27. Januar: Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

26.01.2026, 11:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Staatsministerin Köpping: »Es ist unsere gesellschaftliche Verantwortung, Antisemitismus zu bekämpfen und gleichzeitig die Vielfalt jüdischen Lebens in der Gegenwart wahrzunehmen, zu schützen und zu fördern.«

Der 27. Januar markiert den Tag der Befreiung des Lagerkomplexes Auschwitz, in dem allein über 1 Millionen Menschen von Deutschen und ihren Kollaborateuren ermordet wurden. Wir gedenken an diesem Tag allen Menschen, die während des Nationalsozialismus entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.

Staatsministerin Petra Köpping: »Der Holocaust-Gedenktag fordert von allen Demokratinnen und Demokraten, nicht beim Erinnern an Opferschicksale stehen zu bleiben, sondern sich kritisch mit den Ursachen und Dynamiken von Hass und Ausgrenzung zu beschäftigen. Dann wird deutlich: Der Holocaust war kein Werk weniger Fanatiker, sondern ein gesellschaftliches Projekt – realisiert, aktiv unterstützt und hingenommen von ganz gewöhnlichen Menschen, auch aus Sachsen. Dieses Wissen verpflichtet zur Selbstreflexion. Ermöglicht wurden die Verbrechen auch durch Denk- und Wahrnehmungsmuster, die sich schrittweise normalisiert haben, durch antisemitische Bilder und Verschwörungserzählungen. Diese Mechanismen und die Vorurteile sind nicht verschwunden – sie ändern lediglich ihre Formen. Diese Entwicklung stellt eine ernsthafte Bedrohung dar – für Einzelne, sowie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere Demokratie. Gerade am Holocaust-Gedenktag wird deutlich: Demokratie und Menschenrechte sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie erfordern kritisches Denken, historisches Bewusstsein und die Bereitschaft, Diskriminierung entgegenzutreten. Es ist unsere gesellschaftliche Verantwortung, die Verfälschung, Relativierung oder Leugnung der historischen Fakten zurückzuweisen, Antisemitismus zu bekämpfen und gleichzeitig die Vielfalt jüdischen Lebens in der Gegenwart wahrzunehmen, zu schützen und zu fördern. Dazu lädt in diesem Jahr ganz besonders das von der sächsischen Staatsregierung veranlasste Themenjahr »TACHELES 2026 | Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen« ein.«

Hintergrund:

Vor 79 Jahren befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz. Zwischen 1940 und 1945 ermordeten die Nationalsozialisten in diesem Lagerkomplex zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Menschen. Im Januar 1996 erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum zentralen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Seitdem gibt es jedes Jahr im Deutschen Bundestag eine Feierstunde und an öffentlichen Gebäuden werden die Flaggen auf Halbmast gehisst. Auf Beschluss der UN-Generalversammlung im Jahr 2005 wurde der 27. Januar auch international zum Holocaust-Gedenktag.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Pressesprecherin Juliane Morgenroth
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