10 Jahre Strukturmodell zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation in Sachsen – mehr Zeit für die Versorgung
18.11.2025, 13:58 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Seit zehn Jahren wird in Sachsen das Strukturmodell zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation in vielen ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen angewendet.
Staatssekretärin Dagmar Neukirch und Vorsitzende des sächsischen Landespflegeausschusses: »Das Modell ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer effizienteren Pflegedokumentation. Auch die Versorgung in Sachsen profitiert davon: Denn weniger Bürokratie bedeutet mehr Zeit für Zuwendung und Pflege der anvertrauten Menschen. Mein Dank gilt den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die das Konzept in die sächsische Praxis gebracht haben.«
Der besondere Erfolg des Projekts liegt darin, dass Umfang und Inhalte der Pflegedokumentation von Anfang an in einem gemeinsamen Diskurs von Pflegepraxis, Wissenschaft und Prüfinstitutionen der Pflegeversicherung erarbeitet und fortlaufend an fachliche Weiterentwicklungen und gesetzliche Änderungen angepasst wurden. Das Strukturmodell mit seinen Prinzipien - schlank, praxisnah und personenzentriert - wird daher bis heute von allen Beteiligten gleichermaßen akzeptiert.
Anlässlich des Jubiläums bekräftigen die Mitglieder des Landespflegeausschusses, sich weiterhin in den Diskurs zum notwendigen und sinnhaften Umfang der Pflegedokumentation in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen im Freistaat Sachsen einzubringen und werben für die Beteiligung weiterer Einrichtungen an diesem konkreten Schritt zum Bürokratieabbau in der Pflege.
Hintergrund:
Grundlage für das Strukturmodell ist das bundesweite Projekt »Einführung des Strukturmodells zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation« (EinSTEP). Ziel ist die Vereinfachung der Anforderungen an die Dokumentation in der Langzeitpflege, die Entlastung des Pflegepersonals und gleichzeitig die Verbesserung der Pflegequalität.
Das Strukturmodell wurde ab 2012 im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit in enger Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus Praxis, Wissenschaft, Verbänden, Politik und Prüfinstanzen entwickelt. 2014 startete das Projektbüro EinSTEP, um die bundesweite Einführung zu koordinieren. Heute wird es von den Trägerverbänden der Pflegeeinrichtungen auf Bundesebene verantwortet und in den Kooperationsgremien auf Landesebene weiter begleitet.
Inzwischen setzen bundesweit rund 80 Prozent der Pflegeeinrichtungen das Strukturmodell um.