Gesundheitsministerkonferenz (GMK) 2026: Sachsen setzt sich für bessere Versorgung von ME/CFS-Betroffenen ein
09.06.2026, 13:27 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Staatsministerin Köpping: »Mehr Forschung und Wissen für bessere Diagnosen nötig«
Auf der diesjährigen GMK, die am 10. und 11. Juni in Hannover tagt, unterstützt Sachsen im Zusammenschluss mit den anderen Bundesländern einen Vorstoß, um die Versorgung von ME/CFS-Betroffenen zu verbessern. Konkret soll der Bund um Prüfung gebeten werden, ob ambulante aufsuchende Versorgungsangebote für schwerstkranke Patientinnen und Patienten mit Long Covid und Myalgischer Enzephalomyelitis (ME) / Chronischem Fatique-Syndum (CFS) geschaffen bzw. ausgebaut werden können.
Bei MEC/CFS handelt es sich um eine von der Weltgesundheitsorganisation WHO anerkannte neurologische Erkrankung, die unter anderem durch eine virale Infektion entstehen kann. Zudem wird der Bund u.a. gebeten, einen Schwerpunkt auf Maßnahmen zur Verbesserung des Wissens über diese Krankheit zu legen.
Gesundheitsministerin Petra Köpping: »Der Weg hin zur Diagnose ist für Betroffene mit ME/CFS häufig schwierig und frustrierend. Und sie haben teilweise leider das Gefühl, dass ihre Beschwerden nicht ernst genommen werden. Es gibt aber viele Ärztinnen und Ärzte und medizinisches Personal, die sich sehr um die Patienten bemühen. Es ist nach wie vor mehr Forschung nötig, um bessere Diagnosen zu bekommen und eine bessere Therapie zu ermöglichen. Auch mit innovativen Ansätzen. Gleichwohl ist das Wissen um die Krankheit und COVID-19-Folgen bereits gewachsen. Aber dieses Wissen ist nicht immer auch schon überall in der alltäglichen Versorgung angekommen. Es gibt Therapie-Angebote, aber wir brauchen sie flächendeckend. Spezialisierte Versorgungsformen für Schwerstbetroffene sind wichtig, da sie oft nicht mehr in der Lage sind, eine Arztpraxis aufzusuchen. Sie sind daher auf Versorgung zu Hause angewiesen, sei es durch Hausbesuche, ergänzende telemedizinische Konsultation oder auch psychosoziale Angebote.«
Weitere Informationen:
Das Bundesforschungsministerium hat die »Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen (z.B. Long Covid, ME/CFS) ausgerufen. Der Bund stellt dafür 500 Millionen Euro über zehn Jahre zur Erforschung entsprechender Krankheitsbilder bereit.
Weitere Informationen: https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2026/01/dekade-postinfekt.html
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat eine Richtlinie über eine berufsgruppenübergreifende, koordinierte und strukturierte Versorgung für Versicherte mit Verdacht auf Long-COVID und Erkrankungen, die eine ähnliche Ursache oder Krankheitsausprägung aufweisen (z.B. ME/CFS) beschlossen, welche vom Bundesgesundheitsministerium genehmigt und seit April 2024 in Kraft getreten ist: https://www.g-ba.de/richtlinien/141/