Sächsischer Landtag gibt Rückenwind für Einstein-Teleskop in der Lausitz

05.02.2026, 20:29 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Wissenschaftsminister Gemkow: »Einmalige Chance auf eine Forschungsinfrastruktur von europäischer Bedeutung mit weltweiter Strahlkraft«

Der Sächsische Landtag hat sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, die Bewerbung der Lausitz als künftiger Standort für das Einstein-Teleskop zu unterstützen. Die Koalitionsfraktionen von CDU und SPD stellten sich damit auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ausdrücklich hinter das Engagement der Staatsregierung mit dem Ziel, die Lausitz als exzellenten, international wettbewerbsfähigen Standort für Forschung und Innovation weiter zu stärken.

Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow:
«Ich bin dankbar für die breite Unterstützung des Sächsischen Landtages. Die Chance, das Einstein-Teleskop in die Lausitz zu holen, ist einmalig. Wenn dies gelingt, würde damit die erste Großforschungsinfrastruktur von europäischer Bedeutung mit weltweiter Strahlkraft in Ostdeutschland angesiedelt. Der Lausitzer Standort bietet dafür beste Rahmenbedingungen. Das Einstein-Teleskop steht für Spitzenforschung und Spitzentechnologie im Herzen Europas. Mit starken Partnern wie der Region Sardinien in Italien und unseren unmittelbaren Nachbarn Polen und Tschechien sind wir gut aufgestellt. Zusammen mit unserer exzellenten Hochschul- und Forschungslandschaft in Sachsen bietet die Lausitz ein sehr gutes Gesamtpaket. Dennoch ist es ein Standortwettbewerb, dem wir uns stellen. Wir erwarten, dass am Ende des Prozesses das Einstein-Teleskop als Forschungsinfrastruktur mit den besten Bedingungen und größtmöglicher Kosteneffizienz gebaut werden wird.”

Die potenziellen Standorte werden derzeit eingehend auf eine mögliche Ansiedlung des Einstein-Teleskop geprüft. Dazu gehören Untersuchungen der seismischen und geologischen Rahmenbedingungen, aber auch Varianten in der Bauart des unterirdischen Teleskops, wie die sogenannte Doppel-L-Geometrie, mit der das Einstein-Teleskop an zwei Standorten in Europa umgesetzt würde. Der Freistaat Sachsen und die Region Sardinien hatten dazu vor kurzem ein Kooperationsabkommen geschlossen.

In den nächsten Wochen und Monaten wird die sächsische Staatsregierung gemeinsam mit allen am Projekt beteiligten Partnern weiter für eine wissenschaftsgeleitete Entscheidung in der Standortfrage werben, um weitere Unterstützer für das Vorhaben zu gewinnen.

Save the Date:
Am 5. März 2026 findet in der Landesvertretung des Freistaates Sachsen in Berlin ein parlamentarischer Abend zum Thema Einstein-Teleskop statt.

Hintergrund Einstein-Teleskop (ET):
Das Einstein-Teleskop ist ein geplantes Gravitationswellen-Teleskop, das künftig Gravitationswellen aus dem Universum in bislang nicht gekanntem Ausmaß messen soll. Die technischen Anforderungen sind außerordentlich hoch und machen einen unterirdischen Standort erforderlich, um seismische und akustische Störungen weitgehend auszuschließen. Von den mit dem Einstein-Teleskop gewonnenen Daten erwartet die Wissenschaft neue grundlegende Erkenntnisse zur Entstehung und Entwicklung des Universums.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Pressesprecher Falk Lange
Telefon: +49 351 564 60200
E-Mail: falk.lange@smwk.sachsen.de
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