Erfolgreicher Start in die neue Förderperiode:

24.02.2026, 09:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

600 Menschen finden mit den Arbeitsmarktmentoren Sachsen den Weg ins Berufsleben

Im ersten Jahr der neuen Förderperiode (2025-2027) haben die Arbeitsmarktmentoren Sachsen 600 Schutzsuchende und Zugewanderte in Ausbildung oder Beschäftigung begleitet. Insgesamt wurde in diesem Zeitraum das Mentoring von mehr als 1.600 Menschen begonnen. Seit 2016 hilft das durch sächsische Landesmittel finanzierte Programm bei der beruflichen Integration. Auch in der neuen Förderphase bestätigt sich seine Wirkung.

Aktuell setzen die Arbeitsmarktmentoren Sachsen bewusst einen besonderen Schwerpunkt auf weibliche Schutzsuchende sowie auf Menschen, die bislang keine berufliche Qualifikation haben und diese erlangen möchten. Diese Zielgruppen stehen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt häufig vor zusätzlichen Hürden und benötigen eine intensivere Begleitung. Genau hier setzen die Arbeitsmarktmentorinnen und -mentoren an: Sie beraten beispielsweise zu Ausbildung und Weiterbildung, helfen beim Schreiben von Bewerbungen sowie im anschließenden Bewerbungsprozess, begleiten bei Behördengängen und suchen wenn nötig auch einen Kitaplatz, um die Aufnahme eines Jobs zu ermöglichen. Auch bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen stehen sie ihren Mentees fachkundig zur Seite.

Wirtschaftsminister Dirk Panter: »Die Arbeitsmarktmentoren Sachsen blicken auf eine langjährige Erfolgsgeschichte zurück. Allein ihre Arbeit im vergangenen Jahr macht einen großen Unterschied – zum einen für die 600 Menschen, die in eine Beschäftigung oder Ausbildung starten konnten und zum anderen für die Betriebe, die passendes Personal gefunden haben. Ich setze mich dafür ein, dieses wichtige Programm auch über die aktuelle Förderperiode hinaus fortzuführen.«

Neben den unterstützten Menschen mit Zuwanderungshintergrund profitieren auch die sächsischen Unternehmen von der engen Begleitung. Sie erhalten konkrete Hilfen bei administrativen Fragen, rechtlichen Rahmenbedingungen und dem Onboarding – also dem Prozess, wie neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ein Unternehmen eingeführt, eingearbeitet und integriert werden. Viele Unternehmen im Freistaat zeigen große Offenheit gegenüber der Beschäftigung von Menschen mit Fluchthintergrund – zugleich benötigen sie verlässliche Ansprechpartner bei der praktischen Umsetzung. Diese Rolle übernehmen die Arbeitsmarktmentorinnen und -mentoren.

Zur Sicherung der fachlichen Qualität werden die Arbeitsmarktmentorinnen und -mentoren durch das Zentrum für Fachkräftesicherung und Gute Arbeit (ZEFAS) in Chemnitz begleitet. Regelmäßige Fach- und Vernetzungstreffen fördern den überregionalen Wissensaustausch und ermöglichen die Abstimmung zu aktuellen Herausforderungen. Ergänzend finden gezielte Weiterbildungen für die Mentorinnen und Mentoren statt – etwa zu Förderinstrumenten, zu Integrations- und Berufssprachkursen oder zu den Herausforderungen spezifischer Zielgruppen wie syrischen Geflüchteten. So stellt das ZEFAS sicher, dass die Beratungen fachlich aktuell sind und im gesamten Programm eine hohe Qualität gewährleistet ist.

Ein Erfolgsbeispiel aus der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge

Ein Erfolgsbeispiel ist Lizmary, eine junge Frau aus Venezuela. Sie kam Anfang 2024 nach Sachsen. Ihr Studium zur Fachkraft für Arbeitssicherheit wurde in Deutschland nicht anerkannt. Deshalb half ihr ein Arbeitsmarktmentor der AWO Sonnenstein im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, einen neuen beruflichen Weg einzuschlagen und eine Ausbildung zu beginnen.

Die große Distanz zu ihrer Berufsschule in Berlin wurde jedoch zum Hindernis. Trotz großer Anstrengungen konnte keine dauerhafte Lösung gefunden werden. Für Lizmary wurde damit die Fortsetzung der begonnenen Ausbildung unmöglich.

Gerade in dieser Phase zeigte sich der Mehrwert der individuellen Begleitung: Innerhalb weniger Monate orientierte sich Lizmary abermals beruflich um. Auf regionalen Berufsmessen wurde sie fündig und begann kurz darauf ihre neue Ausbildung. Der Arbeitsmarktmentor unterstützte dabei nicht nur sie, sondern auch den Arbeitgeber – etwa bei aufenthaltsrechtlichen Fragestellungen und organisatorischen Abläufen.

Nun wird Lizmary in einer Kinderarztpraxis in Pirna zur medizinischen Fachangestellten ausgebildet. Kurze Wege, ein unterstützendes Team und eine gesicherte Aufenthaltsperspektive schaffen stabile Rahmenbedingungen. Auch nach dem Ausbildungsbeginn bleibt der Mentor im engen Austausch mit allen Beteiligten, um den nachhaltigen Integrationserfolg zu sichern.

Dieser Fall verdeutlicht, wie individuelle Begleitung, enge Kooperation mit Unternehmen und regionale Vernetzung nachhaltige Arbeitsmarktintegration ermöglichen – und zugleich einen konkreten Beitrag zur Fachkräftesicherung in Sachsen leisten.

Hintergrund:
Das Programm »Arbeitsmarktmentoren Sachsen« begleitet Schutzsuchende und andere zugewanderte Menschen auf ihrem Weg in Berufsausbildung oder Beschäftigung. Ziel ist es, die Potenziale dieser Menschen für den sächsischen Arbeitsmarkt zu erschließen und sie nachhaltig beruflich zu integrieren. Dabei stehen die Mentoren nicht nur den teilnehmenden Mentees, sondern auch deren (potenziellen) Arbeitgebern zur Seite. Um eine nachhaltige Integration zu erreichen, setzen die Mentorinnen und Mentoren ihre Betreuung bei Bedarf auch nach dem beruflichen Einstieg fort. Koordiniert und fachlich begleitet wird das Programm »Arbeitsmarktmentoren Sachsen« vom Zentrum für Fachkräftesicherung und Gute Arbeit (ZEFAS), das für Vernetzung, Qualifizierung und Qualitätssicherung sorgt.

Das Programm ist landesweit aufgestellt: In ganz Sachsen arbeiten aktuell 14 Projekte mit über 50 Mentorinnen und Mentoren, die in allen Landkreisen und kreisfreien Städten aktiv sind.

Bei Interesse kann der Kontakt zu dem genannten Erfolgsbeispiel vermittelt werden.


Kontakt

Zentrum für Fachkräftesicherung und Gute Arbeit Sachsen

Pressesprecherin Tina Hellmann
Telefon: +49 371 256201840
E-Mail: tina.hellmann@zefas.sachsen.de
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