Von der Forschung in die Anwendung: Zwei wichtige Machbarkeitsstudien in Dresden für Förderung vom Europäischen Forschungsrat ausgewählt
27.01.2026, 12:05 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Yana Vaynzof (Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden e. V.) und Sebastian Reineke (Technische Universität Dresden) sind zwei von 136 Forschenden in Europa, die vom Europäischen Forschungsrat (ERC) für die Förderung eines sogenannten Proof of Concept – eine Machbarkeitsstudie – ausgewählt wurden. Damit verbunden sind 150.000 Euro, die zur Erkundung des kommerziellen oder gesellschaftlichen Potentials von Forschungsergebnissen eingesetzt werden können.
Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow:
»Mit der Proof of Concept-Förderung verfolgt der Europäische Forschungsrat ein wichtiges Ziel, das wir auch in Sachsen intensiv vorantreiben: exzellente Forschungsergebnisse effektiv in die Praxis zu überführen. Dieser Prozess ist oft noch zu langsam und mit zu vielen Hürden behaftet. Machbarkeitsstudien wie die Förderlinie des Proof of Concept sind eine Möglichkeit, an diesen Problemen anzusetzen und wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Anwendung zu bringen.«
ERC Proof of Concept »E-RADOS« von Sebastian Reineke, Professor für Organische Halbleiter an der Technischen Universität Dresden:
Prof. Sebastian Reineke und seine Arbeitsgruppe erforschen Elektronenwechselwirkungen in organischen Halbleitern als neues Sensorprinzip und wollen dieses in eine kommerzielle Nutzung überführen. Bislang ist in vielen industriellen und wissenschaftlichen Anwendungen von Elektronenstrahlen, z. B. in der Krebstherapie oder bei der Impfstoffentwicklung, kaum bestimmbar, wie viele Elektronen dabei tatsächlich in ein Material eingetragen werden.
ERC Proof of Concept »SpeedUP« von Yana Vaynzof, Direktorin am Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden, Professorin für Neuartige Elektroniktechnologien an der Technischen Universität Dresden, Sprecherin des Exzellenzclusters Responsible Electronics in the Climate Change Era (REC²) an der Technischen Universität Dresden:
Prof. Yana Vaynzof erforscht neuartige Photovoltaik-Technologien auf Basis von sogenannten Metallhalogenid-Perowskiten mit dem Ziel ihrer industriellen Anwendung. Im Projekt werden neue Methoden zur schnellen Abscheidung dieser Materialien untersucht, insbesondere ein Verfahren der Elektronenstrahlverdampfung, das potenziell die für industrielle Anwendungen erforderlichen hohen Abscheidungsraten erreicht, ohne dabei die Leistungsfähigkeit der Solarzellen zu beeinträchtigen. Das Projekt soll damit den Weg für eine schnellere und skalierbare industrielle Herstellung hocheffizienter Perowskit-Solarzellen ebnen.
Hintergrund:
Die ERC-Förderlinie Proof of Concept (PoC) ist eine Förderung, die zusätzlich zu den Hauptförderlinien des ERC (Starting, Consolidator, Advanced und Synergy Grant) vergeben werden kann. Sie richtet sich somit ausschließlich an Forschende, die bereits einen ERC-Grant innehaben und ein Forschungsergebnis aus ihrem laufenden oder bereits abgeschlossenen Projekt über die Forschung hinaus weiter entwickeln möchten. Die Kernfrage ist, ob die aus der Idee entstandene Lösung (Produkt, Verfahren, Dienstleistung) auf dem Markt eine Chance hat. Welche Informationen müssen dafür eingeholt werden? Welche Schritte führen auf den Markt?