Zentrales Zukunftsprojekt für die Wasserversorgung der Lausitz gestartet

05.05.2026, 16:35 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

ewag kamenz modernisiert Trinkwasserfernleitung »Innerer Ring« – 3,64 Millionen Euro aus Strukturwandelmitteln des Bundes

In der Lausitz ist heute (5. Mai 2026) ein zentrales Infrastrukturprojekt für die zukünftige Trinkwasserversorgung gestartet: Staatsministerin Regina Kraushaar hat den ersten Spatenstich zur Modernisierung der Fernleitung »Innerer Ring« gesetzt. Für den ersten Bauabschnitt auf einer Länge von rund 3,8 Kilometern stellt der Bund 3,64 Millionen Euro aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen bereit. Mit der Maßnahme wird der Trinkwasserverbund Lausitzer Revier gestärkt, der rund 250.000 Menschen sowie zentrale Industriestandorte auf einer Fläche von etwa 3.200 Quadratkilometern versorgt.

Staatsministerin Regina Kraushaar: »Der erste Spatenstich für den inneren Ring ist für mich ein besonders schöner und bewegender Moment: Denn heute können wir uns wieder einmal bewusstmachen, dass unser Wasser, und ganz besonders unser Trinkwasser, elementar ist – auch und gerade für den Strukturwandel. Schon wer neue Industrie ansiedeln und Arbeitsplätze schaffen will, braucht eine stabile Wasserversorgung. Erst recht brauchen wir Wasser, damit auch noch in 100 Jahren in der Lausitz gute Lebensbedingungen für die Menschen vorhanden sind. Wir schaffen ein Verbundsystem, das sich über die gesamte Lausitz erstreckt. Dabei ist der ‚Innere Ring‘ ein zentraler Baustein, weil er bestehende Systeme verbindet und die Versorgungssicherheit wirksam härtet – für den Alltag ebenso wie im Störfall. Die Lausitz wird damit zukunftsfest. Ein guter Tag für die Lausitz.«

ewag-Vorstandsvorsitzender Torsten Pfuhl: »Die Fernwasserleitung ‚Innerer Ring‘ wird in zwei Bauabschnitten modernisiert und um eine Druckerhöhungsstation sowie den dazugehörigen Reinwasserbehälter ergänzt. Mit Realisierung dieser Gesamtinvestition wird es zukünftig möglich, Trinkwasser in ausreichender Menge sowohl von Brandenburg nach Sachsen, als auch von Sachsen nach Brandenburg zu leiten. Das stärkt das Verbundsystem und ermöglicht es, frühere Trinkwasserlieferungen aus dem Wasserwerk Schwarze Pumpe im Verbundsystem besser zu kompensieren. Die Finanzierung dieser Maßnahme ist nur mit Fördermitteln aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen möglich. Deshalb sind wir dem Freistaat Sachsen und dem Bund für die gewährte Unterstützung sehr dankbar.«

Bereits seit Dezember 2020 haben sich sechs Aufgabenträger der öffentlichen Wasserversorgung zur Arbeitsgemeinschaft »Trinkwasserverbund Lausitzer Revier« zusammengeschlossen, um den Herausforderungen durch den Kohleausstieg gemeinsam zu begegnen. Ziel dieser angebotsorientierten Planung ist es, überall im Lausitzer Revier ausreichend Trinkwasser als Voraussetzung für einen erfolgreichen Strukturwandel bereitzustellen. Die Modernisierung des »Inneren Rings« schafft dabei eine leistungsfähigere Verbindung zwischen dem Versorgungssystem Senftenberg und dem von der Südleitung versorgten Raum Königsbrück–Wittichenau–Hoyerswerda bis hin zum Industriegebiet Leppersdorf. Bisher ist die Fließrichtung aufgrund von Druckunterschieden eingeschränkt und der Durchfluss begrenzt.

Für den »Inneren Ring« werden drei Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 15,7 Millionen Euro aus Bundesmitteln gefördert. Zwei davon befinden sich bereits in Umsetzung.

Diese Investitionen sind ein wesentlicher Beitrag, um die Wasserversorgung im Lausitzer Revier an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und die Grundlage für eine erfolgreiche wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung nach der Kohle zu schaffen.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung

Ansprechpartner Annegret Fischer
Telefon: +49 351 564 50021
E-Mail: medien@smil.sachsen.de
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