Clemens: »Berufsschulen gehören in die Regionen und nicht auf die Streichliste.«
04.02.2026, 14:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Evaluation des Teilschulnetzplans für berufsbildende Schulen abgeschlossen
Seit dem 1. August 2021 gibt es im Freistaat Sachsen eine landesweite Teilschulnetzplanung berufsbildender Schulen. In Vorbereitung auf die anstehende Fortschreibung hat das Kultusministerium eine Evaluation durchgeführt, deren Ergebnisse nun vorliegen.
Kultusminister Conrad Clemens: »Unsere Berufsschulen in Sachsen sind erfolgreich. In den Landkreisen und in den großen Städten bilden wir junge Fachkräfte von morgen aus. Ich bin dankbar für die Arbeit, die an unseren Berufsschulen geleistet wird. Die umfassende Evaluation dieses Schulnetzes der Berufsbildenden Schulen zeigt: Wir müssen punktuell mit Augenmaß nachsteuern, aber das dezentrale Netz hat sich bewährt.«
Die Evaluation zeigt, dass ein zentrales Ziel, nämlich Standort- und Planungssicherheit für die Beruflichen Bildungszentren (BSZ) und ihre Bildungsgänge, weitgehend erreicht wurde. Auch ist es gelungen, die BSZ im ländlichen Raum zu stabilisieren.
Für die Evaluation wurden alle BSZ, deren Schulträger sowie ausbildende Unternehmen und Behörden befragt. Der Evaluationsprozess wurde durch einen Evaluationsbeirat begleitet. Dieser setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der kommunalen Spitzenverbände, des Landesausschusses für Berufsbildung sowie des Landesamtes für Schule und Bildung und des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zusammen.
Es wird unter anderem empfohlen,
- alle Bildungsgänge zu überprüfen, um stabile Bildungsangebote an den Standorten zu sichern;
- fortlaufende Anpassungen zu ermöglichen, um neuen Entwicklungen Rechnung tragen zu können;
- zu prüfen, ob der Zuschuss zu außerhäuslicher Unterbringung erhöht und die zumutbare Wegezeit reduziert werden kann;
- auf Bundesebene darauf hinzuwirken, die gegenwärtige Anzahl von Fachrichtungen, Schwerpunkten und Spezialisierungen in dualen Ausbildungsberufen kritisch zu hinterfragen, um eine breite Palette an Ausbildungsberufen in Sachsen erhalten zu können;
- für die Weiterentwicklung der BSZ ein entsprechendes Konzept für das gesamte BSZ-Netz unter Berücksichtigung der Profile zu entwickeln.
Ausgehend von der Evaluation erstellt das SMK bis zur Sommerpause einen Arbeitsentwurf für die Fortschreibung. Der neue Teilschulnetzplan für die berufsbildenden Schulen soll zum Schuljahr 2027/2028 in Kraft treten.
Hintergrund
Im aktuellen Schuljahr besuchen insgesamt 108.924 Schülerinnen und Schüler eine berufsbildende Schule - 1.880 mehr als im Schuljahr zuvor. Insgesamt gibt es im Freistaat 244 Berufsschulen in öffentlicher und freier Trägerschaft. Dort unterrichten rund 6.600 Lehrerinnen und Lehrer.