35 Jahre Wiedergründung des Sächsischen Oberbergamtes in Freiberg

28.04.2026, 15:08 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Ankündigung zur Vortragsreihe Freiberger Kolloquium am 7. Mai 2026, 19:30 Uhr im großen Hörsaal, EG der neuen Universitätsbibliothek, TU Bergakademie Frei-berg, Winklerstraße 3, 09599 Freiberg

Die Bergverwaltung ist in Freiberg mit einem Bergmeister seit 1241 urkundlich belegt. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts als Oberbergamt war die Bergverwaltung über Jahrhunderte fest und prägend in Freiberg als selbstständige Fach- und Vollzugsbehörde verwurzelt. Auf Ihr Wirken gehen viel gesellschaftliche, wirtschaftliche und infrastrukturelle Errungenschaften zurück, die bis heute Stadt, Region und Sachsen insgesamt prägen. Beispielhaft sei die TU Bergakademie Freiberg erwähnt, die auf Initiative der Bergverwaltung gegründet wurde.
Vor 80 Jahren, am 20. November 1946, löste der Chef der Sowjetischen Militäradmi-nistration mit Befehl Nr. 323 die Bergbehörde in Freiberg auf. Ihre Aufgaben wurden damit in eine zentrale oberste Behörde in Leipzig überführt. Wesentliches Ziel dieser Behördenauflösung war es, eine gefügige Institution für die Beratung der Sowjetischen Militäradministration zu schaffen und kader- und personalpolitische Vorstellungen der Sowjets zentral durchzusetzen (Niedbalski, 1985).
45 Jahre später gründete die Sächsische Staatsregierung das Sächsische Oberbergamt am 15. Dezember 1991 an seinem historischen Standort in der Kirchgasse in Freiberg neu. Damit verbunden war einerseits ein klares Bekenntnis des Freistaates zu seiner bergbaulichen Vergangenheit und andererseits zur Zukunft des Bergbaus und der Roh-stoffwirtschaft in Sachsen.
In diesem Jahr blicken wir auf 35 Jahre Wirken der wieder in Freiberg etablierten, selbstständigen Bergverwaltung des Freistaates zurück. Mit mehr als 400 Bergbaubetrieben unter Bergaufsicht, mit der erfolgreichen Sanierung der epochalen, bergbaulichen Hinterlassenschaften des DDR-Bergbaus, damals im Übrigen behördlich angeleitet durch die zentralistische Einheitsverwaltung, mit der Umsetzung des Braunkohleausstiegs, mit der behördlichen Begleitung mehrerer Strukturbrüche im Steine- und Erdenbergbau, mit den Anforderungen an strategischen Bergbau in der EU auf kritische Metallrohstoffe und mit der Gefahrenabwehr aus den Hinterlassenschaften des alten Bergbaus hat das Sächsische
Oberbergamt seit der Wiedervereinigung wesentliche Entwicklungen im Freistaat mit gestaltet. Heute ist das Sächsische Oberbergamt als agile, hoch effektive Fach- und Vollzugsverwaltung europaweit bekannt und in Wirtschaft und Verbänden geschätzt. Das Sächsische Oberbergamt kann im bundesdeutschen Vergleich zu den effizientesten und digital am stärksten entwickelten Behörden gezählt werden.
Herr Prof. Dr. Bernhard Cramer leitet das Sächsische Oberbergamt seit dem Jahr 2011. Er stellt in dem Vortrag die Behörde mit ihren aktuellen Herausforderungen vor.
Das Freiberger Kolloquium ist eine Vortragsreihe des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, des Sächsischen Staatsarchivs/Bergarchivs Freiberg, des Sächsischen Oberbergamtes, der TU Bergakademie Freiberg, des Helmholtz-Instituts für Ressourcenforschung, der terra mineralia und des Geokompetenzzentrums Freiberg e.V.


Kontakt

Sächsisches Oberbergamt

Pressesprecher Oberberghauptmann Prof. Dr. Bernhard Cramer
Telefon: +49 3731 372 9001
Telefax: +49 3731 372 9009
E-Mail: pressestelle@oba.sachsen.de

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