Sportminister und B-Länder-Sprecher Armin Schuster zur 53. Sportministerkonferenz auf Norderney

19.03.2026, 13:34 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Unter dem Vorsitz der baden-württembergischen Sportministerin Theresa Schopper haben die Sportsenatorinnen und der Sportsenator sowie die Sportministerinnen und Sportminister der Länder gemeinsam mit der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt des Bundes auf Norderney getagt.
Im Mittelpunkt der heutigen Beratungen (19. März) standen unter anderem die Förderung von Bewegung bei Kindern und Jugendlichen, das Sportfördergesetz des Bundes und die Zukunft der Nordischen Kombination.

Sportminister Armin Schuster: »Es war ein unhaltbarer Zustand, dass die Frauen in der Nordischen Kombination bei den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina d’Ampezzo 2026 nicht an den Start gehen durften. Wir richten als Sportministerkonferenz daher ein klares Signal an das IOC. Bei den kommenden Olympischen Winterspielen in Frankreich braucht es Frauenwettbewerbe in der Nordischen Kombination genauso wie die Wettbewerbe der Männer. Die Kombination aus Skispringen und Skilanglauf im Olympischen Programm zu erhalten, ist nicht nur für die Nordische Kombination, sondern auch für beide Spezialsportarten von immenser Bedeutung.
Mit »Jugend trainiert« haben wir ein erfolgreiches Markenzeichen, um Kinder und Jugendliche auf Olympische und Paralympische Spiele vorzubereiten. Diesem Erfolgsmodell wollen wir mit dem geplanten Nationalen Aktionsplan zur Förderung des Kinder- und Jugendsports neuen Auftrieb verleihen.
Das jetzt vorgelegte Sportfördergesetz als Herzstück der Reform des Leistungs- und Spitzensports muss zügig auf Bundesebene beschlossen und möglichst bis zur Sommerpause im Bundestag verabschiedet werden. Besonders der baldige Aufbau der unabhängigen Spitzensport-Agentur liegt uns Sachsen sehr am Herzen.«

Kinder- und Jugendsport: Nationaler Aktionsplan geplant

Bereits auf der 52. Sportministerkonferenz in Heidelberg hatten die Länder betont, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche frühzeitig stärker in Bewegung zu bringen – auch mit Blick auf eine mögliche deutsche Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele in den 2040er-Jahren und die Talente, die dann an den Start gehen könnten.
Viele Kinder und Jugendliche in Deutschland bewegen sich regelmäßig, treiben Sport mit großer Begeisterung und engagieren sich in Vereinen.Darin liegt ein erhebliches Potenzial für Gesundheit, Leistungsentwicklung, gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie für die Nachwuchsentwicklung im Breiten- und Leistungssport. Gleichzeitig erreicht nur etwa ein Viertel der Heranwach-senden in Deutschland die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen 60 Minuten körperliche Aktivität pro Tag. Studien zeigen zudem motorische Defizite im Kindesalter (z.B. MoMo-Studie).

Die SMK hat deshalb beschlossen, basierend auf dem Beschluss aus Heidelberg einen Nationalen Aktionsplan zur Förderung des Kinder- und Jugendsports mitzuentwickeln.

Im Mittelpunkt stehen fünf prioritäre Handlungsfelder:

  • tägliche Bewegungszeit für Kinder und Jugendliche gemäß WHO-Empfehlung
  • grundlegende Schwimmfähigkeit für jedes Kind
  • stärkere Beratung von Eltern zur Bedeutung von Sport und Bewegung
  • Monitoring der motorischen Entwicklung
  • systematische Talenterkennung und Talententwicklung

Der Nationale Aktionsplan soll als strategische Orientierung für Entwicklungen und Entscheidungen aller beteiligten Akteure dienen und bestehende Maß-nahmen bündeln, Synergien stärken und die ressortübergreifende Zusammenarbeit fördern. Das Ziel: Eine frühzeitige Begeisterung für Sport und Bewegung, die häufig den Grundstein für ein aktives und gesundes Leben legt.
Abgestimmte Eckpunkte sollen auf der 54. Sportministerkonferenz in Konstanz vorliegen.

Nordische Kombination: SMK fordert olympische Zukunft für Frauen und Männer

Die Nordische Kombination gehört seit 1924 zum olympischen Programm und verbindet Skispringen und Skilanglauf. Sie ist zugleich eine wichtige Einstiegssportart für viele Nachwuchsathletinnen und -athleten. Das Internationale Olympische Komitee hat jedoch Frauenwettbewerbe für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand/Cortina abgelehnt und angekündigt, den Verbleib der Männerwettbewerbe über 2026 hinaus zu prüfen.

Ein Wegfall der Disziplin würde nicht nur eine traditionsreiche Sportart betreffen, sondern auch bestehende Strukturen der Nachwuchsarbeit und Infrastruktur (Sportstätten-Infrastruktur, Trainingsstätten-Förderung, Talentidentifikation und -gewinnung, etc.) beeinträchtigen.
Die SMK spricht sich daher für die Aufnahme von Frauenwettbewerben und den Verbleib des Männerwettbewerbs im olympischen Programm aus. So wird auch entsprechend der Zielsetzung des IOC gehandelt – nämlich Maß-nahmen zur Herstellung von Geschlechterparität umzusetzen. Zugleich wäre dies ein strukturelles Signal zum Abbau historisch gewachsener Ungleichgewichte im Leistungssport. Wettbewerbe in der Nordischen Kombination, für Frauen und Männer, sind daher notwendig.

Dank vorhandener Infrastrukturen ist die Integration von Frauenwettbewerben ohne signifikanten Mehraufwand realisierbar. Die Nordische Kombination der Frauen hat sich in den vergangenen Jahren substanziell weiterentwickelt. Mit der Einführung und Etablierung von Weltcup-Serien und Weltmeisterschaften sowie einer kontinuierlich wachsenden Zahl teilnehmender Nationen gibt es mittlerweile tragfähige sportfachliche und organisatorische Strukturen. Die SMK fordert den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) auf, sich in enger Abstimmung mit der Bundesregierung und dem Deutschen Skiverband für beides einzusetzen.

Sportfördergesetz: Reform der Spitzensportförderung vorantreiben

Die Ergebnisse der vergangenen Olympischen Wettbewerbe in Paris und Mailand/Cortina zeigen, dass Deutschland derzeit hinter seinen sportlichen Möglichkeiten und eigenen Ansprüchen zurückbleibt.
Ein seit 2022 laufender Reformprozess soll die Förderung des Spitzen- und Leistungssports deshalb neu aufstellen. Kern der Reform ist die Einrichtung einer unabhängigen Spitzensport-Agentur. Die SMK unterstützt diese Neuord-nung und betont: Der Erfolg der Reform hängt entscheidend davon ab, dass Bund, Länder und organisierter Sport sie gemeinsam tragen. Wichtig ist, dass der Bund das Gesetz bald verabschiedet.


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