»Alltag ohne Gewalt« – Sachsenweite Kampagne zur Aufklärung über häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen startet am 14. Februar

13.02.2026, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Gleichstellungsministerin Köpping: »Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt ist eine Verletzung der Menschenrechte und geht uns alle an.«

Weltweit erlebt etwa jede Dritte Frau im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexualisierte Gewalt. Auch in Sachsen ist Gewalt gegen Frauen ein ernstzunehmendes Problem. In den letzten sechs Jahren sind die polizeilich erfassten Fälle häuslicher Gewalt um 33 Prozent von 7.698 Fälle 2019 auf 10.202 Fälle 2024 gestiegen. Dazu gehören einfache und gefährliche Körperverletzung, digitale Belästigung und Vergewaltigung.

Der 14. Februar ist als Starttermin für die sachsenweite Kampagne »Alltag ohne Gewalt« bewusst gewählt. Als Aktionstag »One Billion Rising« (englisch für »Eine Milliarde erhebt sich«) setzt er sich für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein. Mit der Kampagne klärt das Sozialministerium über häusliche Gewalt und geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen auf. Gleichzeitig geht unter https://www.gewaltschutz.sachsen.de/ eine zentrale Website mit gebündelten Informationen für Betroffene, Umfeld, Fachkräfte und Interessierte online.

Gleichstellungsministerin Petra Köpping: »Gewalt ist kein Privatproblem. Darauf wollen wir mit unserer Kampagne ‚Alltag ohne Gewalt‘ aufmerksam machen. Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt in all ihren Formen geht uns alle an. Sie ist eine Verletzung der Menschenrechte und findet unabhängig von Status, Herkunft oder Alter der Betroffenen statt. Gewalt gegen Frauen und Mädchen können wir nur dann wirksam entgegentreten, wenn wir auch unser eigenes Verhalten hinterfragen. Und wenn wir umfassend über Ursachen, Mechanismen, Folgen und Unterstützungswege informiert sind. Die steigenden Zahlen häuslicher Gewalt sind alarmierend und zeigen, der Handlungsbedarf ist sehr groß. Ich bin sehr froh, dass wir mit der Kampagne ‚Alltag ohne Gewalt‘ nun ein Instrument an der Hand haben, mit dem wir eine breite Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema sensibilisieren.«

Die Kampagne »Alltag ohne Gewalt« will Betroffene und ihr Umfeld stärken, Mut machen und Wege der Unterstützung aufzeigen. Ihren Auftakt hat sie mit einer sachsenweiten Plakatkampagne, Spots im Fahrgast-TV der öffentlichen Verkehrsmittel, in Sozialen Medien und bei Spotify. Etliche Formen von Gewalt sind häufig nicht auf den ersten Blick zu erkennen, die Anzeichen dafür oft diffus. Mehrere Alltagsmotive sollen darum Denkanstöße geben: Ist beispielsweise das Telefon ein Instrument für Kontakt oder Kontrolle? Stehen die Eheringe für Zuwendung oder für Zwang? Ist der umgestürzte Stuhl ein Zeichen von Missgeschick oder Misshandlung? Eine Übersicht über die Kampagnenmotive finden Sie hier: https://www.gewaltschutz.sachsen.de/kampagne-alltag-ohne-gewalt-4075.html

Bis Ende 2026 wird die Kampagne in Kooperation mit den Mitgliedern des Gewaltschutznetzwerkes in Sachsen immer wieder Schwerpunkte setzen: zur Stärkung Betroffener, zur Ansprache von Tätern, zum Erkennen sexualisierter Gewalt. Weitestgehend barrierefrei umgesetzt wird die Kampagne in ausgewählten Formaten neben Deutsch auch in Ukrainisch, Tschechisch, Polnisch, Arabisch und Englisch ausgespielt.

Weitere Informationen

Die Kampagne »Alltag ohne Gewalt« ist Teil der Umsetzung des Landesaktionsplans (LAP) des Freistaates Sachsen zur Verhütung und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt in Umsetzung der Istanbul-Konvention. Die Sächsische Landesregierung hat den LAP am 18. Juni 2024 im Kabinett beschlossen.

Mit Beginn dieses Jahres hat Sachsen den Vorsitz der 36. Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (GFMK) übernommen. Die GFMK dient der Koordination und dem Austausch der zuständigen Landesministerinnen und -minister und befasst sich mit aktuellen und drängenden Fragen der Gleichstellungspolitik. Unter dem Leitthema »Gleichwertige Teilhabe durch Ressourcengerechtigkeit: Armut von Frauen ganzheitlich verstehen und wirksam begegnen« wird auch Thema sein, welche Wechselwirkungen zwischen geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Wohnungslosigkeit bei Frauen bestehen.

Mehr Informationen zum Thema: https://www.gewaltschutz.sachsen.de/

Mehr Informationen zur Kampagne: https://www.gewaltschutz.sachsen.de/kampagne-alltag-ohne-gewalt-4075.html

Mehr Informationen zum Landesaktionsplan: https://www.gleichstellung.sachsen.de/istanbul-konvention-4315.html


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Pressesprecherin Juliane Morgenroth
Telefon: +49 351 564 55055
Telefax: +49 351 564 55060
E-Mail: presse@sms.sachsen.de
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