Sachsen auf der Biennale in Venedig

07.05.2026, 11:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Freistaat unterstützt den Deutschen Pavillon und wirbt in eigener Sache

Venedig/Dresden (7. Mai 2026) - Erstmals in der Geschichte ist der Deutsche Pavillon auf der Biennale in Venedig von drei Frauen gestaltet worden - und alle haben einen Bezug zu Sachsen. Zu sehen sind Werke der Künstlerinnen Henrike Naumann und Sung Tieu. Kuratorin ist Kathleen Reinhardt.

Die im Februar im Alter von 42 Jahren verstorbene Installationskünstlerin Henrike Naumann stammt aus Zwickau und hat in Dresden studiert. Ihr früher Tod erschütterte die Kunstwelt.

Die heute in Berlin lebende Künstlerin Sung Tieu kam als kleines Kind 1992 mit ihrer Mutter aus Vietnam nach Sachsen, wo die Mutter Asyl beantragte. Ihr Vater hatte noch kurz vor dem Ende der DDR als Vertragsarbeiter in einem Stahlwerk im sächsischen Freital angefangen.

Die Kuratorin Kathleen Reinhardt stammt aus Thüringen und war von 2016 bis 2022 Kuratorin und Konservatorin für Gegenwartskunst am Albertinum in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Die 61. Internationale Biennale in Venedig wird an diesem Samstag eröffnet und läuft noch bis zum 22. November. Im Rahmen einer Werbekooperation wird »So geht sächsisch« in Venedig vertreten sein und für Kunst und Kultur im Freistaat Sachsen werben.

Regierungssprecher Ralph Schreiber betonte: »Sachsen hat eine lange und enge Verbindung zu Italien. In der Gemäldegalerie hängen die Bilder der großen italienischen Meister. Sächsische Maler wiederum reisten zu Studienaufenthalten in den Süden und brachten die Eindrücke aus Venedig, Rom oder Neapel zurück in ihre Heimat. Austausch und Neugier sind damals wie heute die Lebensadern unserer Kultur. Die Biennale ist einer der Orte, an denen das besonders spürbar wird. Deswegen unterstützt Sachsen den Deutschen Pavillon und wirbt zugleich für den Freistaat als einzigartigen Ort von Kunst und Kultur.«

Veranstalter für den Deutschen Pavillon ist das Institut für Auslandsbeziehungen. Die Künstlerinnen haben in ihren Arbeiten auch auf Recherchen über die DDR-Zeit und die Zeit nach Mauerfall und Wiedervereinigung zurückgegriffen.

ÜBER DIE KÜNSTLERINNEN
Henrike Naumann wurde 1984 in Zwickau geboren. Sie lebte und arbeitete in Berlin. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Karl Schmidt-Rottluff Stipendium, dem Max-Pechstein-Preis der Stadt Zwickau, dem Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung sowie dem Villa Aurora Stipendium/Thomas Mann House, Los Angeles. Wichtige Ausstellungen ihrer Werke fanden unter anderem im SculptureCenter in New York, im Busch-Reisinger Museum der Harvard Universität, im Museum of Modern Art in Warschau, im Haus der Kunst in München, im Deutschen Bundestag sowie im Rahmen der Ghetto Biennale in Haiti (2015, 2017) und der Kyiv Biennale (2023) in der Ukraine statt.

Sung Tieu, 1987 in Hải Dương, Vietnam, geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Die Künstlerin wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis für künstlerische Forschung der Schering Stiftung, dem Rubensförderpreis der Stadt Siegen sowie dem Publikumspreis des Preises der Nationalgalerie. Bedeutende Einzelausstellungen fanden unter anderem in der Kunsthalle Nürnberg, der Amant Foundation New York, dem MIT List Visual Arts Center Cambridge, dem Kunst Museum Winterthur, der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig und dem Haus der Kunst München statt. Sie nahm unter anderem teil an der Gwangju Biennale (2024), der Shanghai Biennale (2023), der Bienal de São Paulo (2021) sowie der Kyiv Biennale (2021).


Kontakt

Sächsische Staatskanzlei

Regierungssprecher Ralph Schreiber
Telefon: +49 351 564 10300
Telefax: +49 351 564 10309
E-Mail: presse@sk.sachsen.de
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