Engagiert für Organspende: Elblandklinikum Meißen ausgezeichnet
29.04.2026, 10:38 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Gesundheitsministerin Köpping: »Kontinuierliches und langjähriges Engagement zum zweiten Mal gewürdigt«
Das Elblandklinikum Meißen wurde heute in Magdeburg zusammen mit zwei weiteren mitteldeutschen Kliniken von der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) in der Region Ost gemeinsam mit den zuständigen Ministerien aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt für ihr Engagement im Bereich der Organspende ausgezeichnet.
Gesundheitsministerin Petra Köpping: »Wir wissen, dass es für die Kliniken - gerade für kleinere - im arbeitsreichen Alltag eine zusätzliche Herausforderung ist, auch an die Möglichkeit der Organspende zu denken. Doch jede Organspende rettet Leben. Sie bedeutet für schwerkranke Patientinnen und Patienten eine Chance auf Leben und die Verbesserung der Lebensqualität. In Meißen wird dieses Thema mitgedacht.«
Das Elblandklinikum Meißen hat bereits seit langem Transplantationsbeauftragte von ärztlicher und von pflegerischer Seite bestellt. Sie sind dafür verantwortlich, dass mögliche Organspender zuverlässig erkannt werden und verlässliche Strukturen für den Ablauf einer Organspende bestehen. Dazu erhalten sie die Unterstützung ihrer Kolleginnen und Kollegen auf den Intensivstationen und nicht zuletzt die der Krankenhausleitung selbst. Aufgrund seines kontinuierlichen, langjährigen Engagements erhält das Elblandklinikum Meißen die Auszeichnung nach 2019 bereits zum zweiten Mal.
Marco Lange, Funktionsoberarzt und Transplantationsbeauftragter im ELBLANDKLINIKUM Meißen dazu: »Jede Organspende stellt eine individuelle und einzigartige Situation dar. Um den vielschichtigen Prozess von der Erkennung eines möglichen Spenders über die IHA-Diagnostik, Durchführung von Untersuchungen zur Spendercharakterisierung bis zur Organspende zu realisieren, haben wir als Klinikum in den letzten Jahren die Abläufe und Strukturen in unserer Klinik geordnet und vermitteln diese in regelmäßigen Fortbildungen. Organspende funktioniert nur im Team. Ich danke daher meinen Kolleginnen und Kollegen im Klinikum für ihren Einsatz, den Koordinatorinnen und Koordinatoren der DSO, welche zu jeder Frage eine Antwort und zu jedem Problem einen Lösungsansatz haben. Und letztlich freue ich mich über das wachsende TXB-Netzwerk Ost, welches unkomplizierte Zusammenarbeit über Klinikgrenzen hinaus ermöglicht und durch Öffentlichkeitsarbeit die Aufmerksamkeit auf das Thema Organspende lenkt.«
Gesundheitsministerin Köpping betonte zudem: »Mit der heutigen Ehrung machen wir aber auch die Bevölkerung auf das Thema Organspende aufmerksam. Jede und jeder sollte sich dazu informieren und dann selbstbestimmt eine Entscheidung treffen. Und: Sprechen Sie in der Familie über Ihre Entscheidung! Wenn Ihre Angehörigen wissen, wie Sie zur Organspende stehen, entlastet das die Angehörigen im Fall der Fälle enorm!«
Die drei mitteldeutschen Länder ehren gemeinsam mit der DSO Region Ost je ein Krankenhaus aus jedem Land. Neben dem Elblandklinikum Meißen wurden in diesem Jahr auch das Klinikum Pfeiffersche Stiftungen Magdeburg (Sachsen-Anhalt) und das Universitätsklinikum Jena (Thüringen) ausgezeichnet.
Dr. med. Felix Pfeifer, Geschäftsführender Arzt der DSO in der Region Ost: »Wir danken allen Mitarbeitenden in den ausgezeichneten Kliniken für ihren Einsatz, ihr Engagement und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die heutige Ehrung soll alle im Klinikbereich Tätigen dazu ermutigen, das Thema Organspende im Blick zu behalten und im Fall einer möglichen Organspende den Kontakt zu den Koordinatorinnen und Koordinatoren der DSO zu suchen. Wir sind jederzeit erreichbar und unterstützen alle Beteiligten in jedem Schritt des Organspendeprozesses."
Hintergrundinformationen:
In Sachsen haben im Jahr 2025 insgesamt 64 Personen Organe gespendet (2024: 72). Es konnten 187 Organe für die Transplantation entnommen werden (2024: 182). Nicht ganz 400 Menschen in Sachsen standen Ende 2025 auf der Warteliste für eine Transplantation.
Die DSO ist die Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende gemäß Transplantationsgesetz und bietet den mehr als 1.100 Entnahmekrankenhäusern in Deutschland umfassende Unterstützungsangebote bei den Abläufen der Organspende an. Dazu gehören Vorträge und Beratungen in den Kliniken, Fort- und Weiterbildungen, ein zertifiziertes E-Learning-Fortbildungsprogramm sowie fachbezogene Informations- und Arbeitsmaterialien. In der DSO-Region Ost betreut ein Team von 15 Koordinatorinnen und Koordinatoren knapp 130 Entnahmekrankenhäuser in allen Belangen der Organspende.