Kunst-am-Bau-Wettbewerb für den Neubau des Institutsgebäudes Chemie der Technischen Universität Chemnitz entschieden

16.06.2026, 14:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Werk „CLOUD“ des Künstlers Tobias Stengel - Perspektive 2 (© Tobias Stengel)

Werk „CLOUD“ des Künstlers Tobias Stengel - Perspektive 2 (© Tobias Stengel)

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Werk „CLOUD“ des Künstlers Tobias Stengel - Perspektive 1 (© Tobias Stengel)

Werk „CLOUD“ des Künstlers Tobias Stengel - Perspektive 1 (© Tobias Stengel)

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Visualisierung Neubau Chemie TU Chemnitz (© CODE UNIQUE Architekten GmbH)

Visualisierung Neubau Chemie TU Chemnitz (© CODE UNIQUE Architekten GmbH)

Der Freistaat Sachsen, vertreten durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Niederlassung Chemnitz, führte im Rahmen der Baumaßnahme für den Neubau des Institutsgebäudes Chemie der Technischen Universität Chemnitz einen nicht offenen Kunst-am-Bau-Wettbewerb durch.

Aus den 24 von einem unabhängigen Fachgremium vorgeschlagenen Künstlerinnen und Künstlern wurden acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Sachsen und ganz Deutschland zur Beteiligung am Wettbewerb ausgewählt. In der Jury waren neben zwei Vertretern der TU Chemnitz auch jeweils ein Vertreter des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWKT), des SIB und des Architekturbüros CODE UNIQUE Architekten sowie zwei Künstlerinnen vom Landesverband Bildende Kunst Sachsen e. V. vertreten.

Die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler setzten sich im Rahmen der Wettbewerbsaufgabe mit der künstlerischen Gestaltung und Ausstattung der zentralen Wandfläche im Foyer des Neubaus auseinander. Der Freistaat stellt für die Realisierung der künstlerischen Idee 125.000 Euro zur Verfügung und fördert auf diese Weise zeitgenössische Bildende Kunst in Sachsen.

Die Preisgerichtssitzung fand unter dem Vorsitz von Frau Franziska Möbius aus Leipzig (Landesverband Bildende Kunst Sachsen e. V.) statt. Aus den acht eingegangenen Arbeiten wurde das Werk CLOUD des Künstlers Tobias Stengel aus Dresden als Sieger ausgewählt und von der Jury zur Realisierung empfohlen.

Der Siegerentwurf zeigt eine Wandmalerei an einer geschlossenen Wand im Foyer. Der Künstler schreibt selbst zu seiner Arbeit:
»CLOUD ist ein Bild für die Offenheit von Denken und Forschung. Wolkenartige Strukturen breiten sich über die Betonwand aus und bewegen sich zwischen Nano- und Makrokosmos. Ihre scheinbare Selbstorganisation erinnert an Muster der Natur und an wissenschaftliche Bildwelten. Eingefügte Details – bearbeitete Fotografien von Wasser – erzeugen bewusste Irritationen. So entsteht ein offener Denkraum zwischen Zufall, Experiment und Erkenntnis, der die Architektur aufnimmt und den Blick in unbegrenzte Richtungen lenkt.«

Die Bewertung der Jury, welche zur Prämierung der Arbeit führte, wird auszugsweise wie folgt wiedergegeben:
»(…) Inhaltlich verankert sich die Arbeit in den elementaren Grundlagen der Chemie – Materie, Pigmente, Wasser und Aggregatzustände. Die ergänzenden Glasscheiben erweitern diese Auseinandersetzung um eine formale Ebene, in der Transparenz, Reflexion und Materialität miteinander in Dialog treten. (…) Der lasierend geschichtete Farbauftrag (…) macht eine räumliche Tiefe erfahrbar, wodurch Beweglichkeit, Wandelbarkeit und Weite wissenschaftlicher Prozesse räumlich spürbar werden und zudem ein starker, identitätsstiftender Akzent im Gebäude entsteht. Auch die Assoziation CLOUD als Speicher von Wissen bekommt hier eine Dimension, die über das rein Technische weit hinauswirkt, einen Eindruck von Offenheit und Unbegrenztheit des Denkens und Forschens, vom kleinsten bis hin zum größten Maßstab.«

Die Realisierung des Kunstwerkes erfolgt im Zuge der Fertigstellung der Baumaßnahme voraussichtlich im Jahr 2029.

Alle eingereichten Arbeiten können im Rahmen einer Ausstellung im Zeitraum vom 24.06.2026, 14:00 Uhr bis 10.07.2026, 18:00 Uhr an der folgenden Adresse besichtigt werden:

  • Technische Universität Chemnitz,
  • Hörsaalzentrum, 1. Obergeschoss, Reichenhainer Straße 70, 09125 Chemnitz

Das Hörsaalzentrum ist wochentags von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet.

Hintergrund:
Der Neubau des Institutsgebäudes Chemie der Technischen Universität Chemnitz entsteht auf der Grundlage des Siegerentwurfs eines Architekturwettbewerbs aus dem Jahr 2023 auf dem Gelände des Campus West, Reichenhainer Straße.

Das Bauprojekt befindet sich gerade am Beginn der Ausführungsphase. Eventuelle Einflüsse der Kunst auf den Planungs- und Realisierungsprozess des Vorhabens sollten möglichst zeitnah eingebracht werden können. Die genehmigten Gesamtbaukosten des Gebäudes betragen 135 Millionen Euro, kofinanziert von der Europäischen Union zur »Verbesserung der Infrastruktur für die anwendungsorientierte Forschung« des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Der Gebäudeentwurf vereint die Fakultät für Naturwissenschaften an einem Standort, in unmittelbarer Nähe zu den Fakultäten für Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik sowie zum Forschungszentrum MAIN und den Fraunhofer-Instituten.
Der viergeschossige Baukörper mit ca. 8.900 m² Hauptnutzfläche zeichnet sich durch eine nachhaltige, ressourcenschonende Bauweise aus. Zwei versetzt angeordnete Gebäudeteile – einer für Labore und einer für Büros – werden durch ein lichtdurchflutetes Atrium miteinander verbunden. Im Erdgeschoss sind Lehr- und Praktikumsräume, ein großzügiger Experimentalhörsaal, Seminarbereiche sowie ein offen gestaltetes Foyer mit Lounge-Charakter vorgesehen. Ein Schülerlabor, als »Schaufenster der Wissenschaft« gedacht, gewährt jungen Menschen im Schulalter Einblicke in die Welt der Forschung.
Im Sockelgeschoss werden Werkstätten, technische Flächen sowie ein Chemikalienlager angeordnet. Auf den begrünten Dachflächen werden attraktive Pausenbereiche entstehen, die einen Panoramablick über den Campus gewähren.

Dabei bildet das Bauwerk den städtebaulichen Abschluss des Campusplatzes zwischen Mensa und Hörsaalzentrum und setzt ein modernes, funktionales Zeichen für Innovation und Fortschritt. Das Ziel ist, mit diesem Vorhaben den Wissenstransfer zwischen Hochschule, Industrie und Gesellschaft zu fördern und somit die regionale sowie überregionale Wirtschaftskraft zu stärken. Es werden sehr gute Rahmenbedingungen für die enge Verzahnung von Forschung und angewandter Entwicklung geschaffen.


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