Unterstützung für junge Familien und Schwangere mit Krebsdiagnose – Sozialministerin überreicht Zuwendungsbescheid an innovatives Projekt »Wissen. Halt. Perspektive.« in Zwickau
16.03.2026, 11:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Staatsministerin Köpping: »Dieser ganzheitliche Zugang ist ein starkes Signal – denn Krebs betrifft nie nur einen Menschen allein, sondern immer auch das familiäre Umfeld.«
Eine Krebsdiagnose während der Schwangerschaft oder im jungen Familienleben stellt Betroffene und ihre Angehörigen vor enorme Herausforderungen. Um sich über ein neues Unterstützungsangebot für Familien in dieser besonders belastenden Situation zu informieren, besuchte Sozialministerin Petra Köpping heute das Haus der Vereine in Zwickau.
Bei dem Termin überreichte sie der Sächsischen Krebsgesellschaft e. V. den Zuwendungsbescheid für das Projekt »Wissen. Halt. Perspektive. – Integrierte Begleitung, Betreuung und Unterstützung für junge Eltern und Schwangere mit Krebs und ihre Familien«. Das sozial innovative Modellprojekt wird von Januar 2026 bis Dezember 2027 mit rund 285.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) im Rahmen der ESF-Plus-Richtlinie des Sozialministeriums gefördert.
Das Projekt nimmt erstmals in Sachsen gezielt die Situation junger Eltern und Schwangerer mit Krebsdiagnose in den Blick und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der neben der medizinischen Behandlung auch die psychosozialen und familiären Belastungen berücksichtigt.
Sozialministerin Petra Köpping sagt dazu: »Eine Krebsdiagnose während der Schwangerschaft oder mit kleinen Kindern stellt Familien vor enorme Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene schnell Orientierung und verlässliche Unterstützung finden. Mit dem Projekt ‚Wissen. Halt. Perspektive.‘ entsteht in Sachsen ein Angebot, das medizinische, psychosoziale und sozialrechtliche Hilfe zusammenführt und die gesamte Familie in den Blick nimmt. Deshalb freue ich mich sehr, heute den Zuwendungsbescheid für dieses sozial innovative Vorhaben überreichen zu können. Mit der Förderung unterstützen wir gezielt neue Ansätze in den Themenfeldern der Sozialen Arbeit.«
Ziel des Projekts ist es, junge an Krebs erkrankte Eltern, Schwangere sowie ihre Familien beim Umgang mit der Erkrankung und den damit verbundenen Herausforderungen zu unterstützen. Dazu werden Informationsangebote gebündelt, Beratungs- und Austauschformate entwickelt sowie praktische Hilfestellungen für den Alltag bereitgestellt. Gleichzeitig werden Fachkräfte aus Medizin, Beratung, Bildung und Betreuung stärker für die besonderen Bedürfnisse betroffener Familien sensibilisiert und miteinander vernetzt. So soll die Versorgung dieser Zielgruppe langfristig verbessert werden.
Dr. Ralf Porzig, Geschäftsführer der Sächsischen Krebsgesellschaft e.V.: »Eine Krebsdiagnose betrifft nie nur eine Einzelperson. Sie hat als eine ‚Wir-Erkrankung‘ auch dramatische Auswirkungen auf die gesamte Familie, Angehörige und Zugehörige. Mit unserem neuen Projekt wollen wir sicherstellen, dass junge Eltern und Schwangere in Sachsen nicht mehr nur punktuelle Hilfe finden, sondern eine integrierte Unterstützung und Begleitung erhalten, die auch die Bedürfnisse der Kinder und Angehörigen konsequent miteinbezieht. Unser Ziel ist es, in dieser existenziellen Krise nicht nur hilfreiches Wissen, sondern echten Halt und eine klare Lebensperspektive zu vermitteln«.
Hintergrund:
Das Projekt »Wissen. Halt. Perspektive.« wird über den Fördergegenstand »Modellvorhaben zur Zukunftsplattform« der ESF Plus-Richtlinie des Sozialministeriums gefördert.
Seit 2023 veröffentlicht das Sozialministerium jährlich einen Förderaufruf, bei dem innovative Projektideen eingereicht werden können. Im aktuellen Aufruf liegt der Schwerpunkt auf Projekten, die Künstliche Intelligenz (KI) in den Themen- und Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit erproben – etwa zur Entlastung von Fachkräften, zur besseren Erreichbarkeit von Hilfsangeboten oder zur Unterstützung von Beratungs- und Unterstützungsprozessen. Einzelprojekte können mit bis zu 300.000 Euro, Trägerverbünde mit bis zu 400.000 Euro gefördert werden.
Ziel ist es, neue gemeinwohlorientierte Lösungen für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln und praxisnah zu testen. Interessierte Träger können noch bis zum 7. Mai 2026 ihren Projektvorschlag über das Förderportal der Sächsischen Aufbaubank (SAB) einreichen.
Aktuell fördert das Sozialministerium 21 sozialinnovative Projekte in ganz Sachsen. Weiterführende Informationen: https://www.sms.sachsen.de/gefoerderte-modellvorhaben-10480.html
Begleitet wird die Programmlinie durch SINN – die Zukunftsplattform für soziale Innovationen, die sozial innovativen Projekten Beratung, Unterstützung und Sichtbarkeit bietet. So entsteht ein doppelter Mehrwert: neue Ideen werden ausprobiert und gleichzeitig nachhaltig verankert.
Weiterführende Links:
• Portal SMS »Soziale Innovationen«: https://www.soziales.sachsen.de/soziale-innovationen.html
• Website der SAB: https://www.sab.sachsen.de/esf-plus-richtlinie-des-sms-f%C3%B6rderung-von-modellvorhaben-f%C3%BCr-soziale-innovationen
• Informationen zum Projekt auf der Seite von der Sächsischen Krebsgesellschaft e.V.: https://www.familien-mit-krebs.de/
• Mehr Informationen zu den geförderten Modellvorhaben: https://www.soziales.sachsen.de/gefoerderte-modellvorhaben.html
• SINN – Zukunftsplattform für soziale Innovationen: https://sinn-sachsen.de/