Radverkehr im Erzgebirgskreis: zwei Projekte, ein Signal
16.04.2026, 16:45 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Lückenschluss auf dem Kohlenbahnradweg und erste Fahrradstraße in Stollberg stärken sichere Alltagsmobilität
Mit einer gemeinsamen Fahrradtour und dem symbolischen Banddurchschnitt hat Sachsens Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, Regina Kraushaar, heute (16. April 2026) gemeinsam mit den Bürgermeistern der Städte Lugau und Oelsnitz/Erzgebirge, Thomas Weikert und Thomas Lein, den neuen Abschnitt des Kohlenbahnradwegs zwischen Lugau und Oelsnitz freigegeben. Der rund zwei Kilometer lange Radweg verbindet bestehende Radrouten miteinander und schließt eine wichtige Lücke im regionalen Radverkehrsnetz.
»Ich freue mich sehr: Der neue Abschnitt des Kohlenbahnradwegs ist so viel mehr als nur ein weiteres Stück Radweg. Er nützt den Menschen auf ganz unterschiedliche Weise – ob als direkte Verbindung für den Alltag, mit neuen Wegen für Ausflüge oder aber als ein einprägsames Zeugnis der Industriegeschichte der Region. Genau das ist das Ziel der Staatsregierung: Wir wollen Infrastruktur schaffen, die den Menschen konkret nutzt, Regionen besser vernetzt und vorhandene Potenziale klug weiterentwickelt. Den beiden Bürgermeistern danke ich für ihr großes Engagement – ohne sie wären wir heute nicht so weit«, sagte Staatsministerin Regina Kraushaar anlässlich der Freigabe.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder: »Wir wollen die Attraktivität und Sicherheit für Bürgerinnen und Bürger flächendeckend erhöhen. Daher unterstützen wir tatkräftig die Länder und Kommunen dabei, die Radverkehrsinfrastruktur sowohl im urbanen als auch ländlichen Raum auszubauen. So auch hier mit dem Teilabschnitt auf der Lugauer Flur. Der Lückenschluss erleichtert den Pendelverkehr und erhöht die Attraktivität des Kohlenbahnradwegs durch eine durchgängige, sichere Verbindung.«
Thomas Weikert, Bürgermeister der Stadt Lugau: »Seit 2013 gibt es nun schon den Kohlenbahnradweg, entwickelt in mehreren Teilabschnitten. Unsere Erwartungen haben sich seither erfüllt. Radfahren erfreut sich immer größerer Beliebtheit und an schönen Tagen geht es schon mal eng zu auf der Strecke. Insofern sind wir froh, dass der neue Abschnitt einen Meter breiter ist, was Attraktivität und vor allem Sicherheit spürbar erhöht. Es ist gut und wir sind Bund und Land dankbar, dass solche Projekte gefördert werden, denn es ermöglicht neben Tourismus vor allem der eigenen Bevölkerung preiswerte Mobilität im Alltag sowie aktive Freizeitgestaltung, sozusagen vor der Haustür.«
Thomas Lein, Bürgermeister der Stadt Oelsnitz/Erzgebirge: »Mit diesem neuen Abschnitt des Kohlenbahnradwegs verbinden wir Oelsnitz/Erzgeb. und Lugau noch enger miteinander – und schließen zugleich ein wichtiges Stück unseres bestehenden Radwegenetzes. Das ist gelebter Strukturwandel vor Ort: Wir stärken unsere Region, fördern nachhaltige Mobilität und schaffen einen echten Mehrwert für unsere Bürgerinnen und Bürger. Dieser Weg zeigt, wie wir gemeinsam unsere Zukunft gestalten.«
Die Kommunen Oelsnitz/Erzgebirge und Lugau erhalten für den Ausbau des Kohlenbahnradwegs zwischen Lugau und Oelsnitz Fördermittel in Höhe von rund 1,86 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt aus Landesmitteln sowie für den Abschnitt auf der Lugauer Flur zusätzlich mit Finanzhilfen des Bundes durch das Bundesministerium für Verkehr aus dem Sonderprogramm »Stadt und Land«. Grundlage ist die Richtlinie für die Förderung von Straßen- und Brückenbauvorhaben kommunaler Baulastträger (FRL KStB). Die veranschlagten Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro.
Ausgebaut wurde eine etwa zwei Kilometer lange ehemalige Bahntrasse zwischen Neuoelsnitz und Lugau zu einem 3,50 Meter breiten Radweg. Der neue Abschnitt verbindet die »Karlsroute« mit dem bereits bestehenden Kohlenbahnradweg zwischen Lugau und Chemnitz-Mittelbach.
Mit dem Ausbau wird eine ehemalige Bahnstrecke neu genutzt. Das bestehende Radwegenetz wird mit der Fertigstellung des neuen Abschnitts weiter ergänzt. So werden die Erreichbarkeit von Gewerbestandorten und Wohnorten in der Region verbessert und zugleich die Freizeit- und Tourismusangebote gestärkt. Der Radweg stellt eine wichtige Verbindung zwischen regionalen Radrouten her, da nun auch die Karlsroute über den Kohlenbahnradweg erreicht werden kann. Über den neuen Abschnitt lassen sich zudem die »KohleWelt« in Oelsnitz/Erzgebirge, verschiedene Spiel- und Freizeitangebote entlang der Strecke sowie Naherholungsgebiete wie der Steegenwald in Lugau oder das Höhlholzgebiet in Oelsnitz mit dem Fahrrad erreichen.
Anschließend nahm Staatsministerin Regina Kraushaar in Stollberg an der Freigabe der ersten Fahrradstraße im Erzgebirgskreis teil. Die Stadt setzt damit ihren seit Jahren verfolgten Kurs fort, den Alltagsradverkehr systematisch zu stärken. Grundlage ist ein eigenes Radverkehrskonzept, das Stollberg bereits 2018 als erste Kommune im Erzgebirgskreis aufgestellt hat. »Stollberg zeigt, dass gute Radverkehrspolitik nicht mit Symbolen beginnt, sondern mit einem klaren Plan und dem Mut, neue Wege zu gehen. Wer Radverkehr im Alltag stärkt, macht Städte sicherer, leiser und lebenswerter – und verbessert Mobilität für alle. Genau solche kommunalen Initiativen brauchen wir in Sachsen«, so Staatsministerin Regina Kraushaar.