Tag der Städtebauförderung am 9. Mai
04.05.2026, 17:52 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Staatsministerin Kraushaar: »Förderung macht Innenstädte lebenswerter und die Wirtschaft stark«
Am 9. Mai 2026 laden Städte und Gemeinden bundesweit zum Tag der Städtebauförderung ein. Auch in Sachsen öffnen Kommunen ihre Projekte, bieten Rundgänge an und zeigen, wie Städtebauförderung vor Ort wirkt. Unter dem bundesweiten Motto »Lebendige Orte, starke Gemeinschaften« beteiligen sich im Freistaat 31 Kommunen mit insgesamt 37 Veranstaltungen.
Sachsens Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, Regina Kraushaar, sagt: »Städtebauförderung macht nicht nur sanierte Fassaden. Sie hilft, dass Marktplätze wieder Treffpunkte werden, Schulen und Kitas im Quartier bleiben und Innenstädte neue Funktionen bekommen. Überdies löst jeder Förder-Euro erfreulicherweise etwa sieben Euro Folgeinvestitionen im Freistaat aus. Das zeigt: Zum einen stärkt die Städtebauförderung in vielen Orten des Freistaates spürbar die Lebensqualität. Zum anderen – und das ist genauso wichtig – wird zugleich konkrete Wirtschaftsförderung für Sachsen generiert.«
Die Städtebauförderung ist eines der wichtigsten Instrumente, um Innenstädte, Ortszentren und Stadtteile weiterzuentwickeln. Sie hilft Kommunen dabei, öffentliche Räume aufzuwerten, leerstehende Gebäude wieder nutzbar zu machen, soziale Infrastruktur zu sichern und Quartiere an neue Anforderungen anzupassen. Gerade kleinere und mittlere Städte können damit ihre Zentren stärken und die Aufenthaltsqualität vor Ort verbessern.
Aktuell profitieren 212 Fördergebiete in 135 Städten und Gemeinden von der Städtebauförderung. Von 2020 bis 2025 wurden rund 898 Millionen Euro bewilligt. Der Bund stellt im Programmjahr 2026 bundesweit eine Milliarde Euro für die Städtebauförderung bereit. Sachsen wird sich dafür einsetzen, die zusätzlichen Bundesmittel vollständig abzunehmen und mit Landesmitteln zu kofinanzieren. Damit können Städte und Gemeinden im Freistaat weitere Vorhaben für lebendige Zentren, sozialen Zusammenhalt und nachhaltige Erneuerung auf den Weg bringen.
Zum Tag der Städtebauförderung 2026 sind in Sachsen unter anderem folgende Veranstaltungen geplant:
In Leipzig wird unter anderem mit der Veranstaltung »Natürlich Grünau« der Auftakt zum 50-jährigen Jubiläum des Stadtteils Grünau gefeiert. Auf dem Jupiterplatz sind Informationsangebote, Mitmachaktionen, Pflanzaktionen, Kultur und Angebote für Kinder geplant. Die Veranstaltung zeigt, wie Stadtteilentwicklung, Beteiligung und nachbarschaftliches Engagement zusammenwirken können. In den Stadtteil sind seit 2005 Städtebaufördermittel aus den Programmen »Soziale Stadt« und »Sozialer Zusammenhalt« in Höhe von rund 12,7 Millionen Euro geflossen. Hierunter u. a. in die Sanierung des offenen Freizeittreffs Arena, die Sanierung des »St. Hilarius Haus«, ein Jugendhilfezentrum, sowie in den Umbau des Deiwitzweg 1 zu einer Einrichtung für Hilfen zur Erziehung mit Gesamtinvestitionen von rund 4,3 Millionen Euro. Das ebenfalls geförderte Quartiersmanagement nimmt eine zentrale Rolle in Grünau ein.
In Aue-Bad Schlema stehen zum Tag der Städtebauförderung Projekte der Landesgartenschau 2027 im Mittelpunkt. Vorgesehen sind eine Besichtigung des ehemaligen Empfangsgebäudes am Bahnhof Niederschlema und ein Rundgang über den Gießereispielplatz. Beide Orte stehen beispielhaft dafür, wie Stadtentwicklung vorhandene Flächen und Gebäude neu in Wert setzen kann. Sowohl das ehemalige Bahnhofsgebäude, als auch der Spielplatz wurden über die Städtebauförderung mit Finanzhilfen unterstützt. Auch der Genussweg mit Hügelgärten und der Kurpark Ost werden hierüber gefördert.
In der Landeshauptstadt Dresden laden unter anderem Rundgänge durch die Stadtteile Prohlis und Gorbitz dazu ein, 25 Jahre soziale Stadtentwicklung nachzuvollziehen. In Prohlis geht es um Schlüsselprojekte der vergangenen Jahre und den Blick auf die weitere Gebietsentwicklung. In Gorbitz stehen Orte der Begegnung und Bildung im Fokus, darunter eine Kindertagesstätte, eine Streetsport-Anlage und eine Schule. Diese Maßnahmen wurden u. a. über das Städtebauförderprogramm »Sozialer Zusammenhalt« gefördert. Insgesamt sind seit 2016 rund 5,7 Millionen Euro Finanzhilfen von Bund und Land in das Fördergebiet geflossen.
In Rothenburg/Oberlausitz wird das neue Bürgerzentrum in der Martin-Ulbrich-Straße 8 eröffnet. Der Neubau ist für ca. 4,6 Millionen Euro Gesamtkosten entstanden und wird als Domizil für Vereine genutzt; denen es bislang an geeigneten Räumlichkeiten fehlte. Die Unterstützung erfolgte im Programm »Sozialer Zusammenhalt«.
Die Städtebauförderung ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen und gilt als unverzichtbarer Eckpfeiler der Stadt- und Gemeindeentwicklung. In Sachsen wird sie über die Programme »Lebendige Zentren«, »Sozialer Zusammenhalt« sowie »Wachstum und nachhaltige Erneuerung« umgesetzt. Gefördert werden keine Einzelprojekte, sondern abgegrenzte Fördergebiete mit mehreren aufeinander abgestimmten Maßnahmen. Die Programme unterstützen Städte und Gemeinden dabei, städtebauliche Missstände zu beseitigen, Zentren zu stärken, soziale Infrastruktur zu sichern und den wirtschaftlichen, demografischen und ökologischen Wandel zu gestalten. Seit 1991 sind über 6,5 Milliarden Euro von Bund und Land über die Programme der Städtebauförderung in Sachsens Städte geflossen.
Weitere Informationen und alle Veranstaltungen zum Tag der Städtebauförderung gibt es unter: www.tag-der-staedtebaufoerderung.de