Kultusminister Clemens trifft tschechischen Bildungsminister und deutschen Botschafter in Prag

27.03.2026, 13:59 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Kultusminister Conrad Clemens reist am Montag (30. März) zum Erfahrungsaustausch nach Prag und trifft dort den Bildungsminister der Tschechischen Republik, Robert Plaga. Sachsen und Tschechien werden sich dazu verständigen, wie das Erlernen der jeweiligen Nachbarsprache in den beiden Partnerländern weiter ausgebaut werden kann. Außerdem steht die Ausweitung der Begegnungen zwischen sächsischen und tschechischen Schülerinnen und Schülern auf der Agenda.

Kultusminister Conrad Clemens: »Sachsen und Tschechien verbindet mehr als nur eine gemeinsame Grenze. Seit Jahrzehnten arbeiten beide Länder im Bildungsbereich vertrauensvoll zusammen. Diese enge Kooperation wollen wir in Prag stärken, damit junge Menschen auf beiden Seiten der Grenze davon profitieren. Mein Ziel ist es, mehr Tschechisch-Unterricht an Sachsens Schulen zu bringen. Es soll öfter ein Angebot als zweite Fremdsprache geben. Vor allem in den großen Städten gibt es zu wenig Tschechisch-Angebot. Auch in der beruflichen Bildung wollen wir in Zukunft enger zusammenarbeiten, um beispielsweise Nachwuchskräfte für die Mikrochip-Industrie im Raum Dresden zu gewinnen.«

Kultusminister Clemens wird zudem das Sächsische Verbindungsbüro besuchen und mit dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Prag, Peter Reuss, ins Gespräch kommen. Anschließend folgt ein Besuch der Deutschen Schule in Prag. Hier wird sich der Minister über die digitale Modellschule informieren und mit Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern der Oberstufe austauschen.

Tschechisch an Sachsens Schulen:

Immer mehr Schülerinnen und Schüler lernen an Sachsens Schulen Tschechisch. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl mehr als verdoppelt. Im Schuljahr 2025/26 lernen insgesamt 3.819 Schülerinnen und Schüler an 36 Schulen die Sprache – davon 1.218 an acht Grundschulen, 914 an 14 Oberschulen, 1.484 an elf Gymnasien sowie 84 an drei berufsbildenden Schulen.

Im Schuljahr 2025/26 bestanden insgesamt 93 Partnerschaften mit Schulen in der Tschechischen Republik. Damit liegt die Tschechische Republik seit Jahren auf dem ersten Platz der internationalen Schulpartnerschaften. Zur Förderung der tschechischen Sprache an sächsischen Schulen werden Fremdsprachenassistenten eingesetzt. Dabei handelt es sich in der Regel um tschechische Studenten, die ein Lehramt anstreben.

Zudem besteht seit November 2023 zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik eine Vereinbarung zur unbegrenzten Fortführung eines binational-bilingualen deutsch-tschechischen Bildungsganges am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Pirna. Dieser Bildungsgang ist das Flaggschiff der grenzüberschreitenden Bildungskooperation. Sächsische und tschechische Schüler lernen gemeinsam und erwerben mit dem Bestehen der Abiturprüfungen sowohl die sächsische als auch die tschechische Hochschulreife. Gestartet war das Projekt mit 40 Schülern des ersten Jahrgangs. Im Schuljahr 2025/26 besuchen 168 Schülerinnen und Schüler den binationalen-bilingualen Bildungsgang, davon 91 deutsche ab Klasse 5 sowie 77 tschechische ab Klasse 7. Durch das in beiden Ländern anerkannte Abitur können die Absolventen später grenzüberschreitend im jeweiligen Nachbarland studieren und arbeiten.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Pressesprecher Tilo Schumann
Telefon: +49 351 564 65100
Telefax: +49 351 564 65019
E-Mail: presse@smk.sachsen.de
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