem Verein »Stefanie Hertel hilft e. V.« setzt sie sich zudem leidenschaftlich und ehrenamtlich für den Tierschutz, die Belange von Kindern sowie den Kampf gegen Missbrauch ein. Als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens trägt sie mit ihrer Strahlkraft zum positiven Image des Freistaates Sachsen bei.
Hintergrund:
Beim Sächsischen Verdienstorden handelt es sich um die höchste staatliche Auszeichnung Sachsens. Mit der Auszeichnung ehrt der Freistaat Menschen, die sich im politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen, gesellschaftlichen oder ehrenamtlichen Bereich in herausragendem Maße engagiert haben. Der Orden wurde 1996 gestiftet und erstmals am 27. Oktober 1997 verliehen. Ihn können in- und ausländische Persönlichkeiten erhalten, die sich um den Freistaat Sachsen und die hier lebenden Menschen besonders verdient gemacht haben. Bisher wurde der Sächsische Verdienstorden 419 mal verliehen.
Fotos mit den geehrten Persönlichkeiten finden Sie zeitnah nach dem Termin im Medienservice der Sächsischen Staatsregierung (https://www.medienservice.sachsen.de/medien/medienobjekte).