Ein neues Dach für ein Stück Oberlausitzer Geschichte: Schwesternhaus Kleinwelka erhält Förderung

01.06.2026, 15:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Bund und Freistaat unterstützen Sanierung mit rund 220.000 Euro – Denkmal soll gesichert und schrittweise wiederbelebt werden

Das Schwesternhaus Kleinwelka bei Bautzen erhält rund 220.000 Euro für die denkmalgerechte Sanierung des Dachstuhls und der Dacheindeckung. Der Fördermittelbescheid wird heute (1. Juni 2026) in Kleinwelka (Landkreis Bautzen) vom Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung übergeben. Die Mittel stammen je zur Hälfte aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm XIV des Bundes und aus der Denkmalförderung des Freistaates Sachsen. Die Gesamtkosten für das Vorhaben liegen bei rund 280.000 Euro.

Staatsministerin Regina Kraushaar dazu: »Das Schwesternhaus Kleinwelka zeigt, wie tief Geschichte, Glauben und Baukultur in der Oberlausitz miteinander verbunden sind. Mit der Förderung helfen Bund und Freistaat, dieses besondere Gebäude zu sichern und Schritt für Schritt wieder nutzbar zu machen. Dass ein solch historisches Ensemble Zukunft hat, liegt am Engagement der Menschen vor Ort – bei der Herrnhuter Brüdergemeine, der Evangelischen Brüder-Unität, im Verein Schwesternhäuser Kleinwelka und der Stadt Bautzen. Ich danke auch allen Abgeordneten des Deutschen Bundestages und des Sächsischen Landtages, die sich für unsere Kulturdenkmale stark machen und diese durch die Bereitstellung von Mitteln bewahren helfen.«

Mit der Förderung kann ein zentraler Teil des historischen Gebäudeensembles vor weiteren Schäden geschützt werden. Die Dachsanierung ist Voraussetzung dafür, das Haus langfristig zu erhalten und perspektivisch wieder stärker für die Öffentlichkeit zu öffnen. Geplant sind unter anderem soziokulturelle Angebote des Vereins Schwesternhäuser Kleinwelka e. V.

Die aktuelle Förderung knüpft an die frühere Unterstützung an: Bereits 2023 hatten Bund und Freistaat jeweils 222.500 Euro für die Sanierung des Schwesternhauses bereitgestellt. Damit konnten erste Arbeiten an der Dach- und Fachwerkkonstruktion sowie an der hofseitigen Dachneudeckung beginnen. Zuvor hatte der Freistaat Sachsen im Jahr 2021 weitere 76.000 Euro für Sanierungsmaßnahmen am Ensemble bewilligt. Bereits jetzt entsteht im Anbau des Hauses ein Sommercafé im historischen Ortszentrum. Gefördert wird es über LEADER, einem EU-Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums.

Das Schwesternhaus am Zinzendorfplatz 7 wurde 1770 errichtet und gehört zu den prägenden Bauten der Herrnhuter Siedlung in Kleinwelka. Es gilt als eines der weitgehend authentisch erhaltenen Chorhäuser Herrnhuter Prägung in Deutschland. Das Gebäude ist Teil eines Ensembles, in dem über lange Zeit gemeinschaftlich gelebt, gearbeitet und gebetet wurde.

Kleinwelka steht in enger Verbindung zur Herrnhuter Brüdergemeine. Deren Siedlungen wurden 2024 als grenzüberschreitende Welterbestätte in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Zur Welterbestätte gehören Herrnhut in Sachsen sowie Standorte in Dänemark, Großbritannien und den USA.

Das Schwesternhaus ist eines von sieben sächsischen Vorhaben, für die der Bund im Denkmalschutz-Sonderprogramm XIV eine Förderung zugesagt hat. Voraussetzung für die Bundesförderung ist eine Kofinanzierung durch den Freistaat Sachsen.

Weitere Informationen:
Evangelische Brüdergemeine Kleinwelka: https://kleinwelka.ebu.de
Schwesternhaus-Ensemble Kleinwelka: https://schwesternhaeuser-kleinwelka-ev.org/
Siedlungen der Herrnhuter Brüdergemeine: https://www.ebu.de/welterbe
Medieninformation zu aktuellen Fördervorhaben des Denkmalschutzsonderprogrammes XIV des Bundes: https://medienservice.sachsen.de/medien/news/1095451


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung

Ansprechpartner Annegret Fischer
Telefon: +49 351 564 50021
E-Mail: medien@smil.sachsen.de
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