Tag der Organspende: Jedes gespendete Organ kann Leben retten - in Sachsen warten 359 Menschen auf eine Transplantation

01.06.2026, 13:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Gemeinsame Pressemitteilung

Der Tag der Organspende findet in diesem Jahr am 6. und 7. Juni erstmals an zwei Tagen in Leipzig statt und ist Teil des Leipziger Stadtfestes. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz informierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Medizin und Selbsthilfe über die aktuelle Situation der Organspende in Deutschland.

Der Anstieg der Organspendezahlen aus dem vergangenen Jahr setzt sich auch in den ersten vier Monaten des Jahres fort. Dennoch herrscht weiterhin ein Mangel an Spenderorganen, wie aus den aktuellen Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervorgeht. Im Rahmen ihrer gemeinsamen Pressekonferenz sprachen sich daher Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Dr. med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der DSO, Sandra Zumpfe, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes der Organtransplantierten e. V. (BDO), und Dr. Skadi Jennicke, Bürgermeisterin der Stadt Leipzig und Beigeordnete für Kultur, für die Einführung der Widerspruchsregelung aus.

Gesundheitsministerin Petra Köpping betonte:
»Am Tag der Organspende, der am 6. und 7. Juni in Leipzig gefeiert wird, bekommt Organspende ein Gesicht. Ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger diesen Tag zu nutzen, sich über die Organspende zu informieren, eine eigene Entscheidung zu treffen, sie zu dokumentieren und darüber in der Familie zu sprechen. Damit entlasten Sie Ihre Angehörigen im Fall der Fälle. Zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Ländern habe ich mich für die Einführung der Widerspruchsregelung stark gemacht. Ich hoffe, dass jetzt im Bundestag eine konstruktive Diskussion dazu stattfindet. Die Einführung einer Widerspruchsregelung wäre ein wichtiges Signal für eine Kultur der Organspende.«

Der Medizinische DSO-Vorstand Dr. med. Axel Rahmel pflichtete Köpping bei: »Die Einführung einer Widerspruchsregelung wäre ein wichtiger Schritt, um die Organspende in Deutschland langfristig zu stärken und zugleich Angehörige in einer emotional hoch belastenden Situation zu entlasten. Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland steht der Organspende positiv gegenüber. Im Ernstfall liegt jedoch nur selten ein dokumentierter Wille des potenziellen Organspenders vor. Entscheidend ist daher, dass sich Menschen frühzeitig mit der Frage der Organspende auseinandersetzen und ihre persönliche Entscheidung dokumentieren, statt diese Verantwortung den Angehörigen zu überlassen. Häufig kennen Familien den Willen der Betroffenen nicht und können deshalb nicht in ihrem Sinne entscheiden. Eine Widerspruchsregelung könnte damit auch die selbstbestimmte Entscheidung der Patienten fördern.«

Sandra Zumpfe, BDO-Vorstandsvorsitzende, erhielt 2013 ein neues Herz. Vier Jahre später folgte eine Lebendnierenspende ihres Mannes. Sie kennt die stark belastende Situation, in der sich Menschen befinden, die auf eine Transplantation warten. Sie appellierte: »Wir von den Patientenverbänden wünschen uns zu jedem Tag der Organspende, dass sich mehr Bürgerinnen und Bürger mit dem Thema auseinandersetzen und unser Anliegen wahrgenommen wird. Jeder und jede kann plötzlich auf ein neues Organ angewiesen sein. Ich bin meinem Mann sowie meiner unbekannten Herzspenderin unendlich dankbar, dass ich jeweils die Chance auf ein Weiterleben erhalten habe. Leider haben nicht alle dieses Glück. Wir setzen uns daher ebenfalls für die Widerspruchsregelung sowie für weitere Verbesserungen in der Organspende ein, damit auch in Deutschland mehr schwer kranke Patientinnen und Patienten die Chance auf ein zweites Leben erhalten."

Dr. Skadi Jennicke, Bürgermeisterin der Stadt Leipzig und Beigeordnete für Kultur, hob die hohe Bedeutung der Organspende in der Stadt Leipzig hervor. »Bereits seit Jahren werden in Leipzig überdurchschnittlich viele Organspenden realisiert. Wir freuen uns, dass wir zum Tag der Organspende am 6. Juni den Leipziger Gedenkort für den anonymen Organspender am Universitätsklinikum Leipzig der Öffentlichkeit präsentieren. Er soll Raum bieten für Innehalten, Erinnerung und Wertschätzung und würdigt die anonymen Organspender. Nur durch ihre Entscheidung zur Organspende war es möglich, anderen Menschen auf den Wartelisten die Chance auf ein neues Leben oder eine verbesserte Lebensqualität zu schenken. Ich danke allen engagierten Leipziger Bürgerinnen und Bürgern, dem Netzwerk Spenderfamilien und dem Universitätsklinikum Leipzig, die sich seit Jahren für die Realisierung des Gedenkortes eingesetzt haben.«

Aktuelle Zahlen zur Organspende:
In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres liegt die Zahl der Organspenden über dem Niveau des Vorjahres. Von Januar bis April 2026 gab es bundesweit 368 postmortale Organspenderinnen und -spender (2025: 341). Dadurch konnten 1.137 Organe für eine Transplantation an die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant gemeldet werden (2025: 992).

In Sachsen konnten in den ersten vier Monaten 27 postmortale Organspenden (2025: 20) realisiert und 71 Organe (2025: 62) entnommen werden.

Hinweis: Staatsministerin Köpping wird am Sonnabend, 6. Juni, 13 Uhr, an der feierlichen Einweihung des Leipziger Gedenkortes für alle Organspenderinnen und Organspender teilnehmen.
Ort: Universitätsklinikum Leipzig, Liebigstr. 20, 04103 Leipzig, Foyer.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Tag der Organspende sowie zu weiteren Themen rund um das https://www.tagderorganspende.de/

Aktuelle Statistiken zur Organspende in Deutschland sowie in den sieben DSO-Regionen sind auf der Website der DSO verfügbar:
https://dso.de/organspende/statistiken-berichte/organspende
https://dso.de/organspende/statistiken-berichte/organtransplantation


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Pressesprecherin Juliane Morgenroth
Telefon: +49 351 564 55055
Telefax: +49 351 564 55060
E-Mail: presse@sms.sachsen.de
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